Stadtplanung

Ratsmehrheit will Radweg verlängern

Früher fuhr die Straßenbahn zwischen diesen Häuser hindurch, künftig soll die Balkantrasse hier entlangführen. Am Haus Zenshäuschen Nummer 2 würde der Rad-Gehweg unmittelbar am Küchenfenster vorbeiführen.
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Früher fuhr die Straßenbahn zwischen diesen Häuser hindurch, künftig soll die Balkantrasse hier entlangführen. Am Haus Zenshäuschen Nummer 2 würde der Rad-Gehweg unmittelbar am Küchenfenster vorbeiführen.

Der Freizeitpark ist umstritten, die Verlängerung der Balkantrasse bis Zenshäuschen nicht.

Von Karsten Mittelstädt

Der geplante Freizeitpark auf dem Gelände zwischen Lidl und Am Wasserturm ist umstritten. Die ebenfalls geplante Verlängerung der Balkantrasse über die Straße Zenshäuschen bis zur Thomas-Mann-Straße scheint hingegen sicher. Sehr zum Leidwesen der Anwohner, die den neuen Rad-Gehweg ablehnen. Doch er wird wohl gegen ihren Willen realisiert.

Bislang endet die Balkantrasse in Höhe der Fußgängerbrücke Am Wasserturm. Der offizielle Radweg führt dann über Berliner Straße, Pfarrstraße und Thomas-Mann-Straße weiter. Bürgermeister Rainer Bleek würde den Schlenker über die Berliner Straße lieber vermeiden. Immerhin nutzten rund 80 000 Radler in knapp einem Jahr die Trasse, wie eine Zählung ergab. Bleek würde den Radweg lieber über den jetzt schon angelegten Trampelpfad weiterführen. Von dort soll er vor dem Lidl nach links schwenken und über Gelände, das dem Autohaus Hildebrandt gehört, bis nach Zenshäuschen geführt werden. Über die frühere Straßenbahntrasse soll der Radweg dann bis an die Thomas-Mann-Straße geführt werden.

Dieser Plan wird offenbar von fast allen Fraktionen gutgeheißen, nicht nur von SPD und Grünen, die den Freizeitpark hinter Zenshäuschen befürworten, sondern auch von denen, die den Freizeitpark dort ablehnen. „Die Verlängerung des Radweges ist auch unserer Wunsch“, sagt Oliver Platt (BüFo). Allerdings möchte er, dass die Anwohner mit ins Boot geholt werden. „Die Sorgen der Anwohner müssen ernst genommen werden“, sagt Platt.

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

Einige Anwohner formulierten ihre Sorgen am Montag auf Anfrage des WGA. Es wird nicht nur mehr Lärm und Unrat befürchtet, den manche Radfahrer hinterlassen. „Unfälle sind doch vorprogrammiert“, sagt eine Anwohnerin, die nicht genannt werden möchte, und zeigt auf die Garagen in Zenshäuschen.

Radfahrer können bis ins Küchenfenster schauen

Vor allem am Haus Nummer 2 würde der Radweg unmittelbar vor dem Küchenfenster vorbeiführen. „Dass das niemand möchte, dafür muss man Verständnis haben“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla. Aber auch seine Fraktion ist für die Verlängerung des Rad-Gehweges und erwartet von der Stadtverwaltung, „dass sie auf die Leute zugeht.“

Henning Rehse, dessen WNK UWG-Fraktion den Freizeitpark hinterm Lidl ebenfalls ablehnt, ist gleichfalls für die Verlängerung der Balkantrasse. „Das ist in den Gesprächen klar gesagt worden. Wenn das Gelände an die Autohäuser verkauft wird, dann abzüglich eines etwa 3,50 Meter breiten Streifens für den Radweg.“ Rehse sieht die Verlängerung also unkritisch, Er glaubt auch, dass das Autohaus Hildebrandt der Lösung zustimmen würde. Denn ein Teil des Geländes, auf dem der künftige Rad-Gehweg verlaufen soll, gehört dem Autohaus Hildebrandt. Geschäftsführer Bernd Hildebrandt führt Gespräche mit Politik und Verwaltung und will sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu dem Thema öffentlich äußern.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) wünscht die Fortsetzung der Balkantrasse ebenso. Die Bedenken der Anwohner, dass durch den Radweg der Lärmpegel auf der Straße Zenshäuschen steigt, kann ADFC-Vorsitzender Frank Schopphoff nicht teilen. Er sei dort aufgewachsen. Früher, sagt Schopphoff, ist dort die Straßenbahn durchgefahren. „Das war wirklich laut.“ 

BALKANTRASSE

NAME Der Rad-Gehweg hat den Namen Balkantrasse in Anlehnung an die Bezeichnung Balkan-Express“. So wurde die 1994 eingestellte Bahnlinie von Wuppertal bis Opladen nach dem zweiten Weltkrieg im Volksmund genannt. „Balkan“ stand für die dünner besiedelten Gebiete im Bergischen Land, der Begriff „Express“ war eine Anspielung auf das Zugtempo. 

TRASSE Als ein Name für den neuen Radweg gesucht wurde, der weitgehend steigungsfrei auf der ehemaligen Bahntrasse durch das Bergische Land führt, setzte sich Balkantrasse durch.

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