Schutz

Platzmangel: Feuerwehr muss improvisieren

In Kreckersweg gibt es jetzt zusätzliche Container, die die Hauptamtlichen der Feuerwehr nutzen. Foto: Holger Stubenrauch
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In Kreckersweg gibt es jetzt zusätzliche Container, die die Hauptamtlichen der Feuerwehr nutzen.

Teile des Rettungsdienstes wurden an den Standort Kreckersweg verlegt.

Von Anja Carolina Siebel

Sie sind seit Jahren Thema bei Politik und Verwaltung: die maroden Feuerwehrgerätehäuser der einzelnen Löschgruppen. Zumindest gab es Erleichterung, als klar wurde, dass ein neues Gerätehaus mit Aufenthaltsräumen in Dabringhausen entstehen soll. Und auch in Dhünn wird angebaut.

Für die hauptamtliche Feuerwehr gab es im Dezember 2018 einen Lichtblick. Sie hatte in den vergangenen Jahren vor allem ein Platzproblem. Fünf Containermodule, die wohnlich ausgebaut wurden, sorgen dort seitdem für mehr Raum. Nun kommen vor allem für die Berufsfeuerwehr aber noch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hinzu.

„Bereits seit April dieses Jahres ist täglich ein Rettungswagenteam, zeitweise auch das Notarzteinsatzfahrzeug der Feuerwehr, an den improvisierten Standort in Kreckersweg verlegt, um der räumlichen Enge auf der Feuer- und Rettungswache aus dem Wege zu gehen“, schildert die Verwaltung jetzt die Schwierigkeiten in einem Schreiben.

Durch die Anmietung von Raummodulen für den Außenstandort entstünden nun für ein paar Monate vier kleine Räume. „Kontakte zu reduzieren ist eine Schlüsselmaßnahme um eine Einschleppung von Infektionen in den laufenden Dienstbetrieb zu verhindern“, erklärt Holger Stubenrauch, Leiter der Feuerwehr. „Wir haben zwar den Anbau an der Feuer- und Rettungswache zur Verfügung, aber auch dort müssen die innerdienstlichen Kontakte stark eingeschränkt werden, so dass wir jeden Raum benötigen.“

In den vergangenen Monaten hätten sich die Feuerwehrmänner und -frauen im ehemaligen Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr durch die Nutzung der Fahrzeughallen und des Außenbereichs weitestgehend aus dem Wege gehen können. Das sei jetzt im Winter indes nicht vertretbar. Durch die Auslagerung Teile des Rettungsdienstes nach Kreckersweg gäbe es jetzt zumindest einen kleinen Spielraum auf der Hauptwache Vorm Eickerberg.

Stubenrauch: „Dank der schnellen Hilfe des städtischen Gebäudemanagements konnte unsere Anforderung sehr zügig umgesetzt werden. Auch wir hoffen, dass wir irgendwann wieder in einen Normalbetrieb zurückkehren können.“

Fokus liegt auf dem Schutz aller Mitarbeiter

Der jetzige Fokus der Feuerwehr liege auf dem bestmöglichen Schutz aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Brandschutz und im Rettungsdienst, „um weiterhin schnell und professionell für die Bürger da sein zu können.“

Wie die Verwaltung auf Nachfrage mitteilt, sind die Neu-, Um- und Anbauten der anderen Standorte auf einem guten Weg. Wie mehrfach berichtet, soll am Gerätehaus in Dhünn für die Freiwillige Feuerwehr angebaut werden. Weil ein neues Fahrzeug angeschafft wurde, war es auch dort zu Platzproblemen gekommen. Wie Dezernent und Erster Beigeordneter Stefan Görnert informiert, soll es mit dem ersten Bauabschnitt in Dhünn schon ab Januar 2021 losgehen. Der Auftrag sei bereits vergeben. Die taxierten Baukosten sollen laut Görnert rund 185 000 Euro betragen. Die Bauabschnitte 2 und 3 sollen nachfolgend geplant werden.

In Dabringhausen soll Auf der Hufuhr ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Aufenthaltsräumen entstehen. Bisher war die Freiwillige Feuerwehr Dabringhausen an der Altenberger Straße beheimatet. Der Neubau in Dabringhausen soll laut Görnert im Februar 2021 mit umfangreichen Erdbauarbeiten beginnen. Die Stadt kalkuliere für die Bauzeit bis Mitte 2022.

Für die Löschgruppe Eipringhausen plant die Stadtverwaltung eine temporäre Unterstellmöglichkeit für ein neues Fahrzeug bis April 2021, Zudem würde nach einem geeigneten Bauplatz für einen Neubau gesucht.

Einen Ratsbeschluss über den Ankauf eines Baugrundstücks für einen Neubau soll es bezüglich der Feuerwehr Tente/Unterstraße geben. Auch für den dortigen Standort würde die Stadt zurzeit nach einem geeigneten Bauplatz suchen. 

Dabringhausen

Für die Löschgruppe Dabringhausen ist ein komplett neues Gerätehaus geplant- Die Feuerwehr in Dabringhausen braucht unbedingt eine neue Halle, in die dann auch moderne Fahrzeuge passen. Aus dem Doppelhaushalt 2019/20 geht hervor, dass bis zum Jahr 2023 sieben neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft werden sollen – plus eine Drehleiter, deren Kauf mit 740 000 Euro veranschlagt wird.

Standpunkt: Zeit für Veränderung

Von Anja Carolina Siebel

Die Belange der Feuerwehr, deren Löschzüge an verschiedenen Standorten seit Jahren schon mit maroden Feuerwehr-Gerätehäusern kämpfen, wurden lange vernachlässigt. Gleichwohl aus dem Brandschutzbedarfsplan die Mängel deutlich hervorgingen. Seit bei der Verwaltung indes andere Mitarbeiter am Ruder sitzen, hat die Sache - gottlob – Fahrt aufgenommen.

anja.siebel @rga-online.de

So wurde beispielsweise den Dabringhausern an der Altenberger Straße Anfang 2018 mit Containermodulen ausgeholfen. Ende 2018 gab es dann einen Anbau an der hauptamtlichen Wache Vorm Eickerberg. 

Und nun trudeln auch gute Nachrichten für die anderen Gerätehäuser ein. Das wurde höchste Zeit. Denn die Feuerwehr leistet täglich wichtige und unverzichtbare Arbeit für alle Bürger. Es ist untragbar, wenn Feuerwehrleute, wie lange in Dabringhausen, um ihre eigene Sicherheit bangen müssen, weil wegen enger Zufahrten Unfallgefahr besteht. Gut also, dass die Verwaltung jetzt die bitter nötigen Investitionen vorantreibt. So werden vielleicht auch noch mehr Freiwillige motiviert, bei der Feuerwehr aktiv zu werden.

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