Naturschutzverein warnt vor Krötensterben

Kröten machen sich dieser Tage wieder auf den Weg durch die Täler. Der führt häufig über Straßen.Foto:Patrick Pleul/ dpa
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Kröten machen sich dieser Tage wieder auf den Weg durch die Täler. Der führt häufig über Straßen.Foto:Patrick Pleul/ dpa

Am Wochenende stellen Freiwillige wieder Amphibienschutzzäune auf

Von Anja Carolina Siebel

Sie wandern wieder, die Kröten. Und sind zugleich in Gefahr. Denn gerade in feuchten Tälern wie dem Eschbachtal nutzen die Amphibien in der Regel Straßen, um von der einen auf die andere Talseite zu gelangen.

Unter Leitung des Bergischen Naturschutzvereins (RBN) Wermelskirchen stellen deshalb am Sonntag, 6. März, im Eschbachtal Naturschützer wieder einen Amphibienzaun auf. Er soll ermöglichen, dass erheblich weniger Frösche, Kröten und Molche, die sich bald auf den Weg zum Laichgewässer machen, überfahren werden. Dafür sucht der RBN jetzt noch freiwillige Helfer.

Trockene Sommer machen den Amphibien zu schaffen

An denen fehlt es ohnehin, weshalb zurzeit auch nur im Eschbachtal die Amphibienzäune aufgestellt werden können. „Nötig wäre es auch an anderen vielbefahrenen Straßen“, sagt Ulrich Schott vom Naturschutzverein. „Beispielsweise an der Preyersmühle oder in Bechhausen.“ In Neuemühle gebe es bereits einen fest installierten Zaun, der in Kooperation des Kreises mit dem Inhaber des Restaurants Neuemühle entstanden sei. Längst, das unterstreicht der Naturschützer Ulrich Schott, sei aber nicht mehr nur der Autoverkehr der Feind der Amphibien. „Wir verzeichnen in den letzten Jahren einen dramatischen Rückgang der Populationen von Kröten, aber auch Grasfröschen und Salamandern“, berichtet Schott. Seien es im Jahr 2013 noch 2068 und im Jahr 2016 noch 2100 Kröten gewesen, denen der RBN sozusagen über die Straßen geholfen habe, waren es im vorigen Jahr nur noch 740. Schott: „Wir führen das auf die extrem trockenen Sommer der vergangenen Jahre zurück. Das überleben die Kröten nicht.“

Auch bei den Grasfröschen seien im Jahr 2017 noch 269 gezählt worden, voriges Jahr nur noch sechs. „Das bereitet uns große Sorge“, sagt Schott. Denn die Amphibien seien ein wichtiger Teil des kompletten Nahrungsgefüges im Tierreich.

Schott macht aber auch darauf aufmerksam, dass es schlecht bestellt sei um die stehenden Gewässer, die einen Lebensraum für viele Amphibien bieten. „Als ich mir vorigen Sommer den völlig verdorrten Teich im Eschbachtal angeschaut habe, ist mir ganz anders geworden. Darin kann keine Kröte überleben. Der Umgang mit stehenden Gewässern wird deshalb auch in den kommenden Jahren sicher noch Thema sein.“

Der Naturschutzverein benötigt dringend Helfer zum Aufbau des Zauns. Treffpunkt ist am Sonntag um 10 Uhr am Grillplatz unterhalb des Tierheims. Nach Möglichkeit sollten Spitzhacke, Hammer und Spaten mitgebracht werden. Ansprechpartner ist Ulrich Schott, Tel. (0 21 96) 8 82 07 49.

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