Senior ist entsetzt

Dialyse-Patienten müssen wohl bis Oktober nach Remscheid fahren

Die Dialysestation im Wermelskirchener Krankenhaus schließt vorübergehend.

Von Udo Teifel

Wermelskirchen. Das Entsetzen ist aus seiner Stimme herauszuhören, auch wenn er sich ein wenig beruhigt hat. Karl Kronner (85), Bewohner des Seniorenzentrums Haus Vogelsang, ist in einem Telefonanruf darüber informiert worden, dass er nun nicht mehr wie gewohnt in die Dialysestation ins örtliche Krankenhaus fahren kann, sondern nach Remscheid muss. Im Krankenhaus Wermelskirchen hat das MVZ Diavorum Remscheid einen Standort. Dreimal in der Woche steuert der Wermelskirchener Senior die Dialysestation an.

Gründe waren nicht genannt worden, er erhielt aber den gleichen Dialysetermin am – aber eben in Remscheid. „Ich kann da noch selbst hinfahren, aber was ist mit anderen Patienten, die diese Wohnortnähe geschätzt haben und nicht so mobil sind?“

Schon vor ein paar Wochen standen Dialysepatienten samstags vor verschlossener Tür an der Königstraße. „So kann man doch nicht mit uns umgehen“, sagt der Wermelskirchener. „Dialyse ist eine lebensverlängernde Maßnahme.“ Diaverum ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Anbieter von medizinischer Behandlung für nierenkranke Menschen. Es gibt über 400 Zentren in 22 Ländern auf vier Kontinenten. In Deutschland gibt es 17 Standorte und 500 Mitarbeiter, koordiniert von neun Zentren. Eins ist in Remscheid.

Kronner hat dann erfahren, dass Diaverum wohl kein Personal habe, um den Standort in Wermelskirchen zu betreiben. Laut den Informationen von Kronner solle die Dialysestation an der Königstraße bis Oktober geschlossen bleiben.

Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Chefarzt Dr. Volker Launhardt, kennt den genauen Sachverhalt nicht. „Ich bin heute Mittag um Rückruf gebeten worden, habe aber noch mit niemandem sprechen können.“

Eine Reaktion der beteiligten Einrichtungen steht derweil noch aus.

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