Neue Arztpraxis

Onkologin versorgt Patienten rundum

Dr. Dilek Kalkan (l.) mit ihrem Team Anke Cebulla, Marie Roye, Digdem Dölga (v.l.) und Barbara Müller (vorne). Foto: Roland Keusch
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Dr. Dilek Kalkan (l.) mit ihrem Team Anke Cebulla, Marie Roye, Digdem Dölga (v.l.) und Barbara Müller (vorne).
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Dr. Dilek Kalkan (41) hat eine Praxis an der Telegrafenstraße eröffnet. Sie bietet Chemotherapien und Palliativversorgung an.

Von Anja Carolina Siebel

Eine positive Nachricht, vor allem für Krebspatienten: Wermelskirchen hat eine eigene onkologische Praxis. Seit Januar gehören Dr. Dilek Kalkan (41) die Räume der ehemaligen radiologischen Praxis in der Telegrafenstraße 25-27. Seit April betreut sie als Fachärztin für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin dort bereits Patienten.

Standpunkt von Anja Siebel

Dilek Kalkan wusste schon früh, wo ihre Berufung liegt. „Ich habe mit fünf Jahren schon mit der Stricknadel meiner Oma symbolisch Rezepte geschrieben“, erzählt die 41-jährige Medizinerin lachend. Inzwischen hat die Mutter von zwei Kindern mit Wohnsitz in Bergisch Gladbach eine steile medizinische Karriere hingelegt: Nach dem Studium 13 Jahre am Klinikum Leverkusen, dann in Helmstedt Ausbildung in Hämatoonkologie und Palliativmedizin. Später war sie Chefärztin und Ärztliche Direktorin am Helios-Klinikum Herzberg (Harz). In einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) bot sie dort die ambulante Versorgung von Krebspatienten an.

Ihre Familie war es letztlich, die die Ärztin wieder ins Bergische zurückführte. „Mein Mann wollte gern in unserer Heimat Bergisch Gladbach bleiben. So hat sich die Idee mit der Praxis entwickelt“, erzählt Kalkan.

Auf über 410 Quadratmetern bieten Kalkan und ihr Team aus vier erfahrenen Assistentinnen plus einer Auszubildenden ab September das gesamte Spektrum moderner Diagnostik und Therapie sämtlicher Blut- und Tumorerkrankungen an – einschließlich der Früherkennung und Nachsorge.

Zum Beispiel gehören Tumorbiologische Untersuchungen und Gentests zur modernen Labordiagnostik. Bildgebende Verfahren wie PET/CT- Diagnostik oder Ganzkörper- MRT stellen Technologien dar, die detailgenau Aufschlüsse über den Krankheitszustand der Patienten liefern.

Individuelle Behandlung ist der Ärztin wichtig

Eine Art Tagesklinik gehört ebenfalls dazu: Einzelzimmer mit Patientenbetten, in denen die Menschen während der Chemotherapie beispielsweise fernsehen oder lesen können.

In einer speziellen Patientenküche können sich die Patienten selbst etwas zu essen zubereiten; hochkalorische Joghurts oder Puddings stehen immer bereit – für jene, die eigentlich essen müssten, aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht so viel Appetit haben.

ONKOLOGIE

SCHNITTSTELLE Die Praxis KHOPP sieht sich als Schnittstelle für die Weiterbehandlung bei anderen Fachärzten und koordiniert für die Patienten erforderliche Termine, knüpft Kontakte zu Selbsthilfegruppen und berät für die weitere Lebensplanung.

KONTAKT Telegrafenstraße 25-27 Wermelskirchen, Tel. (02196) 88 99 40 oder per E-Mail: info@khop-rbk.de.

„Man kann immer etwas für die Menschen tun, egal, wie krank sie sind“, ist das Credo, das Dr. Dilek Kalkan eisern vertritt. Entsprechend behandelt sie individuell. „Ich nehme mir zu Beginn der Behandlung immer eine Stunde Zeit“, sagt sie. Viele sind schwerstkrank, einige so, dass sie eine verkürzte Lebenszeit haben. Dilek Kalkan ist ehrlich mit ihren Patienten. Aber auch nur so ehrlich, wie die es verkraften können: „Man spürt mit der Zeit, was der Patient wann an Wahrheit verträgt. Aber das sage ich ihm dann auch.“

Die palliative Versorgung sollte ihrer Meinung nach schon mit Beginn der Therapie einsetzen – und nicht erst, wenn die therapeutischen Möglichkeiten erschöpft sind. „Es geht um Lebensqualität“, unterstreicht die Medizinerin. Um die zu gewährleisten, haben sie und ihr Team viele Möglichkeiten: wirksame Mittel gegen Übelkeit oder andere Nebenwirkungen der Chemotherapien, beispielsweise. Aber auch ambulante Morphiumgabe unter strenger Aufsicht, damit dem Patienten ein Krankenhausaufenthalt erspart bleibt.

Regelmäßig nimmt Kalkan an den Tumorkonferenzen im Wermelskirchener Krankenhaus teil, kann das künftig auch von einem Konferenzraum in den eigenen Praxisräumen aus – online. „Man kann alles schaffen, wenn man es nur will“, ist die Ärztin überzeugt. » Standpunkt

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