Umstrukturierung

Pflegeberatung geht komplett an den Kreis

Sabine Salamon muss die Pflegeberatung abgeben und steckt nun mehr Stunden in die Seniorenberatung.
+
Sabine Salamon muss die Pflegeberatung abgeben und steckt nun mehr Stunden in die Seniorenberatung.

Sabine Salamon widmet sich nun ganz der Seniorenberatung.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Manche Auswirkungen von Bundesgesetzgebungen führen zu Auswirkungen, mit denen sich vor Ort niemand recht anfreunden will. So strukturiert der Rheinisch-Bergische Kreis als gesetzlicher Aufgabenträger die Pflegeberatung um. Damit ist in Wermelskirchen jedoch niemand recht zufrieden. Das bestätigen sowohl Bürgermeisterin Marion Lück und Sozialamtsleiterin Tanja Dehnen als auch die Vorsitzenden des Beirats für Menschen mit Behinderung und des Seniorenbeirats, Petra Sprenger und Werner Allendorf.

Wöchentliche Sprechstunde im Rathaus bleibt

Insbesondere die beiden Beiräte hatten sich dafür eingesetzt, dass die Senioren- und Pflegeberatung wie bisher in der Hand von Sabine Salamon verbleibt und idealerweise ausgebaut wird. Das ändert sich: Sabine Salamon wird als Verwaltungsmitarbeiterin die Seniorenberatung behalten, die Pflegeberatung übernimmt eine Mitarbeiterin des Kreises, wie die Kreisverwaltung im örtlichen Ausschuss für Soziales und Inklusion berichtete. „Immerhin bleibt eine wöchentliche Sprechzeit von vier Stunden vor Ort im Rathaus erhalten“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück. Die Gespräche mit der Kreisverwaltung seien intensiv gewesen: „Der Kreis ist aber unserer Forderung nach mehr Personal für die Pflegeberatung bislang nicht nachgekommen.“ Am liebsten hätte die Stadtverwaltung einen regelnden Vertrag inklusive Arbeitsstunden-Aufstockung mit dem Kreis geschlossen und die Aufgabe der Pflegeberatung selbst übernommen, skizziert Marion Lück den nicht erhörten Wunsch Wermelskirchens.

Während Sabine Salamon zuletzt ihre Vollzeit zu je 50 Prozent mit Senioren- und Pflegeberatung ausfüllte, wird sie zukünftig 100 Prozent in die Seniorenberatung stecken. Die beim Kreis angestellte Pflegeberatung ist mit einer 0,6-Stelle (etwa 23 Wochenstunden) unterwegs und soll nach der Konzeption des Kreises nicht nur die Sprechzeit im Rathaus an der Telegrafenstraße besetzen, sondern auch Termine bei den Ratsuchenden zuhause wahrnehmen.

Wie Marion Lück und Tanja Dehnen ausblicken, übernehme der Kreis mit der 0,6-Stelle den jetzigen Status der Aufgabe, die vor Jahren an die Kommune übertragen wurde: Aus ihrer Sicht reiche eine 0,6-Stelle nicht aus. Diese kritische Haltung gegenüber der Neustrukturierung der Pflegeberatung teilt Petra Sprenger, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung: „Ich sehe Probleme darin, dass die Beratung zukünftig nicht intensiv genug ist.“

Die Stationierung der Pflegeberatung ausschließlich in Bergisch Gladbach, die ebenfalls bei den Diskussionen zur Neustrukturierung zur Debatte gestanden habe, sei völlig indiskutabel: „Das Gros der Hilfesuchenden hat weder die Zeit noch die Mobilität für eine Fahrt in die Kreishauptstadt.“

Mit der derzeitigen Personalstundenzahl sei es weder für die Senioren- noch die Pflegeberatung getan, meint Petra Sprenger: „Über das jetzige Vorgehen des Kreises freuen sich ganz wenige. Die Kreisverwaltung wird aufgebläht anstatt direkt die Kommunen zu stärken – das kann es nicht sein.“ Und weiter: „Auf jeden Fall stellt die Umstrukturierung bei der Qualität keinen Sprung nach vorne dar.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
Gesamtschule: Konzept noch dieses Jahr
Gesamtschule: Konzept noch dieses Jahr
Gesamtschule: Konzept noch dieses Jahr

Kommentare