Postbotin schmeißt Briefe in den Papiermüll

Die Deutsche Post hat die Wermelskirchener Zustellerin, die noch in der Probezeit war, nach eigenen Angaben sofort entlassen. Symbolfoto: Christian Beier
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Die Deutsche Post hat die Wermelskirchener Zustellerin, die noch in der Probezeit war, nach eigenen Angaben sofort entlassen. Symbolfoto: Christian Beier

Anwohner Im Wolfhagen erstatten Strafanzeige – Polizei ermittelt

Von Anja Carolina Siebel

Zuerst dachte Peter Esch sich nicht viel dabei, als er am Freitagmittag aus dem Fenster seines Hauses Im Wolfhagen schaute und beobachtete, dass die Postbotin etwas in seine Papiermülltonne warf. „Ich habe dann danach mal reingeschaut, um zu wissen, was das war“, berichtet der Anwohner am Telefon. Und dann traute der Wermelskirchener seinen Augen nicht. Die Briefzustellerin hatte tatsächlich Post in die Mülltonne geworfen. Briefe, die eigentlich für ihn und seine Nachbarn bestimmt waren.

Am Samstag beobachteten dann noch einige andere Anwohner dasselbe: Die Postbotin verteilte einen Teil der Post ordnungsgemäß in die Briefkästen, andere Briefe warf sie in Papiermülltonnen, die vor den Häusern platziert waren.

Post von Versicherung und Krankenkasse nicht auffindbar

Die Briefzustellerin habe er darauf zur Rede gestellt, berichtet Peter Esch. „Sie hatte nur Ausreden parat und bat mich, das nicht zur Anzeige zu bringen“, erzählt er. „Aber das habe ich nicht eingesehen. Es waren ja auch wichtige Briefe dabei.“ Er habe allen Betroffenen Bescheid gegeben und sei dann mit seinem Nachbarn zur Polizeistelle nach Burscheid gefahren, um Anzeige gegen die Frau zu erstatten.

Peter Ammon fuhr als einer der Betroffenen mit ihm. „Ich habe einen wichtigen Brief von der Versicherung erwartet, und meine Frau ein Schreiben von der Krankenkasse. Man weiß ja gar nicht, wo das alles gelandet ist“, sagt Ammon.

Die Polizei Bergisch Gladbach bestätigt auf Nachfrage den Fall. Am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr sei die Polizei deshalb zur Wolfhagener Straße entsandt worden, berichtet Polizeisprecher Christian Tholl. „Anwohner wollten eine Postbotin erwischt haben, die gerade einen Stapel Briefe in einer Altpapiertonne entsorgt haben sollte. Die Kollegen haben die Person angetroffen und die Personalien festgestellt. Die Briefe wurden ebenso vorgefunden. Ein Strafverfahren wegen Verdachts der Verletzung des Postgeheimnisses wurde eingeleitet.“

Bis zu fünf Jahren Haft oder eine hohe Geldstrafe könnten die Zustellerin der Deutschen Post jetzt erwarten, sagt Tholl. Der Vorwurf lautet: Unterschlagung. Auch die Deutsche Post äußert sich auf Nachfrage: „Der Vorfall ist uns bekannt. Wir haben bereits Maßnahmen ergriffen und die Zusammenarbeit mit der Zustellerin mit sofortiger Wirkung beendet“, heißt es in einem Schreiben.

Glücklicherweise halte sich der Schaden in überschaubaren Grenzen, da die Zustellerin nur wenige Tage und noch in der Probezeit gewesen sei. Die Post bittet um Entschuldigung.

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