Sicherheit

Polizei informiert zu Einbrüchen

Matthias Schleier von der Kreispolizei informierte am Stand bei REWE.
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Matthias Schleier von der Kreispolizei informierte am Stand bei REWE.

Oft stellen die Haustüren in Mehrfamilienhäusern eine Sicherheitslücke dar.

Von Anja Carolina Siebel und Noah Charara

Die ältere Dame ist etwas verwundert, als Matthias Schleier sie am Freitagvormittag im überfüllten Rewe-Center an der Viktoriastraße vom Stand aus anspricht. Aber der Kriminalkommissar vom Fachkommissariat Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde Bergisch Gladbach hat gute Absichten: „Wir machen hier auch die Menschen darauf aufmerksam, dass es oft schnell gehen kann, dass etwas gestohlen wird, wenn beispielsweise der Rucksack halb geöffnet ist“, erklärt Schleier.

Aber nicht nur das. Anlässlich der landesweiten Kampagne zur Bekämpfung von Wohnungseinbruchdiebstahl berieten Schleier und Kollegen Kunden im Supermarkt auch zum Thema Einbruchschutz.

„Und wir beantworten natürlich auch Fragen“, unterstreicht Kriminalkommissar Tizio Vater. meist seien es Hausbesitzer, die konkrete Fragen an die Polizisten stellen würden. „Die Wohnungsbesitzer sind da etwas zurückhaltender. Denn sie könnten ja höchstens ihre Wohnungstür einbruchssicher machen. Und das müssen sie dann selbst zahlen, wenn der Vermieter nicht einwilligt, sich zu beteiligen. Wie der Polizeibeamte betont, könnte sich die Investition an der Wohnungstür aber lohnen. „Meist sind Haustüren von Mehrfamilienhäusern nicht sicher. Da muss nur jemand sagen: Ein Paket ist da, schon wird die Haustür geöffnet.“ Bliebe, die Wohnungstür zu sichern. „Wir beraten da gern“, sagt Vater. „Es gibt inzwischen auch kostengünstige Lösungen, um es Einbrechern im Mehrfamilienhaus schwer zu machen.“

Bester Schutz sind wachsame Nachbarn

Der beste Schutz seien zudem immer wachsame Nachbarn. Vater: „Schwierig wird es, wenn die Nachbarn im Mietshaus sich kaum untereinander kennen. Da kann dann schon mal jemand den Fernseher aus der Nachbarwohnung t ragen, ohne dass es auffällt.“ In Einfamilienhäusern seien es meist Hintereingänge, die die Langfinger für ihren Diebeszug nutzen würden.

In dem meisten Fällen dringen die Täter mittels Aufhebeln von Fenstern und Türen in die Häuser ein. „Hausbesitzer sollten deshalb für eine mechanische Sicherung in Form von hebelsicheren Türen und Fenstern sorgen“, lautet der Tipp der Experten.

Die sogenannte Pilzkopfverriegelung verhindere beispielsweise das Aufhebeln eines Fensters. Die Pilzköpfe, die sich am Flügel des Fensters befinden, verhaken sich im geschlossenen Zustand in den Aussparungen der Montageplatten im Fensterrahmen.

Zudem sollten Bewohner für eine ausreichende Beleuchtung des Hauses sorgen, egal ob sie anwesend sind oder nicht. Licht simuliere vor allem in der dunklen Jahreszeit, in der Wohnungseinbrecher besonders aktiv seien, Anwesenheit. Es gebe diverse technische Möglichkeiten, das Licht auch bei Abwesenheit elektronisch zu steuern. „Manchmal helfen schon Bewegungsmelder“, sagt Tizio Vater. „Allerdings tricksen die Einbrecher die inzwischen häufig schon aus. Da muss man geschickte Techniken auswählen.“

Wenn Hausbewohnern die mechanische Sicherung oder ein Bewegungsmelder nicht ausreiche, seien Alarmanlagen- und Videoüberwachungssysteme eine gute Möglichkeit, sich und sein Anwesen vor ungebetenen Gästen zu schützen.

Die Systeme lösen dann beispielsweise über eine App einen Bewegungsalarm auf dem eigenen Grundstück aus. So können Hauseigentümer bei einem Einbruchsverdacht auch von außerhalb schnellstmöglich die Polizei alarmieren. „Seien Sie in jedem Fall in Ihrer Nachbarschaft aufmerksam und alarmieren Sie im Verdachtsfall die Polizei“, sagt Tizio Vater. Und das würde man bei einem Verdacht besser einmal zu viel machen.

Eine kostenlose Beratung bei der Polizei Rhein-Berg ist natürlich auch individuell möglich. Erreichbar sind die Beamten vom Kommissariat Opferschutz unter Tel. (0 22 02) 2 05 44.

Termine

Am heutigen Samstag, 29. Oktober, ist das Kommissariat Kriminalprävention / Opferschutz dann ab 10 Uhr in der Rhein-Berg Galerie in Bergisch Gladbach, um auch hier Beratungen anzubieten.

Termine, auch vor Ort bei Bürgern zuhause, können unter Tel. (0 22 02) 20 54 44 vereinbart werden

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Sinnvolles Engagement

anja.siebel@rga.de

Bei mir würde doch keiner einbrechen. Und klauen wird mir auch schon niemand etwas aus der Tasche.“ Oftmals denkt man womöglich so leichtsinnig, und dann ist es am Ende doch passiert. Häufig. Das betonen die Verantwortlichen der Polizei in ihrer Kampagne „Riegel vor“ zum Einbruchsschutz, sei es Unachtsamkeit, die dazu führe, dass Langfinger mitunter leichte Hand haben.

Dass die Beamten nun gezielt vor Ort in Kommune des Kreises auf die Thematik hinweisen, ist sinnvoll. Gerade in der jetzt wieder anbrechenden sehr dunklen Jahreszeit, auch das wissen die Mitarbeitenden der Polizei, legen sich die Einbrecher häufiger auf die Lauer denn je. Mit gutem Einbruchsschutz kann man sich aber sogar als Mieter im Mehrfamilienhaus schützen. Und das muss nicht unbedingt viel Geld kosten. Die Polizei hat da interessante Einblicke – und informiert auch mit Terminvergabe Bürgerinnen und Bürger.

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