Mobilität

Radfahrer schütten ihr Herz beim ADFC aus

Bernhard Werheid aus Bergisch Gladbach schwört auf sein Lastenrad. Foto: Günther Bansen
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Bernhard Werheid aus Bergisch Gladbach schwört auf sein Lastenrad.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Anlässlich einer Codierungsaktion am Jugendfreizeitpark wurden viele Themen diskutiert

Wermelskirchen. Sabine Krämer-Kox ist ein echter Trassen-Fan. „Die Balkantrasse“, sagt die Vorsitzende der ADFC-Ortsgruppe Wermelskirchen/ Burscheid, „ist eine solche Bereicherung für die Region. Das bekommen wir immer wieder mit.“ Auch sie selbst als passionierte Radlerin würde die Trasse rege nutzen – für private Zwecke, aber auch zum Pendeln zum Job.

Es gibt aber immer noch Verbesserungspotenzial, was den Radverkehr betrifft. Das sei vor ein paar Tagen wieder deutlich geworden, als der ADFC Rhein-Berg eine Codierungsaktion am Wasserturm, nahe dem Jugendfreizeitpark, angeboten hatte. Beim Codieren wird mit einem Spezialgerät in das Sitzrohr des Fahrrades eine Buchstaben-Zahlenkombination gehämmert, durch die sich das Rad dem Eigentümer zuordnen lässt. Der Code enthält verschlüsselt die Anschrift des Eigentümers, dessen Initialen sowie das Jahr der Codierung. Sollte das Rad gestohlen und wieder aufgefunden werden, kann der Besitzer es von Fundbüro oder Polizei leichter zurückerhalten.

„Viele Radler hatten Interesse daran, kamen zum Teil sogar aus Marienheide oder Odenthal zum Codieren angefahren“, freut sich Sabine Krämer-Kox über die Resonanz. Aber anlässlich der Aktion tauschten sich die Zweiradfahrer auch über einige andere Themen aus.

Lastenrad als Alternative zum eigenen Pkw

Über den Zaun erkundigten sich zum Beispiel mehrere ortsfremde Tagesausflügler beim Team des ADFC nach dem genauen Weg, der von Zenshäuschen aus wieder auf die Trasse führen soll. Ihnen war der neue Streckenverlauf am Wasserturm nicht klar. „Sie wussten auch noch nichts von der Öffnung des Jugendfreizeitparks, wunderten sich, dass da doch letzthin noch abgesperrt war“, berichtet die ADFC-Vorsitzende. Sie freue sich deshalb, wenn der Jugendfreizeitpark endlich auch offiziell eröffnet werden könne.

Der bunte ADFC-Pavillon lockte zahlreiche spontane Besucher an. Viele lobten das entspannte Radeln auf der Balkantrasse, einige berichteten wiederum über ihre Erfahrungen mit dem Bergischen Fahrrad-Bus – und wieder andere erkundigten sich, wo man „bei dem herrlichen Wetter denn besten noch baden gehen“ könne. Aber auch Klagen im Hinblick auf fehlende Beschilderung, zu wenige Rastplätze oder in den Weg ragenden Begleitbewuchs hörten sich die Experten des ADFC Wermelskirchen/Burscheid an. „Es gibt eben immer noch viel zu tun in Sachen Radverkehr“, räumt Krämer-Kox ein. „Aber wir freuen uns jetzt erstmal natürlich, dass die Radstrecke von Dabringhausen nach Hilgen, über die K 18, bald kommt. Das ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.“

Viel wichtiger ist allerdings der Aspekt der Prävention. Und dazu gehört eben auch das Codieren der Fahrräder, das der ADFC regelmäßig anbietet. „Professionelle Fahrraddiebe schrecken aufgrund des erhöhten Risikos davor zurück, codierte Räder zu stehlen“, erklärt Sabine Krämer-Kox. Bernhard Werheid vom ADFC Bergisch Gladbach ist bereits routiniert. „Ich habe mittlerweile schon sehr viele Fahrräder codiert“ berichtet er. „Das ist ein gutes Mittel gegen Diebstahl“. Sabine Krämer-Kox ergänzt, dass selbst hochwertige Fahrradschlösser mittels einer Akku-Flex in sekundenschnelle durchtrennt werden können – und weg sei das teure Rad.

Auch Akkus für E-Bikes und Pedelecs können übrigens durch einen Code gesichert werden. Darauf weisen die Experten insbesondere hin.

Weil es ums Thema Mobilitätswende ging, hatten sie auch ein Lastenrad mit moderner Neigetechnik für Probefahrten bereitgestellt. Einige Passanten betrachteten das dreirädrige Gefährt zwar neugierig, trauten sich dann aber doch nicht auf den Sattel. Für Bernhard Werheid dagegen ist das Lastenrad bereits ein alltägliches Fortbewegungsmittel. Er fahre damit zu Codieraktionen in den Nachbarkommunen. Eine Alternative zum Auto, findet er.

Fahrrad-Codierung

Wer sein Fahrrad aus Sicherheitsgründen auch codieren lassen möchte, muss nicht zwingend auf eine der nächsten Codierungs-Aktionen des Fahrradclubs warten. In Bergisch Gladbach wird regelmäßig codiert und man kann sich unter codierung@adfc-beg.de jederzeit dazu anmelden. Eine Anmeldung ist aber erforderlich. Die Kosten für die Codierung

betragen 12 Euro (Pedelec-Akkus 5 Euro), für ADFC-Mitglieder 7 Euro (Pedelec-Akkus 2 Euro). Neumitglieder des ADFC (Eintritt im aktuellen Jahr) erhalten eine Codierung kostenlos.

Standpunkt: Mehr Komfort fürs Rad

Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga.de

Aktionen wie die an der Balkantrasse zeigen einmal mehr: Radfahren wird immer beliebter. Sie zeigen aber auch: Es ist noch eine Menge Luft nach oben, was den Komfort für Radfahrer angeht. Gleichwohl die Bedingungen selbst im Bergischen Land durch den Ausbau der Radtrassen schon wesentlich besser geworden sind, fehlen zum Beispiel vielerorts ausreichende Beschilderungen. Wege sind nicht explizit gekennzeichnet, sondern vielmehr müssen Radfahrer auf Straße ausweichen, weil es schlichtweg keinen Radweg gibt. Alles Gründe, warum beispielsweise viele Arbeitnehmer sich noch gar nicht vorstellen können, den täglichen Weg zum Job zumindest teilweise statt mit dem Pkw mit dem Rad zurückzulegen. Das dürfte und sollte aber die Zukunft sein, wenn wir dauerhaft an Klimaneutralität arbeiten wollen. Entsprechend müssen bessere Bedingungen für Radfahrer geschaffen und somit das Radfahren für jeden und jede attraktiver gemacht werden. Wichtige Details und Anregungen können die Mitglieder des ADFC liefern, die jederzeit gern und kompetent Auskunft geben.

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