Berufsorientierung

Neue Ausbildungsinitiative ist gestartet

Ungewohnter Besuch im Gymnasium: Auszubildende heimischer Unternehmen - wie Niklas Siebel, Arnold Pohlhaus und Mohammed Türkel (v.l.) - starteten gestern mit dem Marketingverein „WiW“ und Moderatorin Angelique Frowein eine Schultour.
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Ungewohnter Besuch im Gymnasium: Auszubildende heimischer Unternehmen - wie Niklas Siebel, Arnold Pohlhaus und Mohammed Türkel (v.l.) - starteten gestern mit dem Marketingverein „WiW“ und Moderatorin Angelique Frowein eine Schultour.

Marketingverein und Unternehmen bringen Azubis und Schüler im Klassenraum zusammen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Sie sitzen in der letzten Reihe in dem hellen Klassenraum. Eigentlich wissen Alina (15) und Chiara (14) schon ziemlich genau, welche berufliche Richtung sie nach dem Abitur einschlagen wollen. Die eine möchte Logistikmanagement studieren, die andere den Weg ins Grundschullehramt antreten. Sie seien mit der Berufsorientierung am Gymnasium bisher ganz gut zurechtgekommen, sagen die beiden.

Wer sich allerdings bei ihren Mitschülern in der Klasse umhört, der trifft auf ganz unterschiedliche Stimmen. Ein Schüler erzählt, er wisse noch gar nicht, in welche Richtung es mal gehen soll. „Vielleicht irgendwas mit Mediendesign“, sagt er. Und ein Mitschüler hinter ihm hat überlegt, in den sozialen Bereich zu gehen. „Ich möchte Kontakt mit Menschen, nicht mit Computern“, sagt er.

An dieser Stelle setzt der Marketingverein „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) mit heimischen Unternehmen an. Nun gaben sie den Startschuss für die Schultour unter dem Motto „Connect with your future“. Es gehe vor allem darum, die Jugendlichen auf ihrem Weg zu unterstützen, sagt André Frowein. Aber hinter der Aktion steht auch einmal mehr der zunehmende Fachkräftemangel im Handwerk, genauso wie in der Industrie und in sozialen Berufen. So schwingt auch der Appell an die Schüler mit, jenseits der Universitäten nach guten Wegen Ausschau zu halten.

„Wir nehmen wahr, dass die Zahl der Studienabbrecher, die sich bei uns für eine Ausbildung bewerben, deutlich steigt“, erzählt Ricarda Bartsch, Ausbildungsleiterin bei Suer. Also wollen die Unternehmen früher ansetzen und die vielen verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen, die in Beruf und Karriere führen können. Dafür haben die Unternehmen nun ihre Auszubildenden ins Gymnasium geschickt – viele von ihnen kennen die Unterrichtsräume der Schule noch bestens. Ob Mick Wende und Tim Ritscher von der Sparkasse, Arnold Pohlmann vom Bauzentrum Tönnes, Mohammed Türkel von Suer oder Niklas Siebel von der Lebenshilfe: Die Auszubildenden erzählen von ihrem eigenen Weg. Mohammed Türkel berichtet vom Fachabitur und der Ausbildung, vom abgebrochenem Studium und schließlich von seiner Entdeckung des neuen Ausbildungsgangs zum Kaufmann für E-Commerce. Und Niklas Siebel erzählt von seinem Architekturstudium, das er abbrach, um Heilerziehungspfleger zu werden. „Sucht nicht nur bei Google, welche Berufe die höchsten Verdienste haben“, appelliert Arnold Pohlhaus, der nach seiner kaufmännischen Ausbildung bei Tönnes gerade nebenbei seinen Bachelor macht, „sondern macht das, was zu euch passt, was ihr könnt und was ihr wollt.“ Die Gäste ermutigen die Jugendlichen, ihre Talente und Interessen einzubringen – und so auch ungewöhnliche Wege einzuschlagen.

Unternehmen werben für individuelle Wege

„Es gibt so viele Möglichkeiten, nach einer soliden Ausbildung weiter Karriere zu machen und ganz individuelle Wege einzuschlagen“, sind sich die Vertreter der heimischen Unternehmen einig – und geben auch gleich einen Einblick, wie das in ihren Häusern gelingen kann.

In den nächsten Tagen machen Vertreter aus insgesamt 14 Unternehmen auch noch Station in der Sekundarschule, am Berufskolleg und an der Verbundschule. Am 4. März findet dann der große Aktionstag mit der Präsentation heimischer Betriebe, Speeddatings mit Ausbildern und Checks der Bewerbungsmappen statt. Dann dürfte für viele Abschlussschüler die heiße Phase der Bewerbungen begonnen haben.

Projekt

Der Kreis hat ein Online-Bewerberbuch installiert: Junge Menschen können dort berufliche Interessen und Wünsche formulieren, Unternehmer können sich auf die Suche nach interessanten Köpfen machen.

www.binbereit.de

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