Osteopathie bietet neue Blickwinkel

Alexander Szebeni, selbstständiger Osteopath in der Praxis Physio Admiraal, will nicht nur Symptome behandeln, sondern ihre Ursachen finden. Foto: Stephanie Licciardi
+
Alexander Szebeni, selbstständiger Osteopath in der Praxis Physio Admiraal, will nicht nur Symptome behandeln, sondern ihre Ursachen finden.

Physiotherapeut Alexander Szebeni über alternative Behandlungsmöglichkeiten

Von Stephanie Licciardi

In den Räumen der Praxis Physio Admiraal geht es an diesem Nachmittag ruhig zu. Vereinzelte Patienten führen ihre Übungen im Trainingsraum durch. Alexander Szebeni ist ein Teil des Teams von Physio Admiraal. Der ausgebildete Physiotherapeut und Heilpraktiker hat sich neben seiner Tätigkeit der Osteopathie verschrieben. „Ich wollte schon immer einen Beruf ergreifen, bei dem ich viel Umgang mit Menschen habe, als reiner Büromensch habe ich mich nie gesehen.“

„Osteopathie ist weit mehr als Hokuspokus.“

Alexander Szebeni, Physiotherapeut und Osteopath

Nach Abitur und Grundwehrdienst schlug er den medizinischen Weg ein und ließ sich zum Physiotherapeuten ausbilden. Der Berufsweg sei ihm in die Wiege gelegt worden, sagt der junge Therapeut, denn seine Mutter ist Ärztin.

Schon während der Ausbildung hatte Alexander Szebeni Berührungspunkte mit dem osteopathischen Zweig. „Bei der Osteopathie geht es um ein gutes Verständnis von Anatomie und funktionellen Zusammenhängen vom Bewegungsapparat, den Organen und dem Nervensystem“, erklärt er. „Mich fasziniert hierbei das Helfen mit den Händen und welchen Einfluss kleinste und feinste Bewegungen haben können.“

In der Praxis in der Friedhofstraße 4 b ist er als Physiotherapeut angestellt und praktiziert nebenher auf selbstständiger Basis als Osteopath. Alexander Szebeni hat eine klare Haltung zu seinem Beruf: „Osteopathie ist weit mehr als Hokuspokus. Es ist auch keine Glaubensfrage, jedoch muss der Patient sich selbstverständlich auf die Behandlung einlassen wollen, damit beste Ergebnisse erzielbar sind. Auch das Vertrauen zum Therapeuten spielt dabei eine Rolle.“ Wo früher Physiotherapie klassisch im Krankenhaus praktiziert wurde, werden heute auch Akutpatienten direkt behandelt.

Dabei eignet sich die Osteopathie besonders für Patienten mit chronischen Beschwerden. Der Grundgedanke dabei ist, nicht nur das Symptom zu behandeln, sondern die Ursache des Problems zu erkennen. Einfach gesagt: Wer ist die Geisel und wer der Geiselnehmer? Es geht darum, eine Harmonie im menschlichen Körper herzustellen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. „Auch wenn wir versuchen, unsere Therapie wissenschaftlich zu belegen, ist und bleibt zu betonen, dass bis jetzt noch nicht jeder Ansatz in der osteopathischen Behandlung belegt werden konnte.“

Die Behandlungen sind für jede Zielgruppe geeignet; auch für Schwangere und Säuglinge. Maximal drei Sitzungen bietet Szebeni an, wobei zu Beginn eine umfassende Anamnese zielführend ist. In diesem Zeit-raum sollte sich eine Veränderung einstellen. Allgemein seien der Bedarf und die Nachfrage für Physiotherapie und Osteopathie in den letzten Jahren gestiegen.

Die Corona-Pandemie hat die Praxis zum Glück kaum getroffen. Ein Patient von Alexander Szebeni vertrat die Meinung, er habe mehr Angst vor Schmerzen als vor dem Coronavirus, und nahm weiterhin die Behandlungen in Anspruch. „Wir haben die Hygienebedingungen nochmals verbessert. So konnten wir unsere Behandlungen weiterhin anbieten, natürlich unter den gängigen Auflagen.“

Der Therapeut ärgert sich, dass in der Gesellschaft oftmals die verbreitete Meinung herrsche, bei jedem Wehwehchen ein Pillchen einzuwerfen, helfe. „Medikamente können die Symptome zwar lindern, nicht aber die Ursache.“

Eine Verantwortung sieht der gebürtige Remscheider auch bei den Patienten. In Pandemie-Zeiten sollten die Menschen sich trotzdem an der frischen Luft bewegen und sich nicht zu Hause einigeln. „Dem Patienten zu raten, ,Tu dies nicht, tu das nicht‘, also um Verbote, geht es nicht“, sagt der Osteopath. „Ein paar Bewegungsübungen und eine gesündere Ernährung können schon helfen.“

Hintergrund

Die Osteopathie ist eine eigenständige Form der Medizin. Vor 140 Jahren entwickelte der US-amerikanische Arzt Andrew Taylor Still die Behandlungsform, deren Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgt. Bei dem rein manuellen Therapie- und Behandlungskonzept geht es darum, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren sowie Ursprünge für chronische Beschwerden und Krankheiten zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Verein stemmt die Sanierung seiner Plätze selbst
Verein stemmt die Sanierung seiner Plätze selbst
Verein stemmt die Sanierung seiner Plätze selbst
Was macht eigentlich  . . .
Was macht eigentlich . . .
Was macht eigentlich . . .
Dabringhauser Freibad öffnet am Dienstag
Dabringhauser Freibad öffnet am Dienstag
Dabringhauser Freibad öffnet am Dienstag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare