Fahrrad fahren

Radeln gegen Einbahnstraßen steht auf dem Prüfstand

Die Carl-Leverkus-Straße darf derzeit nur in eine Richtung befahren werden.
+
Die Carl-Leverkus-Straße darf derzeit nur in eine Richtung befahren werden.

Diskussion um Carl-Leverkus- und Obere Remscheider Straße.

Von Udo Teifel

Wermelskirchen. Wenn Martin Rehbach mit seinem Rad von der Stockhauser Straße in Richtung Innenstadt fährt, wird es für ihn hinter dem Café Wild ungemütlich: Dann muss er am Weihnachtsbaum rechts abbiegen und die steile Taubengasse befahren. Denn geradeaus verläuft die Obere Remscheider Straße als Einbahnstraße. Das macht seines Erachtens keinen Sinn, so Rehbach. „Warum wird das kleine Stück bis Einmündung Taubengasse nicht für Radfahrer freigegeben?“

Gegenläufiger Radverkehr in Einbahnstraßen ist in Wermelskirchen ein viel diskutiertes Thema. Unlängst hatte gar ein Verwaltungsgericht geurteilt, so dass die Telegrafenstraße nicht gegenläufig befahren werden darf. Es geht da um ein paar Zentimeter in der Verschwenkung zum Brückenweg am „Venezia“. Der ADFC Wermelskirchen hat dafür kein Verständnis. Sabine Krämer-Kox sarkastisch: „Ich vermute eher, dass das illegale Parken vor einigen Geschäften nicht gestört werden soll.“

Im April 2021 hatten Manfred und Günter Bansen in einem Bürgerantrag gefordert, die Carl-Leverkus-Straße für Radfahren in beiden Richtungen freizugeben. Anlass war der damalige Entwurf einer neuen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. Eine Entscheidung im Ausschuss gab es damals nicht, da die Vorschrift noch nicht rechtskräftig war, die Antragsteller ließen diesen Antrag ruhen. Inzwischen haben die Brüder den Antrag vor etwa vier Wochen erneuert.

Damals vertrat die Stadt den Standpunkt, dass eine Einzelfallprüfung notwendig sei. Hier wurde die Einmündungssituation Telegrafenstraße / Carl-Leverkus-Straße als schwierig bezeichnet, der Begegnungsverkehr als allgemein problematisch gesehen.

Der Leiter des Tiefbauamtes, Harald Drescher, erklärte jetzt auf Anfrage, dass die aktuelle Rechtslage zur Straßenverkehrsordnung und die veränderten Verwaltungsvorschriften die Antwort auf die Fragestellung von Martin Rehbach nicht einfach mache. „Wir prüfen den gegenläufigen Radverkehr für Carl-Leverkus- und Obere Remscheider Straße kurzfristig. Dazu werden wir die zuständigen Behörden befragen“, so Drescher.

Für die Sprecherin des ADFC Wermelskirchen/Burscheid, Sabine Krämer-Kox, ist aus Radfahrersicht die Rechtslage mit der neuen, inzwischen veröffentlichen Verwaltungsvorschrift klar. „Grundsätzlich sollen zur Unterstützung der Mobilität Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet werden. Dabei ist das ,soll‘ als ,muss‘ zu verstehen und nicht als ,kann‘.“ Die Einschränkung nennt sie auch: Nämlich falls es Sicherheitsbedenken für Radfahrer und Fußgänger gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Weihnachtsmarkt schafft Atmosphäre
Weihnachtsmarkt schafft Atmosphäre
Weihnachtsmarkt schafft Atmosphäre
Unbekannter sorgt für Schrecken an Grundschulen
Unbekannter sorgt für Schrecken an Grundschulen
Unbekannter sorgt für Schrecken an Grundschulen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen

Kommentare