Rallye-Teilnehmer fahren 92 035 Euro ein

Zahlreiche Besucher ließen sich die Zielankunft in Müngsten nicht entgehen. Auf ihrer Reise durch Europa sind die Teams zusammen- und über sich hinausgewachsen. Foto: Christian Beier
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Zahlreiche Besucher ließen sich die Zielankunft in Müngsten nicht entgehen. Auf ihrer Reise durch Europa sind die Teams zusammen- und über sich hinausgewachsen.

Six Bridges Tour fand einen erfolgreichen Abschluss in Müngsten

Von Julia Wodara und Alexander Riedel

„In Europa und in der Welt müssen wir zusammenrücken – und wie kann man das besser versinnbildlichen?“, fragt der stellvertretende Bürgermeister Thilo Schnor während seiner Rede bei der großen Rückkehr aller Teams der Six Bridges Rally am Sonntag. In den vergangenen 16 Tagen sind 42 Teams auf ihrer Reise durch Europa zusammen- und über sich hinausgewachsen – und erreichten mit dem Zeichen, das sie dabei für interkulturelle Verbindung setzten, mehr als nur persönlichen Fortschritt. „Es ist eine Erfolgsgeschichte für Solingen, das kann man jetzt schon so sagen“, meint Schnor.

„Ich müsste vor euch knien.“

Timm Kronenberg, Veranstalter

Und für die Fahrer. „Eigentlich müssten wir 42 Preise haben“, sagt Timm Kronenberg, mit Marc Baehr Organisator der Veranstaltung. „Ihr seid nämlich alle Gewinner.“ Passend zu dieser Einstellung wird bereits vor der eigentlichen Preisverleihung eins der Teams außerordentlich geehrt: Team 112, bestehend aus dem Solinger Andreas Herlinghaus und dem Wermelskirchener Frank Schmidt. Sie haben Mitstreitern geholfen und dafür manchmal sogar die eigenen Aufgaben hintenan gestellt.

Mitten im Herzen Spaniens brach beim Fiat Spider des „Team Friedensdorf“ mit Uli Preuss und Jürgen Beu der Auspuff. Gut, wenn Mechaniker mit pragmatischen Methoden mit von der Partie sind. Ein bisschen im Stile von MacGyver, jenem improvisationsfreudigen 80er-Jahre-Actionhelden, reparierten Herlinghaus und Frank Schmidt den Auspuff mit Hilfe von Getränkedosen. Von denen entfernten die ehemaligen Feuerwehrleute Deckel und Boden und schnitten sie zudem längs auf. Eine Dose schoben sie eng aufgerollt in das gebrochene Rohr, die andere diente als Ummantelung. Bis der Auspuff wieder fest und leise war. So ging die Tour auch für die Friedensdorf-Kollegen weiter.

„Das zeigt den Teamgeist einer Rally“, hebt Marc Baehr noch einmal hervor. Es sei für die Teilnehmer ein riesiges Abenteuer gewesen. Mit 92 Punkten kamen Jürgen Beu und Uli Preuss aus dem Team Friedensdorf schließlich sogar auf den ersten Platz. Ihre Spendenaktion, – wie die aller Teams während der Tour – für eigens gewählte Projekte und Organisationen zu sammeln, war wichtiger Bestandteil der Rally.

Und dem Namen des Gewinnerteams ist die Organisation natürlich zu entnehmen: Friedensdorf – die Oberhausener Hilfseinrichtung für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. „Ich werbe dafür seit Jahrzehnten“, erklärt Preuss. „Und das hier ist ein Höhepunkt für mich.“ Auf Platz zwei landeten Die Frodnedob’s, Ingo und Mira Bodendorf, mit rund 88 Punkten. Den dritten Platz ergatterte das A-Team um Ariane Konermann und Melanie Gillessen mit rund 86 Punkten.

Insgesamt erreichten die Teams einen Spendenbetrag von 92 035 Euro – es könnte noch mehr werden. Denn die Teilnehmenden wurden dazu ermutigt, ihre Spendenaktionen noch eine Weile fortzuführen. „Ich müsste vor euch knien“, sagt Veranstalter Timm Kronenberg in jedem Fall zu diesem Ergebnis. Und obwohl die diesjährige Tour gerade erst zu Ende geht, steht bereits der Termin für die nächste: Passend zum 125-jährigen Jubiläum der Müngstener Brücke startet die Six Bridges Rally am 27. August 2022 in die nächste Runde. Fest steht dabei auch schon, dass natürlich wieder alle sechs Brücken abgefahren werden sollen.

Kleinere Abwandlungen wird es dennoch geben – zum einen im Spielablauf der Tour selbst, zum anderen bereits in den Teilnahmebedingungen: Während die Autos und Motorräder diesmal noch ein Mindestalter von 20 Jahren haben mussten, ist eine Teilnahme im nächsten Jahr schon ab 15 Jahren Fahrzeugalter möglich.

Auf wichtige Unterstützung im nächsten Jahr darf man jetzt schon setzen: Myriam Larnau-die-Eiffel – Ururenkelin des französischen Ingenieurs Gustav Eiffel – will der Six Bridges Rally 2022 als Schirmherrin erhalten bleiben. Joachim Radtke kündigt außerdem die Beteiligung des Solinger Stadtmarketings an.

Neuauflage

Die Six Bridges Rally fand unter anderem vor dem Hintergrund des Antrags der Brücken auf das Unesco-Weltkulturerbe statt. Anmeldungen für das kommende Jahr sind bereits ab Oktober möglich; weitere Informationen gibt es online:

www.sixbridges-rally.de Weitere Fotos zu 2021: www.rga.de

Nach erfolgreicher Reparatur mitten in Spanien fuhr der Fiat Spider des „Teams Friedensdorf“ mit einem Getränkedosen-Auspuff.

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