Polizei und Jugendamt arbeiten Hand in Hand

Jugendamtsleiterin Barbara Frank.
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Jugendamtsleiterin Barbara Frank.

Kooperationsvereinbarung vorgestellt.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendämtern und Polizei ist teils eine „Einbahnstraße“, so sieht es das Gesetz vor. Denn: Vonseiten des Jugendamtes besteht keine Anzeigepflicht gegenüber der Polizei. Das erläuterte Jugendamtsleiterin Barbara Frank auf der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses, wo sie gemeinsam mit Andreas Weilermann, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der für Wermelskirchen zuständigen Wache in Hilgen, eine Kooperationsvereinbarung zwischen Jugendamt und Polizei vorstellte.

„Für uns steht der Vertrauensschutz unserer Klienten stets im Vordergrund. Dadurch ist die Weitergabe von Informationen durch uns in Richtung Polizei rechtlich eher schwierig – umgekehrt ist es einfacher“, skizzierte Barbara Frank. Die seit dem 1. Juni geltende Vereinbarung regele, was „gute und gängige Praxis“ sei, zeigten sich Frank und Weilermann einig.

Polizeihauptkommissar Andreas Weilermann.

Der Wachleiter sagte zur Rechtslage: „Die abschließende Gefahrenabwehr muss bei Kindern und Jugendlichen stets das Jugendamt vollziehen.“ Die jetzt verschriftlichte Vereinbarung bringe Klarheit. So sind als Grundlagen der Kooperation vereinbart: die Akzeptanz des anderen beruflichen Auftrags, das Kennenlernen der Arbeitsgrundlagen der anderen Profession, die strukturelle Verankerung der Kooperation und die Beachtung des Datenschutzes.

Aus der Praxis benannte Andreas Weilermann beispielhaft Fälle, in denen die Polizei eine Meldung an das zuständige Jugendamt macht: „Wenn wir Kinder in einer verwahrlosten Umgebung wie einer Messie-Wohnung vorfinden. Oder wenn wir Selbstverletzung wie das sogenannte Ritzen oder häusliche Gewalt feststellen.“ Wenngleich die Gesamtzahl der durch Minderjährige verübten Straftaten sinkt, stellte Weilermann fest: „Das Alter, in dem Menschen Straftaten begehen, sinkt leider immer weiter. Wir haben Intensivtäter auf dem Schirm, die zwischen 12 und 16 Jahren alt sind.“ Dagegen müsse Präventionsarbeit ansetzen.

Um die Kooperationsbeziehungen zwischen Jugendamt und Polizei zu verankern, fixiert die Vereinbarung nicht nur Treffen der Dienststellenleitungen, sondern genauso regelmäßige Treffen auf Ebene der Sachbearbeitung. Darüber schreibt die Vereinbarung fest: „Im Bedarfsfall kann es angezeigt sein, zwischen Polizei und Jugendamt eine professionsübergreifende Fallkonferenz durchzuführen. Ziel dieses Treffens ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Maßnahmenkataloges zum Schutz der Kinder oder Jugendlichen. Solch eine Fallkonferenz kann anlassbezogen durch die Polizei oder das Jugendamt kurzfristig einberufen werden.“

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