Bauland

Planer präsentieren zwei Varianten für die Grünfläche Vorderhufe

Diese Grünfläche in Vorderhufe wird bald Bauland: Sie ist in städtischem Besitz. Wie die Maßnahme genau aussehen könnte, wird derzeit erörtert.
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Diese Grünfläche in Vorderhufe wird bald Bauland: Sie ist in städtischem Besitz. Wie die Maßnahme genau aussehen könnte, wird derzeit erörtert.

Ausschuss für Stadtentwicklung: Vorentwürfe zum Neubaugebiet Vorderhufe/Hoffnung.

Von Stephan Singer 

Zwei sogenannte Strukturvarianten mit Unterversionen präsentieren den städtebaulichen Vorentwurf für das Neubaugebiet Vorderhufe/Hoffnung. Ihnen gemein ist der prägende Anger als grünes Herzstück des Wohngebiets, der allerdings in Variante I in Süd-Süd-West-Ausrichtung oder in Variante II mit Ausrichtung nach Norden in Richtung der Ausgleichsfläche in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hoffnung ausgerichtet ist.

Letztere Variante habe den Vorteil, dass dabei die Anger-Ausrichtung für eine Verknüpfung des Wohngebiets zum Landschaftsraum sorgt, so die Planer. Allerdings: Bei dieser Variante fällt der Anger kleiner aus als bei der Süd-Süd-West-Ausrichtung. Das stellte Lukas Breil vom Dortmunder Planungsbüro „plan lokal“ auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr  vor.

So sieht eine der beiden Varianten für Vorderhufe aus, die ein Dortmunder Planungsbüro erarbeitet hat.

Der Planungsfachmann benannte ebenso erste Details, die sich aus dem Vorentwurf ergeben: Auf der insgesamt 5,4 Hektar großen Bruttobaulandfläche steht bei Variante I 3,9 Hektar Baulandfläche (insgesamt 152 Wohneinheiten, davon 93 Einfamilienhäuser) und bei Variante II 4 Hektar (168 Wohneinheiten, davon 96 Einfamilienhäuser) zur Verfügung. „Das ist das dichte Dorf“, kommentierte Lukas Breil die Entwurfsplanung für das Neubaugebiet angesichts der statistischen Werte von 28 Wohneinheiten pro Hektar (Variante I) und 31 Wohneinheiten pro Hektar (Variante II).

Das Gefälle auf dem Gelände ließe sich gut überbrücken, stellte Breil fest, denn beispielsweise Tiefgaragen unter den Mehrfamilienhäusern könnten so in die Hanglage gebaut werden, dass sie mit einer Seite oberirdisch, mit der anderen unterirdisch liegen.

Die einzelnen Unterversionen der beiden Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen im zwei Punkten: So ist eine den Anger umlaufende Straße mit Einbahnstraßenregelung genauso denkbar wie eine nur einseitig am Anger entlang führende Straße mit gegenläufigen Fahrtrichtungen. Ein weiterer Unterschied ergibt sich durch die Erschließung des Neubaugebiets für den Verkehr.

Entweder werden die beiden vorhandenen Zuwegungen, die das Areal im Norden und Süden umfassen, genutzt oder eine weitere von der L 157 etwa in der Mitte zwischen den beiden vorhandenen geschaffen.

So sieht die zweite der beiden Varianten für Vorderhufe aus, die ein Dortmunder Planungsbüro erarbeitet hat.

Auf Basis der weiterentwickelten Entwürfe startet das formelle Verfahren der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, wie der Ausschuss dem Stadtrat zur Beschlussfassung einstimmig empfahl. „Wir haben hier erst einmal nur eine schematische Darstellung“, betonte Thomas Marner. Obwohl dadurch nichts in Stein gemeißelt sei, zeigte sich der Technische Beigeordnete von den bisherigen Planungen für die Regenrückhaltung und -versickerung überzeugt: „Wir kalkulieren nicht mit einem 100- oder 200-jährigen Ereignis, sondern schaffen deutlich mehr Reserven.“

Jochen Bilstein (SPD) mahnte erneut ein Modell für die Vermarktung von finanzierbaren Wohnraum an: „Das hat die Verwaltung noch nicht hinreichend erarbeitet – Radevormwald hat aktuell so ein Modell entwickelt, das könnte ein Beispiel für Wermelskirchen sein.“ Dem entgegnete Marner: „Vielfalt und bezahlbare Vielfalt zählen. Ein System dazu ist bei der Kämmerei in Arbeit.“ Ein Kaufangebot eines Investors, der das gesamte Gebiet erwerben und vermarkten wollte, habe die Stadt bereits abgelehnt, um keine Einflussmöglichkeiten zu verlieren.

Stephan Theil (FDP) stellte in Frage, ob die im Entwurf vorgesehenen zwei Pkw-Stellplätze sowie 0,5 öffentliche Parkplätze pro Wohneinheit ausreichen würden. Die Zahl von 0,5 öffentlichen Parkplätzen pro Wohneinheit schätze er als „vernünftig, aber nicht zu hoch“ ein, sagte Marner.

Eine Überlastung der L 157 durch zusätzlichen Verkehr fürchtet Stefan Janosi (Grüne) und stellte fest: „An der Kreuzung Wielstraße/Dabringhauser Straße gibt es schon jetzt erhebliche Rückstaus.“ Es sei dringend ein Fahrradweg vom Neubaugebiet in die Innenstadt nötig.  

„Die Verkehrsdaten wird ein Gutachter errechnen und belegen“, kündigte der Technische Beigeordnete an und fügte hinzu: „Für mich ist sehr sicher, dass wir bei Fertigstellung des letzten Hauses noch keinen Radweg dort haben.“ In Bezug auf einen Fahrradweg an der L 157 meinte Tiefbauamtsleiter Harald Drescher: „Ich hoffe auf Planungsansätze, jedoch wissen wir alle, wie langwierig dieser Prozess an Landes- und Bundesstraßen ist nicht zuletzt wegen der Fragen des Grunderwerbs.“

Bebauungsplan

Hoffnung/Vorderhufe:Die Bauleitplanung für das Areal Hoffnung/Vorderhufe hat zum Ziel, die planungsrechtlichen Voraussetzung für die Entwicklung eines neuen Wohngebiets südlich der Innenstadt zu schaffen. Das Plangebiet umfasst insgesamt rund 9,5 Hektar, wovon die nördlich gelegene Ausgleichsfläche etwa 3,7 Hektar in Anspruch nehmen wird.

Bürgerbeteiligung:Zu Jahresbeginn hatte die Stadtverwaltung die Bürgerschaft im Rahmen eines nichtöffentlichen Anliegergesprächs sowie in einer öffentlichen Informationsveranstaltung in den Planungsstart informell einbezogen. Dieser Dialogprozess war damit dem laut Baugesetzbuch vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren vorgeschaltet.

„Wir wissen alle, wie langwierig
dieser Prozess an Landes- und Bundesstraßen ist.“

Harald Drescher (Tiefbauamt)
zu einem Radweg an der L 157

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