Pläne

Radverkehr: Politiker äußern sich

Für den ADFC gibt es am Radwegenetz in der Innenstadt noch eine Menge zu tun.
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Für den ADFC gibt es am Radwegenetz in der Innenstadt noch eine Menge zu tun.
  • Anja Carolina Siebel
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Auch beim Wegenetz geht es immer wieder um die umstrittene Gegenläufigkeit an der Telegrafenstraße.

Von Anja Carolina Siebel

Es soll bald Radwegepläne für alle Schulen – zumindest für die weiterführenden – geben. Und: Konkrete Maßnahmen für die Verbesserung des Radfahrens in Wermelskirchen insgesamt. Das fordert zumindest die SPD-Fraktion um den Fraktionsvorsitzenden Jochen Bilstein in einem Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr.

Die Stadt, so heißt es in dem Antrag, möge konkrete Vorschläge für eine Umsetzung der Pläne und Maßnahmen fürs sichere Radfahren vorlegen. Hintergrund sind die neuesten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests des ADFC, bei dem Wermelskirchen nicht gut abschnitt. Die Gesamtnote 4,2 bedeutet nicht wirklich „fahrradfreundlich“.

Was vor allem auffiel: Die Wege in der Innenstadt sind nicht sicher genug für Kinder, die möglicherweise mit dem Rad zur Schule fahren wollen, dies aber könnten, weil sie ihre Radfahrprüfung in der 4. Klasse ja bereits flächendeckend absolviert haben. Allerdings wagen sich laut dem Ortsvorsitzenden des ADFC, Frank Schopphoff, die meisten Eltern nicht, ihre Kinder mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen. Selbst wenn sie die Radfahrprüfung – theoretisch und praktisch – solide bestanden haben.

Bilstein: WNK/UWG, CDU und BüFo haben zur Misere beigetragen

Für Frank Schopphoff liegen die Gründe in dem bisher nicht hinreichend erschlossenen Radwegenetz in Wermelskirchen. Die Trasse endet beispielsweise an der Grüne Straße und beginnt erst wieder an der Berliner Straße. Radwege seien ansonsten nicht ausreichend beleuchtet und zum Teil gar nicht vorhanden, kritisiert der passionierte Radfahrer.

„Wermelskirchen gehört nach der Umfrage des ADFC nicht zu den fahrradfreundlichen Kommunen im Lande“, schreibt die SPD-Fraktion in ihrem Antrag. „Vor allem die Verkehrssicherheit von Fahrradfahrern allgemein und besonders Schülerinnen und Schülern lässt sehr zu wünschen übrig. Diese möglichst zeitnah zu verbessern, muss das Bemühen der Verwaltung in enger Zusammenarbeit mit dem ADFC sein.“

Jochen Bilstein sagt aber auch: „Zur praktisch nicht vorhandenen Verkehrssicherheit hat wesentlich die Blockadehaltung von CDU, BüFo und WNK beigetragen.“ Der Ortspolitiker spricht damit erneut die Diskussion um den gegenläufigen Radverkehr an der Telegrafenstraße an, gegen den sich die genannten Fraktionen vor einigen Wochen erneut ausgesprochen hatten.

Klicki und Rehse weisen Vorwürfe weit von sich

„Es ist eine vollkommen bräsige Haltung der Fraktionen, dass sie nicht einsehen, dass diese Blockade der Stadt und den Bürgern nur schadet“, sagt Bilstein. „Denn es geht ja auch um die erwachsenen Radfahrer, die an der Telegrafenstraße jedes Mal mit dem Rad auf ein Hindernis stoßen.“

STATUS QUO

TRASSE Die Balkantrasse wird stark genutzt. Sie ist nur in der Ortsdurchfahrt Wermelskirchen unterbrochen, weil die Trasse für die Dellmannstraße genutzt wurde. Derzeit müssen Radler über den Brückenweg oder die Kölner/Berliner Straße ausweichen. Die Lösung sieht Schopphoff darin, die Einbahn für Radler aufzuheben.

Christian Klicki (CDU) und Henning Rehse (WNK/UWG) weisen diesen Vorwurf weit von sich. „Wenn Herr Bilstein sein Anliegen ernst gemeint hätte, hätte er diesen Vergleich mit dem gegenläufigen Radverkehr einfach weggelassen“, unterstreicht Klicki. „Es handelt sich um ein 300 Meter langes Straßenstück, das nicht mit dem gesamten Radwegenetz in und um Wermelskirchen gleichzusetzen ist.“

Genauso sieht das Henning Rehse: „Der gegenläufige Radverkehr ist ein einziges Thema. Wir sind absolut für eine Verbesserung des Streckennetzes für Radler, haben uns ja sogar schon dafür eingesetzt. Aber wir sind eben nicht für den gegenläufigen Radverkehr an der Telegrafenstraße.“ » Standpunkt

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