Pandemie

Polizei rechnet mit mehr Personaleinsatz

Mit Verschärfung der Corona-Regeln wird auch die Polizei häufiger im Einsatz sein müssen. Symbolfoto: Polizei Mettmann
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Mit Verschärfung der Corona-Regeln wird auch die Polizei häufiger im Einsatz sein müssen.
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Nach Weihnachten könnten die Kontrollen noch einmal massiv verstärkt werden.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Insgesamt, das ist die gute Nachricht, würden sich die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis diszipliniert und verantwortungsbewusst in Bezug auf die Coronaschutzverordnung verhalten. Diese Bilanz zieht Polizeisprecher Christian Tholl einen guten Monat nach Inkrafttreten der neuen Regeln.

„Die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung im Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt sich - wie bereits im Frühjahr - sehr verständnisvoll und einsichtig im Umgang mit den Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“, sagt Tholl. Die Kreispolizei hatte sich bereits zwei Wochen nach Beginn des Teil-Lockdowns lobend über die Bevölkerung geäußert.

Die Anzahl der gefertigten Ordnungswidrigkeiten durch die Polizei sei bislang gering. Bearbeiten würden diese Ordnungswidrigkeiten nach Aufnahme die Ordnungsämter. Tholl: „Deshalb haben wir keine genauen Zahlen; wir können aber sagen, dass der überwiegende Teil der Verstöße nicht aus Vorsatz, sondern zum Beispiel aus Unachtsamkeit entsteht.“ Es komme zum Beispiel vor, dass jemand nicht beachte, dass er an einer Bushaltestelle oder auf einem Parkplatz eine Mund-Nase-Maske tragen müsse. Weil der Rheinisch-Bergische Kreis noch nicht, wie etwa die Nachbarstädte Remscheid und Solingen, als ausgewiesener Hotspot gilt, gilt die Maskenpflicht nicht generell in der Innenstadt, sondern eben nur an den genannten Stellen.

„Die Mitarbeiter werden verstärkt Schichten übernehmen.“
Christian Tholl, Sprecher der Kreispolizei

Eine vom Innenministerium vorgegebene Einsatzkonzeption habe dazu geführt, dass die Polizei und die örtlichen Ordnungsbehörden noch enger zusammen arbeiten und regelmäßig wechselseitig Informationen austauschen, heißt es vonseiten der Polizei. Neben der Unterstützung der Ordnungsämter im Rahmen der Amts- und Vollzugshilfe habe es bereits gemeinsame Kontrollaktionen an Schulen und Berufsschule gegeben, die auch in dieser Form fortgeführt würden.

Die Präsenz an öffentlichen Plätzen, Fußgängerzonen und an bekannten Treffpunkten von Personengruppen sei zudem deutlich verstärkt worden. Die Kreispolizeibehörde setzt dafür jetzt schon täglich zusätzliche Kräfte aus dem Wachdienst, Bezirksdienst und der Direktion Verkehr ein, die sich hauptsächlich als sogenannte „Corona-Streifen“ um die Überwachung und Durchsetzung der Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen kümmern.

Für die kommenden Wochen kalkuliert die Kreispolizeibehörde unter Umständen mit noch mehr Personaleinsatz. Wenn die Corona-Maßnahmen tatsächlich wie geplant nach Weihnachten verschärft würden, hieße das freilich auch: verstärkte Kontrollen, gerade zu Silvester. „Dazu müssen die vorhandenen Mitarbeiter verstärkt Schichten übernehmen“, unterstreicht Christian Tholl.

Dabei wird die Polizei Rhein-Berg im Falle von erkannten Verstößen auch in den kommenden Wochen konsequent einschreiten und diese verfolgen.

Die Polizei appelliert aber vor allem an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und bittet alle darum: Bleiben Sie weiterhin rücksichtsvoll und beachten Sie die geltenden Regeln, ganz im Sinne der Kampagne der Blaulicht-Organisationen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mit der gemeinsamen Kampagne hatten der Rheinisch-Bergische Kreis und die Blaulichtorganisationen, unter anderem die Kreispolizei, die Feuerwehren und das Wermelskirchener Krankenhaus, in diesem Herbst zur Einhaltung von Abstandsgebot und Hygienemaßnahmen aufgerufen.

Die Partner der Kampagne haben seit dem Kampagnenauftakt Ende September zahlreiche Aktionen durchgeführt, unter anderem Blutspenden sowie eine Internet-Konferenz mit der Leiterin des Gesundheitsamtes.

Maskenpflicht

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat sich dazu entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt keine über die aktuell gültige Coronaschutzverordnung hinausgehenden Festlegungen zu treffen, um eine einheitliche Handhabung im Land Nordrhein-Westfalen zu gewährleisten. Demnach herrscht Maskenpflicht im Kreis im Freien ausschließlich an Bushaltestellen und auf Parkplätzen. In Innenstädten wird die Mund-Nase-Maske zwar empfohlen, es besteht zum Tragen aber keine Pflicht.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Dass die Wintermonate mit vielen Entbehrungen verbunden sein würden, das hatte wohl so mancher schon am Ende des Sommers vermutet. Dass nach dem Teil-Lockdown jetzt möglicherweise von Bund und Ländern noch einmal nachgeschärft werden muss, das war nicht ganz so klar. Das gewohnte Leben, mit Besuchen in Restaurants, Bars, Kulturstätten und Restaurants, das wird wohl in den kommenden Wochen nicht zurückkehren. Und dann stehen ja auch die Feiertage an. Klar, an Weihnachten und Silvester möchte man eigentlich nicht so gern mit Einschränkungen leben, Verwandte und Freunde sehen und einfach mal ein bisschen feiern. 

Aber ganz gleich, was nun in Berlin und Düsseldorf beschlossen wird: Das Virus wird sich nicht darum scheren, was von wem auch immer erlaubt ist und was nicht. Deshalb sollte jeder für sich zusätzlich abwägen, ob dieser oder jener Besuch denn jetzt zwingend nötig ist – oder ob es nicht auch mal mit einem netten Anruf oder einem schönen Brief getan ist. Feiern, das werden wir sicher in Zukunft wieder können. Und dann eben umso herzlicher und ausgelassener. 

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