Schwierig ist die Wasserversorgung

Patin pflegt Beete an den Bürgerhäusern

Stefanie Hauck schaut nach dem von ihr gepflegten Areal rund um die Bürgerhäuser am Loches-Platz. Foto: Peter Klohs
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Stefanie Hauck schaut nach dem von ihr gepflegten Areal rund um die Bürgerhäuser am Loches-Platz.

Stefanie Hauck kümmert sich seit Herbst um die Pflanzen.

Von Peter Klohs

An den beiden Bürgerhäusern auf der Straße Eich (Hausnummern 6 und 8), unweit der großen Baustelle am Loches-Platz, können aufmerksame Passanten einige Pflanzenbeete erkennen, in denen auch weniger bekannte Blumen- und Baumarten existieren. In verschieden großen Beeten wachsen unter anderem Narzissen, Magnolien, ein Glockenblumenbaum, Lavendel, Phlox, zwei Ahornbäume, Tränendes Herz, eine Traubeneiche. Dazwischen steht ein Denkmal, errichtet zum Andenken an die Schäfte- und Schuhindustrie in der Stadt. Die Wermelskirchenerin Stefanie Hauck hat sich dieses Areals im Zuge einer Patenschaft angenommen und pflegt die Beete ehrenamtlich.

Seit Herbst 2018, als die selbstständige Fotografin die Patenschaft übernahm, verzeichnet die Hobbygärtnerin viel Zuspruch. Allerdings zeigen sich im Laufe der Zeit auch Probleme. „Meine Mutter und ich hatten einen Schrebergarten“, erzählt Stefanie Hauck, „auf dem Weg dorthin kamen wir immer an den Bürgerhäusern vorbei. Die Beete vor und neben den Häusern sahen schon länger recht ungepflegt aus. Die Pflanzen wurden sichtbar auch nicht regelmäßig begossen. Meine Mutter wurde älter und wir mussten den Schrebergarten aufgeben. Da ich aber sehr gerne gärtnere und wusste, dass die Stadt Patenschaften für Pflanzenbeete, die von ihr nicht gepflegt werden können, anbot, habe ich die zuständigen Stellen angerufen und gesagt: Das Areal rund um die Bürgerhäuser möchte ich pflegen. Das fand die Stadt natürlich ganz nett.“ Bei der Neugestaltung des Straßenbereichs war zunächst eine externe Firma für die Pflege der Beete zuständig. Solches ist im Etat der Stadt aber nicht mehr vorgesehen.

Ein großes Problem rund um die Häuser ist die Beschaffung von Wasser. Stefanie Hauck hat einen personalisierten Schlüssel für die Bürgerhäuser und besorgt sich einen Eimer Wasser in der dortigen Toilette, was mühsame Schlepperei erfordert und sehr anstrengend ist. „Die Häuser stehen unter Denkmalschutz“, weiß die Fotografin, „so dass die Stadt an den Häusern keinen Wasserhahn anbringen kann.“

„Irgendwann möchte ich ja auch mal Urlaub machen.“

Stefanie Hauck, Hobbygärtnerin

Auf dem Gelände gibt es wohl einen kleinen Brunnen und auch eine Wasserleitung, die aber wohl defekt ist. „Ich weiß nicht, wer so etwas überprüfen kann“, sagt Hauck. Auch das Aufstellen einer Regentonne stelle keine optimale Lösung dar. „Was mache ich, wenn es mal drei oder mehr Wochen nicht regnet? Und man kann natürlich mit so einer Regentonne auch Schindluder treiben.“

Das nächste ungelöste Problem ist die Vertretung Stefanie Haucks. „Irgendwann möchte ich ja auch mal Urlaub machen und verreisen“, erzählt sie. „Eine Frau, die mich bisher unterstützt hat, zieht leider weg. Eine Ersatzperson, die sich um das Areal kümmert, wenn ich nicht in der Stadt bin, wäre wünschenswert.“ Die Anpflanzung resistenter Pflanzen, die gleichzeitig bienenfreundlich sind, ist Stefanie Hauck wichtig. „Die Beete sollen wirken wie ein typischer bergischer Garten, in dem die Blühzeiten der Pflanzen ineinander übergehen.“

Einer ihrer absoluten Favoriten ist der Storchenschnabel, eine sehr anspruchslose Pflanze. „Da können selbst Hunderte Kirmesbesucher reintreten“, weiß Hauck, „und trotzdem kommt die Pflanze nach drei Wochen wieder.“ Passanten und Anwohner haben Stefanie Hauck angesprochen, ob sie nicht auch die Pflege der angrenzenden Verkehrsinseln übernehmen könnte. „Im Prinzip wäre das möglich“, sagt die Fotografin, „aber dazu müsste natürlich die Stadt das Okay geben.“ Und einige begeisterte Helfer und etwas Kleingeld bräuchte sie dazu auch. „Es wäre schon ein Traum, dass die Verkehrsinseln eine schöne Bepflanzung erhalten. Man könnte Blumenzwiebeln setzen, Narzissen und Tulpen vielleicht. Und den Storchenschnabel. Von der Pflege her besehen hat man dann Ruhe“, sagt Hauck. | Standpunkt

Bürgerhäuser

Die beiden Häuser Eich 6 und 8, die sogenannten Bürgerhäuser, werden seit 2009 hauptsächlich von der Musikschule Wermelskirchen benutzt. Das Haus Eich 8 wurde 1763 vom Zollpächter Adolph Schmidt erbaut. Im Areal rund um die Bürgerhäuser pflegt die Wermelskirchener Fotografin Stefanie Hauck einige Beete. Die Wasserbeschaffung auf dem Gelände ist ein Problem. Stefanie Hauck wünscht sich dringend eine Ersatzfrau oder einen Ersatzmann, wenn sie mal nicht in der Stadt ist.

stefanie-hauck.de

Standpunkt: Ein Hahn könnte helfen

Von Markus Schumacher

markus.schumacher@rga.de

Ein schönes Beispiel für ehrenamtliches Engagement gibt Stefanie Hauck. Sie wohnt in Sichtweite und hat schon im Herbst 2018 die Patenschaft für die Beete an den Bürgerhäusern übernommen. Daher hat sie auch schon Kontakt aufgenommen zu dem Bauherren, die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG, die derzeit auf dem Loches-Platz Geschäftshäuser mit Praxen und Büros bauen lässt. Und der Bauherr wolle auch das Areal, welches Hauck pflegt, noch selbst neu gestalten. Nach ihrer Information will er nicht nur den kleinen Platz rechts der Bürgerhäuser (wo auch das „Loches-Platz“-Schild steht), sondern auch das Areal zwischen Bürgerhäusern und Debeka neu gestalten. Nun fürchtet sie ein wenig um die Früchte ihrer Arbeit. Denn von „ihren“ Beeten würden Passanten immer wieder Fotos machen, weil sie so schön seien. Vielleicht lässt sich mit dem Neubau ja auch das Wasserproblem lösen: Ein nach außen verlegter Hahn könnte der Patin viel Schlepperei ersparen. Auch eine Urlaubsvertretung hätte es dann leichter – und wäre wohl auch leichter zu finden.

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