Noch gibt es keinen Grund zum Aufatmen

-
+
-

Die Woche

Die Woche

Von Anja Carolina Siebel

Wenn jemand Mandant eines Anwalts ist und gegen etwas oder jemanden klagt, hat er zumindest Beistand. In der momentanen Situation ist solch ein Beistand – hat man auch noch so viel zu klagen – eher rar gesät. Da sind Familien, die vom Gesundheitsamt während einer Corona-Infektion nicht hinreichend betreut werden, Händler, die nicht wissen, ob sie ihr Geschäft jetzt öffnen oder schließen sollen. Impfneider werden knallgelb vor Neid, wenn sie hören, dass „die oder der da ja schon geimpft“ sind und andere lehnen die Impfung unter Einbringung kruder Verschwörungsthesen ab. Und da ist im Rheinisch-Bergischen Kreis auch noch ein Krisenstab beim Kreis, der sich in Scharmützeln und Streitigkeiten verstrickt, statt vernünftig und besonnen seiner eigentlichen momentanen Aufgabe nachzukommen: den Kreis durch die Krise zu steuern. Zusammengefasst: viel Grund zum Klagen. Aber viel mehr, als seine Sorgen beim Gegenüber auszuschütten, bleibt zurzeit wohl nicht. Welche Konsequenzen sich aus dem Desaster aus endlosen Lockdown-Diskussionen, mieser Impfpolitik und Larifari-Entscheidungen noch ergeben, bleibt abzuwarten. Auf lokaler Ebene wäre es jetzt dringlich, dass sich der Krisenstab neu zusammensetzt, die Pressearbeit neu geregelt und Einheitlichkeit nicht nur nach außen demonstriert wird, sondern auch intern gegeben ist. Denn es ist mehr als fatal, gerade jetzt einen offenbar schon länger schwelenden Konflikt eskalieren zu lassen.

Y

Was die Lehrer derzeit leisten, ist unglaublich. Nicht nur, dass sie einer permanenten Unsicherheit ausgesetzt sind, wie es jetzt weitergeht und sich und ihre Schüler darauf auch noch professionell einstellen müssen. Zumindest die Lehrer der weiterführenden Regelschulen sind zudem auch immer noch nicht geimpft. Müssen also weiter auch die Sorge vor einer möglichen Covid-19-Erkrankung durch Ansteckung im Klassenzimmer mit sich herumtragen. Und sie müssen hochflexibel sein. Ab der kommenden Woche ist für die meisten wohl wieder Distanzlernen angesagt. Zu beneiden sind die Lehrer gerade so überhaupt nicht. Aber auch die Schüler und Eltern haben mit Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie müssen das Homeschooling auf die Reihe bekommen, ihre Kontakte sind eingeschränkt und auch sie und ihre Familien sind vor Ansteckungen bei Schulbesuchen noch nicht hinreichend geschützt. Keine besonders komfortable Situation. Und dabei wollte man doch vor allem den Kindern und Jugendlichen so wenig Nachteile wie möglich bereiten.

Unternehmer Mario Schwarz fördert digitale Kompetenz von Schülern.

Inzidenz im Kreis steigt auf über 200 an.

anja.siebel @rga-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Marion Lück trauert um Stefan Caplan
Marion Lück trauert um Stefan Caplan
Täter und Opfer weinen vor Gericht
Täter und Opfer weinen vor Gericht
Täter und Opfer weinen vor Gericht
Sie rettet Lebensmittel vor der Mülltonne
Sie rettet Lebensmittel vor der Mülltonne
Sie rettet Lebensmittel vor der Mülltonne

Kommentare