Ein Meilenstein

Politiker stimmen für Rhombusquartier

So soll das Rhombus-Gelände einmal aussehen.
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So soll das Rhombus-Gelände einmal aussehen.

Kauf des Teilstücks wird forciert. Entwicklung des Hallenbades nimmt Fahrt auf.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es ist ein Meilenstein, für den die Ortspolitiker in der Ratssitzung am Montagabend stimmten. Zum einen beschloss der Rat, das sogenannte „Innovationsquartier Rhombus - Entwicklungsmodell“ (siehe Skizze) der weiteren Planung und den Verhandlungen mit den Eigentümern des Areals zugrunde zu legen. Das aufgeführte Nutzungskonzept wurde entsprechend vom Grundsatz beschlossen.

Zudem beauftragten die Politiker mit ihrem Beschluss die Verwaltung, die Verhandlungen mit den Eigentümern des Rhombus-Areals zum Abschluss eines städtebaulichen Vertrags sowie zum Abschluss eines Kaufvertrags zum Erwerb des im Entwicklungskonzept abgegrenzten Areals zu führen. Und: Der Förderantrag für die Entwicklung des Hüpptals soll zur Antragsstellung am 30. September vorbereitet werden. Wie berichtet, soll der Förderantrag für das Rhombus-Teilstück mit Hallenbad erst im September 2023 gestellt werden.

Die Ortspolitiker schienen in der Frage, dass die Stadt das Teilstück auf dem Rhombus-Gelände erwerben möge und darauf dann ein neues Hallenbad entstehen soll, weitgehend einig. Einer meldete aber Bedenken an. Marco Frommenkord (FDP) kritisierte seine Ratskollegen: Es habe „innerhalb von 86 Tagen einen Meinungsumschwung bei den Fraktionen“ gegeben, „der seines gleichen sucht“.

Frommenkord spielte auf den Antrag der CDU, der SPD des Bürgerforums und der Freien Wähler an, der in der Ratssitzung am 23. Mai untermauert worden sei: Die CDU habe beispielsweise darauf insistiert, dass „keine Zeit bleibe und jetzt im Eifgen gebaut werden müsse“, so Frommenkord. „Alles andere als ein Beschluss zum Neubau wäre ga-ga!“, habe Oliver Platt vom BüFo seinerzeit gesagt. Frommenkord: „86 Tage später zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab. Es heißt, der Bau des Hallenbades auf dem Rhombus-Gelände sei zukunftsweisend und die Wartezeit sei zuträglich für das Ergebnis – und so weiter.“

Für die FDP bleiben offene Fragen

Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen betont, dass seine Fraktion durchaus für den Kauf des Rhombus-Areals als auch für eine Entwicklung des Hallenbades dort sei. Für die FDP seien indes noch viele Fragen offen, ohne deren Beantwortung sie dem Beschluss nicht zustimmen könne. Frommenkords Vorschlag lautete deshalb, den Beschluss auf die Ratssitzung im Dezember zu verschieben. Die übrigen Ratsmitglieder gaben dem Vorschlag indes nicht statt.

Dennoch bleiben für die FDP erwähnte Fragen. Etwa, wie die Finanzierung der Hochbauten, die ja laut Vorlage nicht in der Förderung enthalten sind, aussähe. Die bezogen auf das neu erstellte Entwicklungsmodell aktuell ermittelten zuwendungsfähigen Kosten betragen laut Verwaltung 6 830 000 Euro.

Die FDP-Fraktion interessiert außerdem, wie sehr sich das Bauvorhaben „in diesen herausfordernden Zeiten“ in den kommunalen Finanzen niederschlage und wie die neuen Belastungen durch aktive Einflussnahme per Beschluss mit „unfassbar hohen Ausgaben ohne der Möglichkeit einer Einflussnahme, die die Stadt in naher Zukunft treffen werden“ vereinbar seien. Antworten gab es während der Sitzung auf diese Fragen nicht, dafür ordentlich Schelte von den Ratskollegen der anderen Fraktionen.

Karl-Heinz Wilke (CDU zeigte etwa auf das Konterfei des ehemaligen Bürgermeisters Eric Weik: „Das war ja auch einer aus den Reihen der FDP, der aufgrund von Einsparungen alles verhindert hat, zum Beispiel die Kunstrasenplätze, die wir vor sieben Jahren an einem Tisch auf den Weg gebracht haben – ohne Zustimmung der FDP:“

Auch Oliver Platt fand deutliche Worte in Richtung FDP: „Das ist Quatsch, was ihr da macht.“

Dr. Christian Klicki (CDU) wies wie der CDU-Fraktionsvorsitzende darauf hin, dass zu dem Zeitpunkt der Ratssitzung im Mai noch gar nicht klar gewesen sei, dass die Rhombus-Eigentümer das Teilstück nun doch verkaufen wollen. Und: „Es geht auch darum, mit verschiedenen Standorten zu kalkulieren. Das machen moderne Unternehmen genauso.“

Regionale

Für das Innovationsquartiers Rhombus wurde vom Lenkungsausschuss der Regionale 2025 -Agentur der C-Status vergeben. Im nächsten Schritt soll mit Unterstützung der Agentur der B-Status und nachfolgend der A-Status beantragt werden, sodass es umgesetzt werden kann.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Mal abwarten

anja.siebel@rga.de

Wer nicht mitzieht bei den Entscheidungen, die die Mehrheit mit welchen Argumenten auch immer stützt, der wird oft diskreditiert. So geht es derzeit auch jenen Ratsmitgliedern, die nicht so ganz einverstanden sind mit Entscheidungen, die da gerade getroffen werden. Marco Fommenkord (FDP) äußerte im Rat seine Bedenken zum „vorschnellen Handeln“ beim Rhombus-Komplex. Seine Argumente seien nicht stichhaltig, lautete der Tenor. Grundsätzlich gilt natürlich: Zusammenhalt ist immer gut und für manche Entscheidungen auch absolut notwendig. Aber kritische Nachfragen zu Beschlüssen, die nun plötzlich „ganz schnell“ getroffen werden müssen, wie etwa denen zur Entwicklung des Rhombus-Areals, müssen bei aller Geschlossenheit ja auch erlaubt sein. Zumal sich die Lage, gerade bezüglich des Hallenbads, seit den Sommerferien plötzlich ganz anders darstellt als noch vor einigen Wochen. Aber jetzt heißt es dann zunächst: Mal abwarten.

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