Neuer Vorsitzender

Rainer Bleek hat beim Sportbund viel vor

Rainer Bleek will Kinder und Jugendliche für den Vereinssport begeistern. Archivfoto: Roland Keusch
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Rainer Bleek will Kinder und Jugendliche für den Vereinssport begeistern.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Der ehemalige Bürgermeister ist neuer Vorsitzender und damit zuständig für rund 7000 Sportler.

Wermelskirchen. Dem Sport sei er schon immer verbunden gewesen, sagt Rainer Bleek. Der ehemalige Wermelskirchener Bürgermeister ist seit März neuer Vorsitzender des Stadtsportbundes. Er löste Klaus Junge ab, der nach 31 Jahren aus Altersgründen für das Amt nicht mehr zur Verfügung stehen wollte. „Man hat mich gefragt, und ich habe überlegt. Aber dann schnell entschieden: Das mache ich“, erzählt Rainer Bleek. Und fügt lachend hinzu: „Es gab aber auch nicht allzu viel Konkurrenz.“

Denn: Für diese recht arbeitsintensive Aufgabe fänden sich eben erfahrungsgemäß nicht viele Freiwillige.

Bleek macht es freiwillig. Und gern, denn der Sport, das unterstreicht der ehemalige erste Bürger der Stadt, habe ihm immer am Herzen gelegen. Vor seiner politischen Laufbahn stand er beispielsweise als Fußballer auf verschiedenen Plätzen, unter anderem bei Tura Pohlhausen in der ersten Mannschaft. „Aber auch ansonsten“, betont er, „Sport und Bewegung sind aus gesundheitlichen Aspekten eben für alle Altersklassen wichtig.“

„Bei den Hallen muss dringend etwas getan werden.“

Rainer Bleek , neuer Vorsitzender des Sportbundes

Derzeit gehörten den im Stadtsportverband organisierten Sportvereinen knapp 7 000 Mitglieder an, Ende 2019 waren es noch 7 500. Aktiv werden möchte Rainer Bleek vor allem bei der Akquise von jungen Sportlerinnen und Sportlern. Bleek: „Es ist vielfach sichtbar, dass Kinder und Jugendliche mit Bewegung nicht mehr viel am Hut haben.“ Die Corona-Pandemie habe da noch ihr Übriges getan: „Die Vereine haben innerhalb der zwei Jahre im Schnitt sechs bis zehn Prozent ihrer Mitglieder verloren.“ Darunter offenbar auch viele Kinder und Jugendliche. Und: Der Offene Ganztag in den Schulen wirkt sich negativ auf die Vereinsarbeit aus. „Viele Schüler gehen uns verloren, weil sie bis nachmittags in der Schule sitzen.“

Mit dem Programm „NRW bewegt seine Kinder“ will die nordrhein-westfälische Sportjugend künftig eine Kooperation von Sportvereinen und dem Offenen Ganztagsangebot erwirken. Entsprechende Vereine könnten dann Trägerschaften übernehmen. Rainer Bleek glaubt aber nicht, dass das in Wermelskirchen ein großes Thema werden könnte. „Leider“, sagt er. „Das wird vor allem für große Vereine interessant sein. Wir müssen aber dringend andere Lösungen finden, um Kinder und Jugendliche wieder zum Vereinssport zu motivieren.“

Ein weiterer Punkt, den er angehen will, sind die Sporthallen. „Sie sind natürlich teilweise sanierungsbedürftig, das wurde ja schon während meiner Amtszeit sichtbar. Nur ein Beispiel ist das Dach der Mehrzweckhalle Dhünn; da muss dringend etwas getan werden. Aber es gibt auch viele andere Baustellen, die die Stadt sicher vor Herausforderungen stellen werden. Wir planen, uns dazu mit Politik und Verwaltung eng abzustimmen. Gespräche, auch mit dem städtischen Sportdezernat, stehen noch aus.“

Ein wenig eigenständiger sollte der Stadtsportbund zudem künftig werden. „Wir wollen zum Beispiel eine eigene Website installieren. Zurzeit sind wir nur auf der Internetseite der Stadt Wermelskirchen zu finden“, sagt Bleek. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund wolle er intensivieren sowie die eigene Satzung überarbeiten.

Zufrieden blickt Bleek auf die Sportplatz-Situation in Wermelskirchen. Die Plätze seien, im Gegensatz zu den Hallen, fast alle auf dem neuesten Stand. „Ich bin froh, dass wir während meiner Amtszeit die Kunstrasenplätze in Dabringhausen und Dhünn sowie im Eifgen fertigstellen konnten“, sagt der 68-Jährige. „In Pohlhausen war Kunstrasen ja aufgrund der topographischen Lage nicht möglich, aber auch dort haben wir ja mit der Grünen Asche eine für die Fußballer komfortable Lösung gefunden.“ Rainer Bleek muss es wissen, denn er ist seit einigen Wochen auch neuer erster Vorsitzender bei Tura Pohlhausen.

WTV-Versammlung

Die Vereine kommen wieder zu ihren jährlichen Versammlungen zusammen. Zu seiner Mitgliederversammlung lädt der Wermelskirchener Turnverein am Donnerstag, 5. Mai, ab 19 Uhr in den kleinen Saal des Bürgerzentrums. Neben den Vorstands- und Ergänzungswahlen stehen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf der Tagesordnung. Anträge für die Sitzung müssen dem Vorstand bis zum 31. April vorliegen.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Mit Rainer Bleek als erstem Vorsitzenden hat der Stadtsportverband sicher eine gute Wahl getroffen. Denn der ehemalige Bürgermeister kennt sich aus mit dem Netzwerken, hat Verbindungen zum Kreis und einen Draht zur Stadtverwaltung. Kurze Wege und rasche Entscheidungen sind oft auch wichtig, wenn es um den Sport geht. Und auf diesem Gebiet gibt es auch in Wermelskirchen jede Menge zu tun. Die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen und die Vereine Mitglieder gekostet. Laut Bleek sind es immerhin sechs bis zehn Prozent, die im Schnitt den Sportvereinen jetzt fehlen. Dem entgegenzuwirken, wird nicht einfach sein, aber Bleek hat es sich vorgenommen. Die Vereinsvertreter wird das freuen, beklagten sie doch während der Pandemiezeit häufig, dass vor allem den Kindern und Jugendlichen der Sport schmerzlich fehlte. Auch eine neue Website steht dem Sportbund sicher gut zu Gesicht. Denn auf diese Art haben die Nutzer das Wermelskirchener Sportangebot auf einen Klick beisammen. Viele Aufgaben kommen auf Rainer Bleek zu, aber er ist ja zum Glück krisenerprobt.

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