Radfahren

Rauf und runter: 53 Kilometer rund um die Klingenstadt

Der Wipperkotten in Solingen – unweit verläuft die Stadtgrenze zu Leichlingen. Im Kotten selbst sind nach den Schäden der Flut im Vorjahr inzwischen wieder Führungen möglich: am ersten und dritten Samstag im Monat.
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Der Wipperkotten in Solingen – unweit verläuft die Stadtgrenze zu Leichlingen. Im Kotten selbst sind nach den Schäden der Flut im Vorjahr inzwischen wieder Führungen möglich: am ersten und dritten Samstag im Monat. Fotos: Stephan Köhlen

Tipps für die Sommerferien: Radtour im Bergischen Land.

Von Guido Radtke

Bergisches Land. Auch wenn es der Name nicht gleich vermuten lässt, gibt es im Bergischen Land zahlreiche gemütliche Touren mit nur geringen Steigungen für Genussradfahrer oder Familien. In Wuppertal lockt beispielsweise die Nordbahntrasse, zwischen Remscheid-Lennep und Leverkusen-Opladen die Balkantrasse oder auf Solinger Stadtgebiet die Korkenziehertrasse. Letztere ist Teil einer 53 Kilometer langen Rundtour, die selbst bei Radfahrern in der Region noch als Geheimtipp gilt – obwohl sich die Klingenstadt entlang der Strecke in seiner ganzen Vielfalt und mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten präsentiert.

Wandertouren im Bergischen

Die Königsetappe unter den Radtouren in Solingen führt an der Wupper entlang, durch die Ohligser Heide, durch Wälder, über alte Bahntrassen, vorbei an den bekanntesten Wahrzeichen der Region: Schloss Burg und Müngstener Brücke. Angesichts einiger Anstiege, die es zu bewältigen gilt, sind eine gute Kondition beziehungsweise ein E-Bike als Gefährt gefragt.

Los geht es über Schloss Caspersbroich

Die offizielle Streckenbeschreibung, die den S-Bahn-Haltepunkt Solingen-Grünewald als Start- und Zielpunkt ausweist, schickt die Radausflügler im entgegengesetzten Uhrzeigersinn rund um die Klingenstadt. Eine bessere Wahl allerdings ist, den Hauptbahnhof im Stadtteil Ohligs als Startpunkt zu wählen und parallel zur Bahnstrecke Köln/Wuppertal entlang des Caspersbroichers Weg das gleichnamige Schloss anzusteuern. Zum einen sind in dieser Richtung sämtliche Anstiege angenehmer zu bewältigen. Zum anderen bietet sich fast am Ende der Strecke nach dem Wasserschloss Haus Graven bei Bedarf die Möglichkeit, durch die Ohligser Heide ein paar Kilometer zurück zum Ziel abzukürzen.

An der Stadtgrenze zu Haan lässt es sich im Tal der Itter auch auf zum Teil schmalen Waldwegen gut radeln. Weil es keine Beschilderung der „Rund um Solingen“-Tour gibt, helfen vorbei an der Breidenmühle, der Heidberger Mühle und der Freizeitanlage Ittertal (mit Freibad und Beachvolleyball-Anlage) die Logos des Klingenpfads und des Neanderlandsteigs als Orientierung.

Der Theegartener Kopf bietet sich zur Pause an: Das Panorama in der Höhe – beispielsweise nach Cronenberg – ist lohnenswert.

Mit einem Panorama-Blick auf Solingen werden die Mühen für den ersten Anstieg über die Kotzerter Straße und die kleine Siedlung Holz in Richtung Fürkeltrath belohnt. Hier beginnt die Korkenziehertrasse, die sich ihrem Namen entsprechend durch Solingen schlängelt. Am Kunstmuseum lohnt ein Abstecher in den Gräfrather Ortskern mit seinem Marktplatz und vielen Einkehrmöglichkeiten.

Nach rund neun entspannten Kilometern auf der ehemaligen Bahntrasse folgt der Abzweig nach Burg und Müngsten. Gut ausgeschildert führt der Weg durch Meigen zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Vom kleinen Rastplatz am Theegartener Kopf blickt man nicht nur auf die Innenstadt und den Stadtteil Gräfrath, sondern auch auf Wuppertal-Cronenberg.

Mit der knapp drei Kilometer langen Abfahrt über die Bergbahntrasse beginnt der zweifelsohne reizvollste Abschnitt. Im Tal der Wupper wartet der immer imposante Blick auf die Müngstener Brücke – egal aus welcher Perspektive. Die Schwebefähre im Brückenpark, mit der ein Anstieg oder einige Treppen umfahren werden können, hat nach dem Hochwasser des vorigen Sommers wieder den Betrieb aufgenommen. Sie verkehrt täglich zwischen 11 und 18 Uhr, aus technischen Gründen allerdings nicht bei Temperaturen über 28 Grad.

Nach wenigen Kilometern eröffnet sich der Blick auf das zweite große Wahrzeichen des Bergischen Landes: Schloss Burg. Die historische Anlage wird derzeit aufwendig saniert, ist aber trotzdem zu besichtigen. Das Fahrrad an der Talstation abgestellt, bringt die Seilbahn die Besucher entspannt hinauf.

Nach Unterburg ist die Gastronomie zurückgekehrt

In Unterburg ist von den Folgen der Starkregen-Katastrophe nur vereinzelt noch etwas zu erkennen. Mit der Wupper-Terrasse hat erst vor kurzem ein weiterer Gastronomiebetrieb wieder eröffnet. Ein paar Kilometer weiter entlang der Wupper – auf größtenteils ebenen Weges – sieht es etwas anders aus: Das Ausflugslokal Wupperhof bleibt dauerhaft geschlossen, im Balkhauser Kotten läuft weiterhin die Instandsetzung.

Nach Passieren des Wipperkottens an der Stadtgrenze zu Leichlingen verändert sich das Landschaftsbild ein weiteres Mal. Die letzten Kilometer führen durch eine Heidelandschaft und weiter durch den Hildener Osten bis zum Tunnel Müllersberg, um dann parallel zur Bahnstrecke fahrend zum Startpunkt zurückzukehren.

530 Höhenmeter

Anreise: Laut Tourenkarte gilt der Haltepunkt Solingen-Grünewald der S-Bahn 7 als Start- und Zielpunkt. Allein aufgrund der besseren Anbindung im Öffentlichen Nahverkehr ist der Solinger Hauptbahnhof eine gute Alternative.

Anforderungen: Auf den 53 Kilometern mit 530 Höhenmetern in Auf- und Abstieg ist Kondition gefragt. Geländetaugliche Reifen sind zwingend empfohlen.

Die Tour: Alle Details inklusive eines Download-Links zur „Großen Solingen Rundtour“ finden Sie hier.

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