Busbahnhof

Parkplätze sind nicht nutzbar

Mit behelfsmäßig aufgestellten Baken will die Stadt das Parken in den Buchten an der Thomas-Mann-Straße gegenüber der Kreuzstraße verhindern.
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Mit behelfsmäßig aufgestellten Baken will die Stadt das Parken in den Buchten an der Thomas-Mann-Straße gegenüber der Kreuzstraße verhindern.

Sperrungen in der Thomas-Mann-Straße: Linienbusse brauchen Platz zum Abbiegen.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Peter Hasse hat wenig Verständnis für die Situation. Der 77-jährige Wermelskirchener muss regelmäßig in die Thomas-Mann-Straße, weil er dort Physiotherapie-Termine wahrnehmen muss. Gut zu Fuß ist er nicht mehr – also ist für ihn ein Parkplatz in der Nähe wichtig. „Mindestens seit dem Frühjahr ist die Parkbucht für etwa vier Autos nicht nutzbar“, moniert Peter Hasse. „Und es tut sich nichts.“ Dabei seien die Parkplätze dringend benötigt: „Ich kann ja eine vorübergehende Sperrung verstehen, wenn dort denn auch tatsächlich gearbeitet wird.“

Auch Daniel Esser fragt sich, was die anhaltende Sperrung soll. Er bringt regelmäßig seine Kinder ins „Sport-Karree“ zum Training beim Judo-Club Wermelskirchen und würde dafür gerne die vorhandenen Parkplätze nutzen, die im Zuge des Busbahnhofs-Umbaus entstanden sind. Der Busbahnhof war in einem ersten Bauabschnitt in 2015/16 umgebaut worden, ein zweiter Bauabschnitt folgte in 2018.

Auf Anfrage bestätigt der Technische Beigeordnete der Stadt Wermelskirchen, Thomas Marner, was bereits seit Monaten bekannt ist: „Die Fläche dieser Parkplätze wird benötigt, damit die Linienbusse abbiegen können.“ Hintergrund sei die sogenannte Schleppkurve – also die Fläche, die von den Außenkanten des Fahrzeugs beim Abbiegevorgang überschritten werde. „An dieser Stelle überschleppt der Bus den eigentlich zur Verfügung stehenden Bereich“, erläutert Marner. Denn: Die Busse biegen aus der Kreuzstraße in Richtung Busbahnhof ab. Daher ist der Winkel extrem spitz. Das wird verursacht durch die langgezogene Verkehrsinsel in der Fahrbahnmitte.

Andere Streckenführungen für Busse haben dasselbe Problem

„Perspektivisch wollen wir die Mittelinsel umbauen, um dieses Problem zu beheben“, blickt Thomas Marner aus, ohne eine zeitnahe Umsetzung versprechen zu wollen: „Wir arbeiten daran. Aber der Aufgabenträger – in diesem Fall der Rheinisch-Bergische Kreis – muss dem Vorhaben zustimmen.“

Von einer Fehlplanung bei der Sanierung könne nicht gesprochen werden, schätzt der Beigeordnete ein: „Die Linienführung der Busse verlief ja mal anders – nämlich über den Brückenweg. Das war aber vollkommen blödsinnig. Eben genau wegen der Schleppkurven.“ Denn im Bereich auf und um den Brückenweg gebe es noch mehr spitze und enge Kurven, die die Linienbusse durchfahren müssten.

Auslöser des Ungemachs waren Beschwerden von Anwohnern des Brückenwegs über die Linienführung des Schnellbusses (SB) 24, der am 12. Dezember 2021 seinen Betrieb aufnahm. Mit der Einführung des Angebotes durch den Kreis fuhren die Busse in Richtung Busbahnhof über den Brückenweg. Engpässe waren da beispielsweise die Kurve zur Telegrafenstraße. Aber auch auf dem Brückenweg war durch die Mittelinseln und die Fahrradspur nicht viel Platz.

Die Stadtverwaltung zeigte sich wenig begeistert. Der Kreis hatte ohne Rücksprache mit der Stadt nicht nur den Bus eingesetzt, sondern auch die Fahrstrecke festgelegt. Ziel des SB 24 war der Steig G des Busbahnhofs an der Thomas-Mann-Straße.

Um diese unbeliebte Linienführung zu ändern, fiel die Entscheidung, drei Parkplätze mit Baken zu sperren. Dadurch kann seither der Gelenkbus einen größeren Kurvenradius fahren und kommt an der Mittelinsel vorbei.

Der Linienbus SB 24 kommt aktuell von Hilgen über die Dellmannstraße, biegt am AJZ Bahndamm in die L 409 und dann rechts ab in die Remscheider Straße und fährt danach über die Bahnhof- und Kreuzstraße. Am Ende der Thomas-Mann-Straße geht es auf die Umgebungsstraße. Nächster Halt Hilgen.

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