Nachhaltiger Schafwolldünger kommt aus dem Bergischen Land

Klaus-Louis Hanne produziert Dünger aus Schafwolle – nur wenige stellen das Naturprodukt in Deutschland her. Foto: Roland Keusch
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Klaus-Louis Hanne produziert Dünger aus Schafwolle – nur wenige stellen das Naturprodukt in Deutschland her.

Schafzüchter Klaus-Louis Hanne verwertet das ganze Tier

Von Alexandra Dulinski

Weich liegen die kleinen Wollpellets in der Hand – dass sie einmal ein flauschiges Bergschaf gewärmt haben, kann man sich kaum vorstellen. Die Wolle kommt direkt aus dem Bergischen Land, züchtet Klaus-Louis Hanne im Bornstal in Remscheid doch Braune, Schwarze und Gescheckte Bergschafe – und stellt mit ihrer Wolle Dünger her.

Schafwolldünger mag zunächst ungewöhnlich klingen, ist aber ein „hundertprozentig organisches Produkt“, wie Klaus-Louis Hanne erklärt. Für den Wolldünger arbeitet er mit dem Lavenhof in Remscheid-Lennep zusammen. Zusammen kommen die Bornstaler Bergschaftzucht und der Lavenhof auf rund 120 bis 130 Schafe. Zwei Mal im Jahr werden die Tiere geschoren – 800 bis 900 Kilogramm Wolle entstehen so im Jahr, rechnet Hanne. Das Besondere dabei: Die Wolle ist komplett verwertbar. „Für den Dünger wird alles von der Wolle genutzt“, sagt Hanne – im Gegensatz zu Wolle, die für die Herstellung von Kleidung genutzt wird. Da werden nur die saubersten Stücke verarbeitet.

Sind die Schafe erstmal geschoren, sammeln Klaus-Louis Hanne und Andreas Laven die Wolle in Wollsäcken. In einer Pelletieranlage, von denen es nur drei in ganz Deutschland gibt – in Augsburg, Gütersloh und Dresden – wird die Wolle gehäckselt, erhitzt und anschließend zu den kleinen Wollpellets gepresst.

Dabei entsteht kein Müll. „Das ist ein Stoff, in dem nichts Künstliches drin ist“, sagt Klaus-Louis Hanne. „Wir nehmen das Naturprodukt und geben es der Natur wieder zurück.“

Schon eine Hand voll Pellets reiche aus, um Rosen für eine komplette Saison zu düngen. Düngen, so erklärt der Schafzüchter, lasse sich damit alles – von den Pflanzen im Balkonkasten bis hin zum Obstbaum. „Wenn man in der Nähe des Baums ein kleines Loch gräbt und den Dünger hineingibt, zersetzt er sich und gibt Nährstoffe frei, die der Baum aufnimmt“, erklärt er. Die Nährstoffe in der Schafswolle, das sind überwiegend Stickstoff, Phosphat, Kalium, Schwefel und Magnesium.

Nehmen die Pellets Wasser auf, quellen sie auf und lockern dabei den Boden auf. Etwa zwei bis drei Wochen kann es dauern, bis erste Effekte an der Pflanze zu sehen sind. „Die Pellets müssen im Boden aufgehen, dann erst kann der Verrottungsprozess anfangen“, erklärt Hanne.

Nicht nur Schafwolldünger gewinnt Klaus-Louis Hanne von seinen eigenen Schafen. Auch deren Fleisch und Felle verkauft er. Auch besondere Öle und Essige, Schafmilchseife, Honig, Apfelsaft und Gewürzmischungen sind in seinem Laden zu finden – und nur ein kleiner Teil der Dinge, die er in Kooperation mit verschiedenen Unternehmen aus der Region vertreibt.

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