Haupt- und Finanzausschuss

Neuer Brandschutzplan stärkt die Feuerwehr

Um die Ziele des Brandschutzbedarfsplans zu erreichen, muss nicht nur an der Stellschraube der technischen Feuerwehr-Ausstattung gedreht werden. Auch die Gebäude sind veraltet und zu klein.
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Um die Ziele des Brandschutzbedarfsplans zu erreichen, muss nicht nur an der Stellschraube der technischen Feuerwehr-Ausstattung gedreht werden. Auch die Gebäude sind veraltet und zu klein.

Die Fortschreibung konkretisiert Maßnahmen bei den Floriansjüngern.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Der Haupt- und Finanzausschuss genehmigt die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für Wermelskirchen einstimmig. Meinungsverschiedenheiten oder gar Querelen gibt es darum nicht – die Verwaltung hatte den Plan zuvor im Arbeitskreis „Brandschutz“ vorgelegt.

Die 36-seitige Anlage zum 100 Seiten umfassenden Brandschutzbedarfsplan benennt drei tragende Säulen, auf die die Planung fußt: „Massive Stärkung des Ehrenamtes“, „Anpassung der Personal- und Organisationsstruktur“ sowie „Verbesserung von Technik, Ausstattung und Gebäuden“. Diese drei Elemente stehen jedoch stets in Zusammenhang, erläutert Brandoberinspektor Alex Groß, Sachgebietsleiter Gefahrenabwehr, Strategie und Taktik bei der Feuerwehr. Der Grund: „Die Stärkung des Ehrenamtes geht mit hauptamtlichen Personal einher, denn die Administration gehört in die Hände des Hauptamtes, weil sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Damit wird das Ehrenamt entlastet.“ Dadurch werde die Arbeit als Freiwillige Feuerwehrkraft attraktiver. Groß summiert es unter „die vier F“: „Die Vereinbarkeit von Familie, Firma, Freizeit und Feuerwehr.“

Mit Blick auf die Stärkung des Ehrenamts kündigt Groß, der den Anhang zum Brandschutzbedarfsplan im Namen der Feuerwehr federführend verfasst hat, ein Konzept an: „Wir wollen die Freiwilligen Wehrleute befragen, was sie möchten und was sie benötigen.“ Dabei könne beispielsweise eine kostenlose Mitgliedschaft in einem Fitness-Club herauskommen. Andere Kommunen agierten mit unterschiedlichsten Varianten von Vergünstigungen, die sicherlich eine Wertschätzung darstellten. Aber, so der 41-Jährige: „Die vernünftige und gute Ausstattung ist sicherlich die wichtigste Form der Wertschätzung.“

Der Aufstellung eines Brandschutzbedarfsplan war aufgrund eines Ratsbeschlusses an die Kommunalagentur beauftragt worden, erinnert Alex Groß: „Aber daraus muss ja ein Schuh gemacht werden und wir bei der Feuerwehr müssen das schließlich umsetzen.“ Nicht außer Acht lässt die Anlage die bestehenden Feuerwehrgebäude, die Alex Groß im Gespräch mit unserer Redaktion als marode bezeichnet. Auch hierbei gingen die Aspekte Hand in Hand: Gesetzlich vorgeschriebener Arbeits- und Gesundheitsschutz müsse wieder gewährleistet werden. Und, so sagt der Anlagetext: „Einige konzeptionelle Fragestellungen müssen dringend initiiert werden, um den Weg in Richtung Leistungsfähigkeit sicher gehen zu können.“ Taktische Maßnahmen zur schnellen Verbesserung der sogenannten Tages-Alarmstärke (verfügbare Einsatzkräfte tagsüber an Werktagen, wenn die Freiwilligen Feuerkräfte in der Regel an ihrem Arbeitsplatz sind) kündigt die Anlage zum Brandschutzbedarfsplan für die Bereiche Dabringhausen und Dhünn, denn dort „ist die faktische Erreichung der Schutzziele besonders kritisch zu betrachten“.

Eine dauerhafte Bedarfsplanung verhindere „böse Überraschungen“, ist Alex Groß überzeugt: „Eigentlich haben wir jetzt zwei aufeinander aufbauende Brandschutzbedarfspläne – den von der Kommunalagentur und unsere Anlage.“

In der Vergangenheit sei „ewig daran herumgearbeitet worden“, dabei sei die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans nicht nur als notwendiges Übel zu sehen, schätzt der Brandoberinspektor ein: „Das, was nun vorliegt, kann ständig ohne bestimmte Fristvorgaben geprüft werden. Dafür braucht es aber Ressourcen, die benannt werden müssen.“

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