Schultour

Musik regt die Fantasie der Schüler an

Der Singer-Songwriter Jones spielte während des Gesprächs mit den Schülern einige seiner Songs.
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Der Singer-Songwriter Jones spielte während des Gesprächs mit den Schülern einige seiner Songs.

Schultour machte Station an der Sekundarschule.

Von Stephan Singer

„Anima Pia“ – wie kommt ein Komponist denn nur auf so einen Songnamen? Angesichts des ungewöhnlichen Liedtitels stellten die Schüler der vier siebten Klassen der Sekundarschule auch diese nahe liegende Frage im Gespräch mit Singer-Songwriter Jonnes. Die Antwort, die der Musiker gab, fiel unterdessen weniger naheliegend aus. Das Lied des Ludwigburgers, der auch schon bei „The Voice of Germany“ mit von der Partie war, ist inspiriert durch einen Ausdruck in dem Buch „Morgenlandfahrt“ von Hermann Hesse. „Beim Lesen dieses Begriffs war mein erster Impuls, zu googeln, aber dann hielt ich inne“, berichtete Jonnes der gespannt lauschenden 120-köpfigen Schülerschar.

Im Rahmen der fünften Schultour, organisiert vom Wermelskirchener Jugendcafé (Juca), stattete das Team mit Jonnes und dem Schweizer Trio JackSayFree der Sekundarschule einen Besuch ab – die Musiker verbrachten bei den fünften, sechsten, siebten und achten Klassen Unterrichtsstunden. Ein Konzert auf dem Schulhof schloss den Besuch ab. Die Schultour läuft noch bis Mittwoch, 15. Juni, und machte in Wermelskirchen nach Leichlingen, Wiehl, Hückeswagen und Burscheid ihre sechste Station.

„Lasst mal der Vorstellung einfach freien Lauf, während ich den Song spiele“, rief Jonnes den Sekundarschülern in trauter Runde zu: „Wofür könnte ‚Anima Pia‘ stehen?“ Als mögliche Interpretationen kamen die Schüler auf „Viel Glück“, „Auf Wiedersehen“, „Gute Reise“ oder „Ich bin da, ich bin nah“. Und da hatte Jonnes erreicht, was er im Frage-Antwort-Spiel mit den Jugendlichen erzielen wollte: „An Kunst ist doch geil, dass es in dem Moment egal ist, was es genau heißt – dass jeder seine eigene Fantasie haben kann.“

Wann er denn sein erstes Lied geschrieben habe, wollten die Siebtklässler von Jonnes wissen. Antwort: „Da war ich 13 Jahre alt.“ Und mit zwölf habe er begonnen, Gitarre spielen zu lernen. Erneut eine „Punktlandung“, denn 13 Jahre alt sind auch die im Halbkreis um den Musiker versammelten Jungen und Mädchen. Ob er denn auch seine eigene Musik höre, interessierte die Schüler. Ja, das mache er, wenngleich es anfangs komisch gewesen sei, seine eigene Stimme zu hören. „Aber Selbstreflexion ist sehr wichtig, um zu lernen und zu wachsen“, gab Jonnes den Jugendlichen mit auf den Weg. Und der verträumten Vorstellung vom „großen Geld“ durch viele Klicks im Internet, die manch ein Schüler ins Feld führte, verpasste Jonnes einen Dämpfer: „Wenn jemand bei Spotify ein Lied von mir hört, bekomme ich dafür 0,0001 Cent. Ich bin seit 2016 Berufsmusiker und verdiene mein Geld hauptsächlich durch Auftritte sowie Konzerte.“

Vor Ort organisierte Lehrer Torsten vom Stein die Schultour-Station federführend in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern sowie dem Team der Offenen Ganztagsschule von der Katholischen Jugendagentur: „Das hat gut geklappt und war für uns jetzt keine Jahrhundertaktion“, sagte Torsten vom Stein: „Mit André Frowein kann man ja gut arbeiten.“ Frowein ist als Juca-Leiter im Dienst des Evangelisch-Freikirchlichen Sozialwerks der Kopf der Schultour: „Nach zwei Jahren Zwangspause wegen Corona sind wir froh, dass das Konzept mit den beiden Kernzielen Ermutigung und kulturelle Bildung wieder fruchtet.“

Die fünfte Schultour steht unter dem Motto „Masken runter, Hände hoch“ und will damit einen Gegenpol zu den von Isolation für die Jugendlichen geprägten Pandemiephasen setzen.

Hintergrund

Youthnited-Festival: Die Schultour mündet zum Ende der nächsten Woche im ebenfalls vom Juca veranstalteten Youthnited-Festival auf der Kuhler Heide 1 in Wermelskirchen, wo Jugendliche unter Anleitung das gesamte Festival selbst organisieren.

Termin: Von Donnerstag, 16., bis Samstag, 18. Juni, treten bei Youthnited zwölf Bands in der Scheune auf dem Gelände auf.

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