60-seitiges Konzept

Neumühle: Minister stellen Waldbrand-Konzept vor

Innenminister Herbert Reul und die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Gorißen, stellen das NRW-Konzept zur Waldbrandvorsorge und -bekämpfung vor.
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Innenminister Herbert Reul und die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Gorißen, stellen das NRW-Konzept zur Waldbrandvorsorge und -bekämpfung vor.

Kommunen wie Wermelskirchen können nun entsprechende Vorkehrungen treffen.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Dort, wo vor wenigen Tagen die Freiwillige Feuerwehr mit den Löschgruppen Dhünn, Halzenberg und Eipringhausen die Errichtung einer Wasserversorgung zur Waldbrandbekämpfung aus der Dhünn trainierte und ein wegen der Trockenheit nicht ausreichendes Rinnsal vorfand, herrschte gestern großer Bahnhof. Auf dem Wanderparkplatz Neumühle stellten NRW-Innenminister Herbert Reul, NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen sowie der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz, Thomas Kämmerling, das Konzept zur Waldbrandvorsorge und -bekämpfung in Nordrhein-Westfalen vor.

Handlungsgrundlage auch für Förster

Das von Feuerwehrfachleuten und Forstexperten entwickelte 60-seitige Konzept soll sowohl Brandbekämpfern als auch Förstern als Handlungsgrundlage dienen und die Akteure bei der Waldbrandbekämpfung enger vernetzen.

Elemente der Ausarbeitung benannte Ministerin Silke Gorißen: Waldbrandschutzstreifen mit weniger entflammbaren Laubbäumen vor allem in Nadelwäldern oder ebenso 30 Meter breite Waldbrandschneisen völlig frei von Bewuchs gehören dazu. Was zuletzt auch Thema in Wermelskirchen war, griff die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz genauso auf: „Die Zugänglichkeit der Wälder für Einsatzfahrzeuge muss gewährleistet sein.“

Gleiches galt für die auch von der Wermelskirchener Feuerwehr registrierte Wasserknappheit im Wald. Dazu erinnerte Silke Gorißen: „Bis in die 1970er Jahre wurde die Einrichtung und Unterhaltung von Löschteichen gefördert. Das soll nun über die Extremwetterrichtlinie wieder eine Förderung bekommen.“

Diese Aussage nahm Bürgermeisterin Marion Lück, die mit dem stellvertretenden Feuerwehrchef Ingo Mueller gekommen war, interessiert auf: „Wir müssen in Wermelskirchen die Einrichtung von Löschteichen in den Fokus nehmen, denn die Wasserversorgung ist eine Frage, der wir uns widmen. Wir werden eine Arbeitsgruppe einsetzen, die sinnvolle Plätze für solche Teiche auf dem Stadtgebiet ermitteln soll.“ Dem pflichtete Ingo Mueller bei. Die Feuerwehr in Wermelskirchen habe längst erkannt, dass der Wald, den wir vor zehn Jahren kannten, nicht mehr der Wald von heute sei, betonte Ingo Mueller: „Wir sind nicht bei null. Wir haben Fahrzeuge mit spezieller Ausrüstung für die Waldbrandbekämpfung.“ Bürgermeisterin Marion Lück gesteht ein, dass „ordentlich nachgearbeitet“ werden müsse. Das erfolge nicht zuletzt mit der Wermelskirchener Firma Dönges als Ausrüstungshersteller. „Und Wermelskirchen hat im Vergleich zu anderen Regionen schon einen hohen Mischwaldanteil, was das Waldbrandrisiko senkt“, ergänzte die Bürgermeisterin.

Die heimischen Waldbesitzer haben natürlich ein Interesse an der Waldbrandvorsorge, aber genauso auch die Kostenseite im Blick. Sie dürfte freuen, was der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz, Thomas Kämmerling, ankündigte: „Wir wollen der Konzeptumsetzung über Förderinstrumente Nachdruck verleihen.“

NRW-Innenminister Herbert Reul ergänzte zudem: „Auf Basis dieses Konzepts kann jede Kommune für sich eine Gefahrenanalyse unter Mitwirkung aller Beteiligten erstellen.“

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