Pflege: Petition soll auf Missstand hinweisen

Peter Siebel kennt die Problematik aus seiner Arbeit. Foto:Roland Keusch
+
Peter Siebel kennt die Problematik aus seiner Arbeit.

Peter Siebel, Leiter der Diakonie, wirbt um Unterschriften

Von Anja Carolina Siebel

Aus Überzeugung teilte Peter Siebel, Vorsitzender der Diakonie Wermelskirchen, dieser Tage eine Petition. Von der er hofft, dass auch möglichst viele Wermelskirchener unterschreiben.

Die Petition starteten die Diakonie Düsseldorf und die Graf Recke Stiftung bereits im Dezember. Es geht um eine junge Kamerunerin, die eine einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin absolviert hat. „Sie würde sofort einen Arbeitsvertrag bekommen“, heißt es darin. Arbeiten dürfe die Kamerunerin in ihrem Beruf aber vorerst nicht. Das Aufenthaltsgesetz erlaube es nicht. „Unverständnis darüber herrscht bei der Graf Recke Stiftung und der Diakonie Düsseldorf. Schließlich wird qualifiziertes Personal in der Pflege dringend gebraucht: Wir können es uns also gar nicht leisten, dass motivierte Menschen wie die junge Frau einfach keine Arbeitserlaubnis bekommen“, heißt es weiter.

Die Initiatoren fordern den Bundestag deshalb dazu auf, durch rechtliche Änderungen zu beschließen, dass Pflegehilfskräfte unter den gleichen Voraussetzungen wie Pflegefachkräfte eingestellt werden können. Die Kamerunerin hat für sich eine Lösung gefunden.

Auch in Wermelskirchen gibt es Beispiele

Inzwischen mache die junge Frau noch eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. Aber das sei keine Lösung für alle: Denn viele können nicht drei Jahre lang ihren Lebensunterhalt finanzieren, erst recht nicht, wenn sie eine Familie ernähren müssen, und schon gar nicht in einer teuren Großstadt wie zum Beispiel Düsseldorf.

Peter Siebel kennt das Problem. Wenn auch nicht eins zu eins so, wie in der Petition beschrieben. „Im ambulanten Bereich können wir bei uns eher keine Geflüchteten aufnehmen, weil sie relativ schnell schon selbstständig und allein unterwegs sein müssen – und da gibt es ja häufig zu Anfang noch Sprachbarrieren.“

Der Leiter der Diakonie schildert aber einen anderen, ähnlichen Fall aus Wermelskirchen: „Wir haben eine sehr qualifizierte langjährige Mitarbeiterin mit rumänischen Wurzeln, die in ihrem Heimatland den Hauptschulabschluss nach Klasse neun und eine dreijährige Ausbildung im anderen Bereich absolviert hat“, berichtet Siebel. „Sie bekam trotz ihrer Qualifikation jahrelang nicht die Zulassung, bei uns arbeiten zu können oder eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu absolvieren. Mir erschließt sich das einfach nicht. Das widerspricht doch dem politischen Anspruch, die Missstände in der Pflege beheben zu wollen.“ Die bürokratischen Hürden seien einfach immer noch viel zu hoch. „Es gibt mit Sicherheit auch in vielen anderen Einrichtungen solche Beispiele“, vermutet Siebel. | Standpunkt

Petition:

https://t1p.de/5m3vb

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Schwerverletzte nach versuchtem Mord in Wermelskirchen
Drei Schwerverletzte nach versuchtem Mord in Wermelskirchen
Drei Schwerverletzte nach versuchtem Mord in Wermelskirchen
Sparkasse: Kundenbereich öffnet Ende Januar
Sparkasse: Kundenbereich öffnet Ende Januar
Sparkasse: Kundenbereich öffnet Ende Januar
Fußgängerin bei Autounfall schwer verletzt
Fußgängerin bei Autounfall schwer verletzt
Fußgängerin bei Autounfall schwer verletzt
Benjamin März schafft imposante Lego-Landschaften
Benjamin März schafft imposante Lego-Landschaften
Benjamin März schafft imposante Lego-Landschaften

Kommentare