Personalmangel

Ortspolitiker streiten um Hallenbad-Zukunft

Das Hallenbad hat zurzeit immer öfter geschlossen. Wie die Stadt mitteilt, aus Personalmangel.
+
Das Hallenbad hat zurzeit immer öfter geschlossen. Wie die Stadt mitteilt, aus Personalmangel.

Der Personalmangel schränkt den Betrieb des Bades ein– Sport-Ausschuss diskutiert Öffnungszeiten-Modelle.

Von Stephan Singer

Die Reduzierung der Öffnungszeiten im Hallenbad sei bedauerlich, aber derzeit nicht anders umsetzbar, konstatierte Bürgermeisterin Marion Lück im Sportausschuss. Die Verwaltung habe mit der derzeitigen Öffnung des Quellenbades an fünf Tagen in der Woche und zusätzlich dem Samstag speziell für Vereine das maximal Machbare auf die Beine gestellt. Die Behauptung, dass sich nicht genug um Personal gekümmert werde, empfinde sie als „unverschämt“.

Zuletzt habe Krankheit zu Engpässen geführt

Kevin Felten (FDP) hatte zuvor von einer „eklatanten Situation“ beim Hallenbad gesprochen: „Das Argument Krankenstand zieht sich durch wie ein roter Faden.“ Die andauernden Änderungen der Öffnungszeiten hätten in den vergangenen Wochen für 13 Änderungsinformationen gesorgt: „Was ist hier los? Das ist unter aller Kanone und lässt sich Bürgern nicht vermitteln. Unklare Öffnungszeiten sind auf Dauer das Ende eines jeden Betriebs. Dann muss man konsequent sein und das Hallenbad schließen, was aber niemand will.“

Zur Personalsituation erläuterte Andreas Voß vom Amt für Jugend, Bildung und Sport und unter anderem für das Quellenbad zuständig: „Seit Mitte des Jahres sind zwei Kräfte weg, und wir kriegen diese Stellen nicht neu besetzt.“ Zuletzt habe ein Krankenstand für Einschränkungen der Öffnungszeiten gesorgt, aber: „Das normalisiert sich bald.“

Der Markt für Fachkräfte im Hallenbadbereich sei überall leer gefegt, es habe sich niemand auf die Stellenausschreibungen der Stadt beworben, sagte Bürgermeisterin Marion Lück: „Die Probleme, die wir mit den Öffnungszeiten im Quellenbad haben, liegen eindeutig am Fachkräftemangel. Man muss auch feststellen, dass diese Kräfte generell einfach nicht gut bezahlt werden.“

Das Finden von Mitarbeitern für Hallenbäder komme einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich: „Wir hatten das Glück, dass wir vorübergehend zwei Mitarbeiter aus Leichlingen holen konnten, weil deren Hallenbad von der Hochwasser-Katastrophe betroffen war.“ Diese beiden Fachkräfte seien an ihren eigentlichen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Bei insgesamt sechs Stellen im Wermelskirchener Hallenbad machten zwei fehlende Mitarbeiter ein Drittel aus – komme dann noch ein Krankheitsfall hinzu, werde es sehr eng.

Darauf, dass das Hallenbad zur Zeit nicht an Samstagen und Sonntagen für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, hob Norbert Galonska (SPD) ab: „Ich würde erwarten, dass man mit den Öffnungszeiten Schwerpunkte am Wochenende setzt, damit Familien schwimmen gehen können.“ Galonska regte an, zwei Mal wöchentlich das werktägliche Frühschwimmen zu streichen, um freie Personalstunden für das Wochenende zu haben: „Und das Schul- und Vereinsschwimmen müsste doch mit einer Kraft auskommen, weil die eigene Betreuer mitbringen.“ Ein weiteres Modell, das schon in Zeiten von Corona-Beschränkungen umgesetzt wurde, brachte Andreas Voss in die Debatte ein: „Öffnungszeiten im Wechsel: Eine Woche Frühschicht, eine Woche Spätschicht.“ Dennoch müsse klar sein: „Irgendeinen Hallenbadnutzer wird es immer treffen – egal, wie man entscheidet.“ Lars Hartmann (Bürgerforum) und selbst regelmäßiger Schwimmer im Quellenbad sah keinerlei Bedarf für Änderungen: „Es muss weiter nach Personal gesucht werden, aber die jetzigen Öffnungszeiten passen erst einmal.“ Der Sportausschuss-Vorsitzende Karl-Heinz Wilke (CDU) resümierte: „Die Verwaltung wird über die Anregungen nachdenken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Kreisverwaltung plant 91 neue Stellen
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Dhünn erhält seinen vorweihnachtlichen Treff zurück
Wettbewerb sucht Gesangstalente
Wettbewerb sucht Gesangstalente
Wettbewerb sucht Gesangstalente
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel
Hündin Lara ist eine wilde Hummel

Kommentare