Projekt

Neubau bietet auch inklusives Wohnen

Martin Lambotte vom Bauverein schaut vom Neubau aus optimistisch in die Zukunft.
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Martin Lambotte vom Bauverein schaut vom Neubau aus optimistisch in die Zukunft.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Am Schwaner Knapp entstehen drei Mehrfamilienhäuser, die der Gemeinnützige Bauverein errichtet.

Wermelskirchen. 30 Wohnungen in einem Gebäudekomplex aus drei Häusern entstehen gerade am Schwaner Knapp. Am Freitag feierten die Bauherren vom Gemeinnützigen Bauverein Richtfest, und schon im Januar 2023 sollen die ersten Mieter dort einziehen.

Es sollen Wohnungen für jedermann werden. Aber es ist eben doch auch ein ganz besonderes Neubauprojekt, das da gerade in Innenstadtnähe entsteht.

Denn: Auch inklusives Wohnen ist dort möglich. „Im Bekanntenkreis haben wir eine Familie mit einer Tochter mit geistiger Behinderung“, erzählt Martin Lambotte, Geschäftsführer des Wermelskirchener Bauvereins, wie er auf die Idee kam, das Angebot zum inklusiven Wohnen zu integrieren. „Und die erzählte, dass sie demnächst zu Hause auszieht in eine eigene kleine Wohnung. Das hat mich interessiert, wie so etwas funktioniert. Ich fand das klasse, dass Menschen, die im Alltag noch ein bisschen Betreuung brauchen, doch auf eigenen Beinen stehen und weitgehend eigenständig leben können“, erzählt Lambotte. Mit dem Bauverein wolle er jetzt Raum für Menschen schaffen, die sonst kaum Gelegenheit haben, einen vergleichbaren Wohnraum zu mieten.

„Wir wollen Raum für Menschen schaffen, die sonst wenig Gelegenheit haben, Wohnungen zu mieten.“

Martin Lambotte

Einen Partner hat er mit der Evangelischen Stiftung Hephata gefunden. „Es wird einen Gemeinschaftsraum für alle Bewohner der Häuser geben und ein Büro, in dem die Hephata-Mitarbeiter 24 Stunden anwesend sind“, erklärt der Geschäftsführer des Bauvereins das Konzept. „Sie können den Bewohnern mit Handicap dann die Unterstützung geben, die sie brauchen.“ Das sei ganz unterschiedlich. Manche benötigen nur kleine Alltagshilfen, andere mehr Unterstützung. Schon voraussichtlich im Januar werden die jungen Erwachsenen die neun Appartements mit Größen von 38 bis 54 Quadratmetern im hintersten Gebäude am Schwaner Knapp beziehen.

Die übrigen Wohnungen, die zur freien Vermietung zur Verfügung stehen, werden vermutlich im April, beziehungsweise im Juni 2023 bezugsfertig sein. Mietpreise und Details wolle er den Interessenten, die sich bereits gemeldet haben, bei Informations-Veranstaltungen geben, kündigt der Geschäftsführer an.

„Ein wenig ist das Wohnkonzept angelehnt an die Projekte, die wir schon an der Königsberger, der Stettiner und an der Wielstraße fertiggestellt haben“, erklärt Martin Lambotte. Gehobener Wohnkomfort, mit Aufzug, Tiefgarage und geräumigen Badezimmern. Lambotte: „Alles ist barrierearm. So können auch die übrigen Wohnungen Menschen beziehen, die ein Handicap haben oder aufgrund ihres Alters in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“

Besonderen Wert habe der Bauverein bei diesem Neubaukomplex auch auf den Klimaschutz gelegt. „Wir arbeiten mit Wärmepumpe, begrüntem Dach und einer Photovoltaikanlage“, sagt Martin Lambotte. Insgesamt investiert der Bauverein acht Millionen Euro in das Projekt.

 Die Wohnungen zur freien Vermietung seien aber noch nicht vergeben, berichtet er. Gemeinschaft soll auch in diesem Neubau nicht zu kurz kommen – wie das beim Bauverein so üblich ist. „Den Gemeinschaftsraum können alle Mieter bei Bedarf nutzen,“, sagt Martin Lambotte. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Hintergrund

30 neue Wohnungen in drei Häusern entstehen am Schwaner Knapp. Der Gebäudekomplex ergänzt das Neubaugebiet, abgehend von der Grüne Straße nahe der Innenstadt. Der Grundstein wurde erst Anfang Oktober 2021 gelegt. Schon damals war die Evangelische Stiftung Hephata mit mehreren Mitgliedern zu Gast. Neun Appartements werden voraussichtlich ab Januar für die jungen Erwachsenen zur Verfügung stehen.

anja.siebel@rga.de

Mehrgenerationenwohnen unter einem Dach. Und inklusives Wohnen, bei dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam leben und sich austauschen. Der Gemeinnützige Wohnungsbauverein hat all das bereits an mehreren Orten in Wermelskirchen realisiert - und jetzt entsteht das ganz neue Projekt am Schwaner Knapp. Hinzu kommt, dass mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage der Klimaschutz berücksichtigt wird.

Die drei Wohnhäuser des Gemeinnützigen Bauvereins ergänzen das Neubaugebiet am Schwaner Knapp, auf dem bisher nur Einfamilienhäuser stehen, ideal. Gerade auch deshalb, weil Wohnraum insgesamt in Wermelskirchen dringend benötigt wird, wenn die Stadt das bereits erklärte Ziel erreichen will, bis 2030 die Einwohnerzahl signifikant zu erhöhen.

Das Bauprojekt in Innenstadtnähe ist also aus vielen Perspektiven eine lohnende Investition.

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