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Autor Olaf Link recherchiert im Bergischen

OLaf Link schreibt Bücher über das Bergische Land.
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OLaf Link schreibt Bücher über das Bergische Land.
  • Susanne Koch
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Solinger Sozialarbeiter schreibt Märchen über einen armen Burschen aus Wermelskirchen.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Olaf Link schreibt und schreibt. Und schreibt. Erst recht seitdem der Sozialarbeiter seit Dezember 2020 pensioniert ist und noch mehr Zeit für seine Leidenschaft übrig hat. Er schreibt über Sitten und Gebräuche im Bergischen Land, aber auch Kunstmärchen wie das, das er „Der arme Bursche aus Wermelskirchen“ genannt hat und das mit den folgenden Worten beginnt: „Ein armer Bursche führte seines Vaters drei Schafe einst auf eine Wiese bei Wermelskirchen. Während die Tiere grasten, saß er auf einem Hügel und spielte auf seiner Flöte, als er ein schönes Mädchen erblickte, das Blumen pflückte. ‚So allein?‘, sprach er zu ihm. . .“

Das Märchen ist in dem Band „Burger Brezelmärchen“, das 2021 bei Ratio-Books erschienen ist, abgedruckt. Der Band wurde von der Solingerin Rosah Sahin bebildert. „25 Bücher sind inzwischen gedruckt worden“, sagt Olaf Link. „Das erste Buch über die Geschichte des Kaffees und der Kaffeetafel ist 2003 im RGA-Verlag erschienen.“

Geschichte und besonders Regionalgeschichte habe ihn schon immer interessiert. „In der Volksschule Meigen, da war ich wohl sieben oder acht Jahre alt, haben wir in einem Lehrbuch die Darstellung von einem Jungen gesehen, der in einem Bergwerk eine Lore zog, das war ein Schlüsselerlebnis für mich, ein Kind, das arbeiten muss, das hat mich nicht mehr losgelassen.“ Er habe sich damals vorgestellt, dass er so hart arbeiten müsse.

Bis zu Pandemie-Beginn habe er auch immer im Bergischen Land Vorträge gehalten, beispielsweise in Waldbröhl, in Wülfrath, aber auch in Wermelskirchen. Sein Wissen schöpft er aus seiner Arbeit in Archiven. „Besonders das Solinger Stadtarchiv ist sehr ergiebig und mir wird dort sehr geholfen“, sagt Olaf Link. „Ich bin immer mit offenen Augen und Ohren unterwegs“, sagt der 65-Jährige.

Gearbeitet hat Olaf Link bei den Allgemeinen-Sozialen Diensten in Solingen. „Da wollte ich immer arbeiten“, sagt er. „So habe ich, als ich keinen Platz bei der Stadt für mein Anerkennungsjahr bekommen habe, erstmal ein Jahr beim Arbeitsamt gearbeitet und dort Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe bearbeitet.“ Nach einem Jahr war eine Praktikumsstelle bei den Allgemeinen Sozialen Diensten frei. „Die habe ich bekommen und ich bin dort bis zur Pensionierung geblieben.“ Geheiratet hat er 1985. Seine Frau Christine hat in einer Langenfelder Schule gearbeitet. „Wir haben uns immer gegenseitig inspiriert“, sagt er. „Privat wie auch beruflich.“

Olaf Link schreibt gerne. Und selbst seinen Beruf hat er herbeigeschrieben. „Wir sollten einen Aufsatz darüber aufsetzen, was wir später werden wollten“, erinnert er sich. „Und ich schrieb einen Aufsatz über Sozialarbeit und wie ich mir das vorstellte.“ Er habe ein Sehr Gut für die Arbeit bekommen. „Und als ich später mein Fachabitur auf dem Berufskolleg in Mittelgönrath gemacht habe, hat unser Lehrer Frank Plümacher einen Eignungstest mit uns gemacht. Und auch dieser gab am Ende an, dass ich sehr geeignet zum Sozialarbeiter bin. Es war ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Berufsleben, das ich gehabt habe“, sagt Olaf Link.

Das Märchen vom armen Burschen aus Wermelskirchen geht so weiter: „Nun bin ich ja nicht mehr allein. Jetzt sei ja ihr bei mir“, entgegnete die Maid. Als deren Blick auf die Schafe fiel, bat sie: „Verkauf mir eines Deiner Schafe.“ „Der Vater würde arg böse werden, käme ich nur mit zwei Schafen heim“, erhielt sie zur Antwort. „Dies wird nicht geschehen, wenn ich Dir mehr bezahle, als dieses Schaf wert ist“, sprach das Mädchen. Da gab der Junge das Schaf und kehrte mit den zwei anderen heim. Der Vater schimpfte sehr, als der Sohn mit einem Tier weniger erschien als er fortgegangen war. Aber er beruhigte sich wieder, als die beiden verbliebenen Schafe mehr Wolle gaben als drei gegeben hätten.

Das Märchen geht noch vier Seiten weiter. Am Ende wird aus dem Burschen ein fleißiger Brezelbäcker. Und mancher, der sich krank fühlte, wurde gesund.

Zur Person

Wer mehr über den Autor Olaf Link lesen möchte und sich für seine Bücher interessiert, kann dies auch auf seiner Internetseite machen. Dort beschreibt er auch, warum er Heimatgeschichten so wichtig findet: www.der-bergische-link.de

Standpunkt von Susanne Koch: Geschichten wollen gefunden werden

susanne.koch@rga.de

Wer mit aufmerksamen Augen durchs Bergische Land streift und auch gerne recherchiert, für den liegen sicher noch viele Geschichten im Verborgenen, die gesucht und gefunden werden wollen. Olaf Link macht als emsiger Schreiber vor, wie es geht. Und dabei hält er sich nicht nur an Historisches, sondern er erfindet beispielsweise auch gerne selbst Märchen und schreibt sie auf: Sie werden Kunstmärchen genannt.

Zu erzählen gibt es auch aus Wermelskirchen sicher vieles: Und dabei können künftige Autorinnen und Autoren sich auch aussuchen, welches Genre sie wählen wollen. Ein Wermelskirchen-Krimi? Orte, an denen es sich herrlich morden lässt, gibt es sicher viele in der Stadt. Oder ein alternativer Reiseführer, der die Wanderer jenseits vielbetretener Pfade führt. Aber auch Bücher, die Historisches erzählen und sich einfach an Fakten halten, werden zunehmend gerne gelesen.

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