Neubaugebiete

Neuer Wohnraum benötigt viel Zeit

Das Baugebiet Meisenweg wird derzeit erschlossen: Die Wohnraumnachfrage ist zuletzt stark gestiegen.
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Das Baugebiet Meisenweg wird derzeit erschlossen: Die Wohnraumnachfrage ist zuletzt stark gestiegen.

Im Stadtgebiet sind derzeit diverse Neubaugebiete beschlossen oder in Planung.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Wer hat wo Bedarf? Diese Frage versucht Florian Leßke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, zu beantworten, auch wenn das zuweilen einem Blick in die berühmt-berüchtigte Glaskugel gleich kommt. Fakt ist: Die Nachfrage nach Wohnraum, Bauland und Immobilien ist in Wermelskirchen zuletzt massiv gestiegen, angesichts steigender Hypothekenzinsen und sprunghaft zunehmender Baukosten könnte diese Nachfrage allerdings auch zurückgehen, wie Experten unken. Die Stadt Wermelskirchen hat zuletzt diverse Neubaugebiete auf den Weg gebracht und die ersten formellen Schritte für deren Umsetzung eingeleitet. Fokus dabei sei der Bedarf von Einheimischen und Wermelskirchen-Rückkehrern.

Transparenz und Gleichbehandlung sind wichtig. Wir veräußern schließlich öffentliches Vermögen.

Florian Leßke

Der Chef-Stadtentwickler betont, dass nicht Zahlen alleine entscheidend seien: „Wachstum an sich ist kein Ziel. Aber die Antwort auf die Frage, was gut für die Stadt ist.“ Das Minimalziel müsse die Deckung des vorhandenen Bedarfs an Wohnraum sein, denn politischer Konsens n sei das Halten der Einwohnerzahl und nicht das Erreichen eines Ziels von etwa 40 000 Bürgern. Dabei müssten die geänderten Anforderungen der Menschen berücksichtigt werden: Mehr Haushalte mit jeweils weniger Personen und erhöhter Flächenbedarf je Einwohner. „Ob es Wachstum geben kann und soll, ist die nächste Frage – ist eine Diskussion für die kommenden Jahre.“

Vonseiten der Stadtverwaltung formell abgeschlossen ist das Neubaugebiet am Meisenweg, wo der Bauträger „Helma Wohnungsbau“ derzeit die Erschließung vorbereitet. Dort gibt der Bebauungsplan Baufelder vor, die mit 17 Wohneinheiten bebaut werden. „Dort gibt es Baurecht. Der Bauträger verkauft die bebauten Grundstücke“, sagt Florian Leßke.

Weniger konkret kann der 41-Jährige die weiteren Neubaugebiete festlegen: „Die befinden sich alle in einem ganz frühen Stadium des Verfahrens.“ Schall, Wasser, Verkehr oder Umweltschutz wären Beispiele, was geklärt werden müsse: „Themen oder Probleme fördert das Verfahren zutage, um sich dem Vorhaben anzunähern. Deshalb gibt‘s kaum Zeitschienen zu benennen.“ Aber: Ein normales Verfahren, das ohne Komplikationen abläuft, dauere mindestens zwei Jahre.

Den größten Wurf mit den meisten Wohneinheiten in der Vorabplanung will die Stadt mit dem Neubaugebiet Vorderhufe landen, wo allein ob der Größe ein neues Viertel entsteht. Sicher ist, das betont Florian Leßke: „Das Areal wird auf keinen Fall im Block verkauft. Ob wir es selbst vermarkten, es von einem Akteur oder mehreren vermarkten lassen, steht noch nicht fest.“ Entscheidend sei, dass die Stadtverwaltung es in der Hand habe, wie es passiert. „Transparenz und Gleichbehandlung sind da wichtig, denn wir veräußern schließlich öffentliches Vermögen“, unterstreicht Leßke.

Als „nicht wenig“ kommentiert der Amtsleiter die 40 vorgesehenen Wohneinheiten im Gebiet Johnenheide in Tente-Neuenhaus. „Der Aufstellungsbeschluss ist verabschiedet, für konkretere Angaben ist es ähnlich wie für Vorderhufe zu früh.“ In Höferhofer Feld will der Wermelskirchener Architekt Rolf Körschgen ein Neubaugebiet vermarkten. Ein weiterer Teil des Areals ist als Gewerbefläche ausgewiesen. Für das Verfahren zu diesem Gebiet seien alle Vorbereitungen getroffen. Allerdings fordert die Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland im Zuge der Beteiligung von Fachbehörden eine archäologische Untersuchung vor dem Hintergrund steinzeitlicher Funde, die bereits in Dabringhausen gemacht wurden.

Weniger als Neubaugebiet könne der Bereich Neuenhöhe-Mitte gesehen werden, weil es sich um ein Mischgebiet handele, auf dem vor allem Gewerbegebäude entstehen sollen, in denen lediglich in der Etage Wohnen möglich ist.

Ablauf

Das formelle Verfahren mündet in Planungsrecht, wodurch das betreffende Areal als Bauland gilt. „Dann muss die Erschließung des Geländes gesichert werden, damit es eine Baugenehmigung gibt. Das kann derzeit Jahre dauern, weil alle Tiefbaufirmen mehr als gut ausgelastet sind“, sagt Stadtentwickler Florian Leßke mit Blick auf die Marktlage. Neubaugebiete würden in Kindergartenbedarfs- und Schulentwicklungsplan berücksichtigt.

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