Konzert

Pilzkopf-Vollbedienung in der Kattwinkelschen Fabrik

Bei Rubber Soul saßen die Beatles-Songs wie immer perfekt.
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Bei Rubber Soul saßen die Beatles-Songs wie immer perfekt.

Bei Rubber Soul war die Stimmung wieder einmal blendend.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Gefühlt ist es eine Ewigkeit her, dass Rubber Soul in der Katt für die amtliche Pilzkopf-Vollbedienung gesorgt haben. Allerdings liegt der letzte Auftritt in Wermelskirchen nur knapp anderthalb Jahre zurück – im Sommer 2021 auf dem Rhombus-Gelände.

Aber schon bei den ersten Akkorden von „I Saw Her Standing There“, dem wunderbar gewählten Opener, denkt man bei sich – Frechheit, dass das schon so lange zurückliegt. Denn eigentlich müssen die Songs der „Fab Four“ viel öfter gespielt werden. Sie tun einfach gut – gerade in diesen so schweren Zeiten. „Wir machen das schon seit über 20 Jahren, aber es macht immer noch Spaß“, sagt Gitarrist Toto: „Ich hoffe, das merkt man auch ein bisschen!“

Ja, allen Vieren merkt man den Spaß an. Egal, wie die Songs heißen – seien es „Please Please Me“, „From Me To You“, „Can‘t Buy Me Love“ oder „Eight Days A Week“. Natürlich sind die Songs, die man eigentlich alle aufzählen müsste, weil sie musikalische Sternstunden sind, quasi Selbstläufer.

Zwei Stunden sind beiRubber Soul das Minimum

Aber da die Beatles seit dem 30. Januar 1969 nicht mehr live gespielt haben – und bereits zur Hälfte verstorben sind – ist man auf großartige Epigonen wie Rubber Soul angewiesen, um diese Pop-Perlen live hören zu können. Und Live ist eben  etwas ganz Anderes als die Tonkonserve abzuspielen. Energien, Spaß, gute Laune – das bekommt man nur im Konzert.

Allerdings muss man die vor allem harmonisch alles andere als simplen Songs natürlich auch beherrschen. Und an dieser Stelle kommt wieder die langjährige Erfahrung des Wermelskirchener Quartetts ins Spiel. Denn die Songs sitzen perfekt, sei es klassischer Rock‘n‘Roll wie „Roll Over Beethoven“ oder „I’m Down“, eine der wenigen Balladen im Set, nämlich „You‘ve Got To Hide Your Love Away“, die eher unbekannte Nummer „I‘m A Loser“ – oder eben die ganz großen Klassiker, wie „A Hard Day‘s Night“, „Yesterday“, „Baby, You Can Drive My Car“, „And She Said So“, „The Night Before“, „She Loves You“ oder „I Want To Hold Your Hand“. Letzteres übrigens wieder mit der letzten Strophe in charmantem Beatles-Deutsch und „Komm gib mir deine Hand“-Refrain.

Was auf der Bühne schon so sichtbar viel Freude und Spaß macht, überträgt sich auf das Publikum, das die Pause zwar sicherlich nötig hat, aber am liebsten weiter rocken würde. Aber gut, wie hat Toto es nach einer halben Stunde ausgedrückt: „Ein Beatles-Konzert wäre jetzt schon vorbei gewesen. Die hatten nur zehn oder elf Songs auf der Setlist.“

Das hätte man in der Katt allerdings gar nicht durchgehen lassen. Zwei Stunden sind da Minimum – und die Pause insofern dann doch ganz sinnvoll. Um sich ein wenig zu erholen. Und in der zweiten Hälfte Klassiker wie „Rock‘n‘Roll Music“, „Ticket To Ride“, „Nowhere Man“ oder „Help“ zu genießen.

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