Pfingstmontag

Ostermarsch gegen den Ukraine-Krieg

Thomas Wintgen (rechtes Foto u.l.) und Armin Himmelrath (rechts unten) organisieren den Ostermarsch 2022 mit den drei Musikern (l. u.). Die alten Fotos (oben) werden im Haus Eifgen ausgestellt. Fotos: Armin Himmelrath, „The Good, The Bad, Der Geiger“. Susanne Koch
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1986 startete der erste Ostermarsch.

Kirchen, Parteien und Organisationen rufen am Pfingstmontag zur Friedensdemonstration auf.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Die kleine Fahne mit der Friedenstaube – weiß auf blauem Grund – hat der Bildungsjournalist Armin Himmelrath in seinem Archiv gefunden. Und auch noch Ankündigungen für Friedensaktivitäten Anfang der 80er Jahre. „Mit diesen Utensilien werden wir am Ostermontag im Haus Eifgen eine kleine Ausstellung gestalten“, sagt Thomas Wintgen von der Kulturinitiative Wermelskirchen. Hintergrund: Am Ostermontag um 15 Uhr startet der erste Ostermarsch seit 1986 am Schwanenplatz

Die historischen Fotos werden im Haus Eifgen ausgestellt.

Entstanden ist diese Initiative aus Protesten gegen die Demonstrationen der Spaziergänger. „Als die Russen dann aber in der Ukraine einmarschiert sind, war das kein Thema mehr für uns“, sagt Thomas Wintgen. „Sehr schnell haben sich – an der Spitze Bürgermeisterin Marion Lück und ihre beiden Stellvertreter Stefan Leßenich und Norbert Galonska – engagierte Menschen zusammengefunden, die diese Friedensinitiative unterstützen“, sagt Armin Himmelrath. „Weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sind herzlich willkommen.“

Es waren wechselnde Themen, die die Menschen auf die Straße brachten.

Norbert Galonska, stellvertretender Bürgermeister
Thomas Wintgen (links) und Armin Himmelrath organisieren den Ostermarsch 2022 mit den drei Musikern.

Um 15 Uhr geht’s los am Schwanenplatz. Armin Himmelrath wird die Menschen begrüßen. Und der Posaunenchor wird zwei Friedenslieder spielen. Dann gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam zum Rathaus. Der stellvertretende Bürgermeister Norbert Galonska (SPD) wird die Kundgebungsteilnehmerinnen und Teilnehmer am Rathausplatz begrüßen. „Ich werde etwas aus der Historie der Ostermärsche erzählen, die Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre begannen“, erklärt Norbert Galonska.

„Es waren wechselnde Themen, die die Menschen auf die Straße brachten: die atomare Aufrüstung, die Notstandsgesetze, der Vietnamkrieg, die Aufrüstung im Osten mit den SS 20 Mittelstreckenraketen und im Westen mit den Pershing-II-Raketen und Cruise-Missile-Marschflugkörpern.“ Er sagt, dass es jedes Jahr mehr Menschen sein könnten, die gemeinsam für Frieden auf die Straße gehen. „Wir vergessen ganz den schrecklichen Krieg im Jemen, die kriegerischen Handlungen in Mali und in anderen afrikanischen Staaten“, betont er. Auch am Rathausplatz wird der Posaunenchor Lieder spielen.

Und dann geht es gegen 16 Uhr weiter über die Carl-Leverkus-Straße, die Taubengasse, die Hüpp-Anlagen, am Quellenbad vorbei zum Haus Eifgen. „Hier wird Pastor Manfred Jetter eine kurze Ansprache halten“, sagt Armin Himmelrath. Dann gebe es Gemüsesuppe für alle.

Horst Kläuser hat von 2002 bis 2007 aus Russland berichtet

Der WDR-Journalist Horst Kläuser, der von 2002 bis 2007 aus Moskau berichtet hat, wird gegen 17.45 Uhr das Mikrofon übernehmen“, sagt Thomas Wintgen. „Er wird mit den Musikern, Misha Nodelman und Konstantin Gutman aus Russland und Oleksiy Velychko aus der Ukraine, ein Gespräch führen. „Horst Kläuser hat mir erzählt, wie nahe ihm der Krieg in der Ukraine geht“, sagt Thomas Wintgen. „Er kennt die ganze Gegend aus eigener Anschauung.“

Die Musiker „The Good, The Bad, Der Geiger“.

Gegen 18.30 Uhr ist das Konzert der drei Musiker geplant, die sich „The Good, the Bad und Der Geiger“ nennen. „Wir wollen mit unserem Zusammenspiel die Ukraine unterstützen“, sagt Misha Nodelmann, der in St. Petersburg geboren wurde. Alle drei betonen: „Dem Bösen muss man widerstehen. Jeder muss es tun, da wo er ist, mit allem, was er kann, sonst breitet sich das Böse aus. Wir tun es. Wir stehen auf gegen den Krieg!“ Sie werden auch Projekte in der Ukraine vorstellen, wofür sie Spenden sammeln.

„Im Gespräch sind 500 Menschen, die kommen wollen“, sagt Armin Himmelrath. „Wir freuen uns aber auch, wenn es 300 sind.“ Kinder und Jugendliche seien natürlich auch herzlich eingeladen. „Sie können gerne Plakate malen und basteln“, sagt Armin Himmelrath. „Wie natürlich alle Erwachsenen auch.“

Unterstützer

Unter den Unterstützern ist die Initiative Willkommen in Wermelskirchen, die christlichen Gemeinden, katholische und evangelische, die Parteien, außer der AfD, der CVJM Wermelskirchen, Treffpunkt Hoffnung e. V., der ADFC Wermelskirchen-Burscheid, der Bergische Geschichtsverein, Bergische Zeitgeschichte e. V., die IG Metall, das Jugendcafé am Markt, Rollrausch, die Kulturinitiative Wermelskirchen sowie der Verkehrs- und Verschönerungsverein Wermelskirchen.

Standpunkt: Rückkehr nach 36 Jahren

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Der letzte Ostermarsch in Wermelskirchen fand 1986 statt. Das ist 36 Jahre her. Dabei befinden wir uns längst wieder in einer Aufrüstungsspirale. Und mit Putin zeigt sich ein Herrscher in Russland, der sich und seinem Volk seine eigene Agenda schreibt. Und die richtet sich auf erschreckende und fürchterliche Weise gegen die Ukraine. Es ist schon lange Zeit, für Frieden und gegen Kriegshandlungen auf die Straße zu gehen. Und das nicht nur für den Frieden in der Ukraine, sondern auch für alle anderen Krisen-und Kriegsgebiete auf dieser Welt. Die Wermelskirchener zeigen jetzt, dass es eine breite Mehrheit geben kann, die gemeinsam am Ostermontag auf die Straße gehen will. Sie will sich für die sofortige Wiederherstellung des Friedens zwischen der Ukraine und Russland einsetzen. Aufgerufen sind alle Menschen: Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Atheisten, Politiker, Geschäftsleute, Arbeiter, Angestellte, Schüler, Lehrer, Hausfrauen, Musiker, Handwerker, Pfarrer, Geimpfte und Ungeimpfte, Junge und Alte. Auch wenn jetzt immer mehr Menschen nach Waffen schreien, Frieden auf Dauer kann man nie so schaffen.

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