Fachkräftemangel im Landschaftsbau

Ausbildungsstelle: Nicht die gute Note ist entscheidend

Dipl.-Ing. Landschaftsbau Geschäftsführer Markus Theß (l.) und Staatl. gepr. Agrarbetriebswirt Bauleiter Neubau Jörn Klee.
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Dipl.-Ing. Landschaftsbau Geschäftsführer Markus Theß (l.) und Staatl. gepr. Agrarbetriebswirt Bauleiter Neubau Jörn Klee.

„Sieg + Partner“ sucht Auszubildende.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Es begann mit einer Brachfläche, mit Wildnis. Am Vogelsang war bereits eine bunte neue Grundschule gebaut worden und der Landschaftsarchitekt hatte auf dem Papier einen Lebensraum geschaffen, der auch außerhalb des Klassenzimmers Lust zum Entdecken machen sollte. Dann kamen die Fachleute von „Sieg + Partner“ ins Spiel.

Sie rückten mit Baggern und Schaufeln, Holz und Steinen, Pflanzen und viel Motivation an der Waldschule an – und schufen unterhalb dieser einen Erlebnisraum mit Platz zum Spielen und Toben. „Das ist unsere Arbeit“, sagt Markus Theß, Geschäftsführer bei „Sieg + Partner“ und Diplom-Ingenieur für Landschaftsbau.

Die Fachleute des Wermelskirchener Unternehmens modellierten das Gelände unterhalb der neuen Grundschule, bauten Mauern und Entwässerung, den Sportplatz und die Zäune. Sie brachten Stauden, Rasensaat und Spielgeräte mit. „Wir sind der Generalunternehmer für draußen“, sagt Theß. Damit die Pläne des Landschaftsarchitekten auch künftig an vielen Stellen in der Stadt lebendig werden können, sucht „Sieg + Partner“ nach Unterstützung – und bietet jedes Jahr drei Stellen für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner an. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal Probleme, alle drei Stellen zu besetzen“, sagt Theß.

Extra-Unterricht während der Arbeitszeit

Das Problem des Personalmangels ist der Branche nicht fremd: Schon vor vier oder fünf Jahren habe sich der Fachkräftemangel im Landschaftsbau angekündigt, erzählt der Geschäftsführer. Damals passte „Sieg + Partner“ die Kriterien für Bewerber an: Nicht mehr der höchstmögliche Schulabschluss oder besonders gute Noten waren nötig, um bei der Bewerbung weiterzukommen. „Wichtig ist uns vor allem, die jungen Menschen kennenzulernen“, sagt Theß. Deswegen kommen Bewerber zum ein- oder zweiwöchigen Praktikum. „Wir haben schon junge Leute erlebt, die sich im Bewerbungsgespräch und wohl auch in der Schule als Mauerblümchen unter ihrem Wert verkauft haben“, sagt Bauleiter Jörn Klee, „und auf der Baustelle waren sie wirklich toll und einsatzfreudig.“ Wer die Stelle dann antritt, wird begleitet: „Wir können heute nicht mehr voraussetzen, dass die Azubis schon mal eine Schaufel in der Hand hatten oder mit vollen Schubkarren umgehen können“, sagt Jörn Klee. Also lernen sie es gemeinsam.

Alle 14 Tage unterstützt das Unternehmen die Azubis mit Extra-Unterricht während der Arbeitszeit – zur Prüfungsvorbereitung oder um Informationen, die auf das Unternehmen zugeschnitten sind, zu vermitteln. Im Betrieb gibt es eine Minibaustelle, auf der die Azubis üben können. Eine Karriere sei auch innerhalb des Unternehmens möglich – mit Meister- oder Technikerschule.

Und was sollten junge Menschen nun mitbringen, wenn Sie Landschaftsgärtner werden wollen? Vor allem sollten Bewerber Lust haben, draußen und mit den Händen zu arbeiten, mit natürlichen Materialien und bei jedem Wetter, handwerkliches Geschick sei vorteilhaft und Freude an Teamarbeit.

www.sieg-partner.de

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