Kommunalwahl

Rainer Bleek will alle politischen Ämter niederlegen

Rainer Bleek gratulierte Marion Lück als einer der ersten zum Wahlsieg. Foto: Michael Schütz
+
Rainer Bleek gratulierte Marion Lück als einer der ersten zum Wahlsieg.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
    schließen

Der noch amtierende Bürgermeister zieht sich nach seiner Wahlniederlage ins Privatleben zurück.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Politisch aktiv sein, das möchte er nach seiner Wahlniederlage am vergangenen Sonntag nicht mehr. Das macht der noch amtierende Bürgermeister Rainer Bleek im Gespräch deutlich. „Sowas kann man als ehemaliger Bürgermeister nicht mehr machen“, findet er. Ein Ehrenamt kann er sich indes später vorstellen. „Zum Beispiel für die Kulturinitiative im Eifgen“, sagt er.

Noch nicht viel Zeit ist vergangen seit er Sonntagabend seiner Nachfolgerin Marion Lück zum Wahlsieg gratulierte.

„Die Enttäuschung ist nach wie vor groß.“
Rainer Bleek

Und: „Die Enttäuschung ist nach wie vor groß“, gibt er zu. Wie konnte es sein, dass er als Amtsinhaber derart einstecken musste, wo er doch „fünf Jahre lang gute Arbeit geleistet“ habe, fragte Rainer Bleek sich seitdem immer wieder. Eine Erklärung fand er für sich unter anderem in den Zahlen: „Bei der letzten Kommunalwahl hatte der dritte Kandidat entsprechend mehr Stimmen. Das war diesmal anders“, sagt Bleek. Zudem habe Marion Lück im Wahlkampf Sympathiepunkte gesammelt und habe mit der CDU eine starke Partei hinter sich. Gewünscht hätte er sich mehr Austauschmöglichkeiten während des Wahlkampfs, zum Beispiel in Form von Podiumsdiskussionen. „Aber die waren ja wegen der Pandemie nicht möglich.“

Mit der Politik habe er abgeschlossen, sagt er. Auch in den Gremien möchte er sich jetzt nicht mehr zeigen. Bleek: „Das bringt auch jetzt nichts mehr.“

Bis er Ende Oktober sein Amt als Stadtoberhaupt niederlegt und Marion Lück ins Rathaus einzieht, gibt es aber noch einiges zu tun. „Ich werde sie auf jeden Fall so gut wie möglich vorbereiten. Es gibt Themen, die sich durch die Amtszeiten ziehen, wie zum Beispiel der Brandschutzbedarfsplan, der auch sie weiter begleiten wird.“

Und um Anliegen von Bürgern möchte er sich noch kümmern. Ihn schmerze, dass er den Jugendfreizeitpark nun nicht mehr selbst eröffnen könne. „Dafür haben wir wirklich gemeinsam gekämpft.“

Gespannt ist Rainer Bleek darauf, welche neuen Prioritäten Marion Lück nach ihm setzen wird. „Es gibt eben doch oft Grenzen, innerhalb derer ein Bürgermeister agieren kann. Gespannt bin ich vor allem auf die Weiterentwicklung von Rhombus und der Sekundarschule.“ Marion Lück hatte angekündigt, bei beiden Projekten andere Akzente setzen zu wollen als bisher.

Für den Noch-Bürgermeister, der am 24. September 66 Jahre alt wird, steht jetzt erst einmal ein kleiner Urlaub an. Bleek: „Danach werde ich mal schauen, was es so an Hobbys für mich gibt.“ Einige Bücher habe er noch nicht gelesen, aufs Rad wolle er sich wieder mal schwingen, mehr Sport machen. Und: Möglicherweise gebe es in der Familie Bleek schon bald Familienzuwachs. Einen Hund kann Rainer Bleek sich als Gefährten für lange Spaziergänge vorstellen | Standpunkt.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Dass er Zeit braucht, alles erst einmal zu verarbeiten, ist nachvollziehbar. Dass das eindeutige Ergebnis ihn schockiert hat, ebenso. Rainer Bleek versucht aber auch, zu ergründen, woran es denn gelegen haben könnte, dass er am vergangenen Sonntag die Bürgermeisterwahl in Wermelskichen so klar verloren hat. Doch welche Gründe es auch immer tatsächlich waren: Am Menschen Rainer Bleek hat es sicher nicht gelegen, dass er abgestraft wurde. Er war nicht nur ein fairer Wahlkämpfer, sondern auch ein fairer Bürgermeister. Der vielleicht nicht immer so gehandelt hat, wie es der eine oder andere für richtig gehalten hätte. Der sich oftmals auch gegen eine starke CDU, die immerhin auch zwei Dezernenten im Rathaus gestellt hat, durchsetzen musste. Der Ecken und Kanten hatte. Gleichwohl: Die Zusammenarbeit mit ihm war konstruktiv. Und hat Spaß gemacht. Zu Gesprächen war er stets bereit, offen für Kritik. Und wenn es Anlass gab, dann konnte er als Stadtoberhaupt auch mitfeiern. Beim Dabringhauser Karneval zum Beispiel – oder bei der großen Herbstkirmes. 

Deshalb, sehr herzlich: Alles Gute, Rainer Bleek. Für alles, was jetzt noch kommt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Veranstalter planen Kirmes weiter
Veranstalter planen Kirmes weiter
Veranstalter planen Kirmes weiter
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Unterburg: Einsatz für Retter belastend
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Grundreinigung kann man buchen
Grundreinigung kann man buchen
Grundreinigung kann man buchen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare