Musiker setzen ein Zeichen der Hoffnung

Die Musiker Anne Burbulla und Peter Schmitz stimmten die Zuhörer musikalisch auf die Weihnachtszeit ein. Foto: Moritz Alex
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Die Musiker Anne Burbulla und Peter Schmitz stimmten die Zuhörer musikalisch auf die Weihnachtszeit ein.

Freundeskreis Kulturstiege Burg gestaltete atmosphärischen Abend

Von Jutta Schreiber Lenz

Auf dem rauen Bretterfußboden flackerten Laternenlichter anheimelnd in dem dunklen Raum, nur zwei zusätzliche Strahler tauchten den Hochaltar in schummriges Licht. In dieser besonderen Atmosphäre präsentierten Anne Burbulla (Querflöte) und Peter Schmitz (Klavier) ihr Adventskonzert in der evangelischen Kirche Unterburg. Initiiert und organisiert vom neu gegründetem Freundeskreis Kulturstiege Burg nahmen sie ihre rund 30 Zuhörer mit in die Klangwelten von Komponisten wie Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Elgar oder Quantz.

Gäste wurden mit einem heißen Getränk begrüßt

Das Prélude von John Rutter war das einzige Werk der Gegenwart und fügte sich mit seinen zarten Klängen harmonisch in die Auswahl der Stücke ein. Mit dicken Jacken und Wolldecken gut gegen die heraufkriechende Winterkälte in der noch nicht heizbaren Kirche gewappnet, lauschte das Auditorium gefesselt von Spiel und emotionaler Stimmung. Viele hatten zuvor das Angebot eines heißen Getränks beim Hereinkommen angenommen und sich mit dampfendem Apfelpunsch oder Glühwein zusätzlich gewärmt. Auf die Hygieneregeln wurde bei dem rund 70-minütigen Konzert sorgfältig geachtet, für den Zutritt galt die 2G-Regel.

Eingestreut zum Beispiel in die viersätzige Bach-Sonate C-Dur BWV 1033 oder Mendelssohn-Bartholdys Lieder ohne Worte, lasen die beiden Protagonisten im Wechsel ausgesuchte Texte, Gedichte oder Zitate vor, die „auf die beginnende Adventszeit einstimmen sollen“, wie Flötistin Anne Burbulla ankündigte. „Wann fängt Weihnachten an?“, fragt etwa Rolf Krenzer in einem Gedicht, während Romano Guardini „Die leisen Mächte“ beschreibt.

Die Evangelische Kirche in Unterburg wurde in starkem Maß vom Hochwasserereignis des vergangenen Sommers betroffen. Dieser besondere Ort, der noch von der Zerstörung gezeichnet ist, soll nun verstärkt für kulturelle Veranstaltungen geöffnet werden – dieses Ziel hat sich der Freundeskreis Kulturstiege Burg auf die Fahnen geschrieben.

„Wir möchten heute Abend ein erstes Zeichen hin zu dieser neuen Idee setzen“, sagte Bettina Wohlrab für den Freundeskreis zu Beginn. Es sei durch die Hochwasserkrise viel kreatives Potenzial freigesetzt worden, um die Zukunft im Stadtteil positiv zu gestalten. Die schöne alte Unterburger Kirche nun auch anders als ausschließlich für kirchliche Zwecke zu nutzen, sei ein Ansatz.

Das Publikum quittierte das Konzert mit reichlich Applaus. Mit Humperdincks „Abendsegen“ als Zugabe schickten die Musiker ihr Auditorium in den Abend – wohl ahnend, dass das Gehörte noch eine Weile nachhallen würde.

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