Coronavirus

Mit negativem Test ist vieles weiter möglich

Wer bereit ist, einen negativen Schnelltest vorzulegen, der darf auch weiterhin einkaufen im Kreis. Foto: Roland Keusch
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Wer bereit ist, einen negativen Schnelltest vorzulegen, der darf auch weiterhin einkaufen im Kreis.
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Landrat entscheidet mit Bürgermeistern des Kreises über die Allgemeinverfügung

Wermelskirchen. Mit tagesaktuellem negativen Testergebnis und Anmeldung können die Wermelskirchener auch künftig die Angebote nutzen, die seit dem 8. März wieder möglich waren. Das teilte der Kreis am Dienstagnachmittag mit. Dazu zählen beispielsweise der Besuch von Geschäften mit Termin, die Nutzung von Sportanlagen im Freien oder der Besuch von Baumärkten und Gartencentern.

Landrat Stephan Santelmann habe in Absprache mit den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden entschieden, die in der Corona-Schutzverordnung genannte Möglichkeit zu nutzen, die Notbremse mit einer Allgemeinverfügung wieder zu lösen, heißt es in der Mitteilung. „Die Ausnahmeregelung des Kreises haben wir heute Morgen an das Land geschickt und bereits heute am frühen Nachmittag die Genehmigung erhalten, so dass kurzfristige Schließungen vermieden werden können“, berichtet Landrat Stephan Santelmann. Grundlage sei eine ausreichende kreisweite Test-Infrastruktur, die derzeit kreisweit stark ausgeweitet würde.

Die konkrete Ausgestaltung der Allgemeinverfügung des Kreises war wie berichtet schon vorigen Freitag mit den Bürgermeistern erarbeitet worden. Die Stadtoberhäupter sagten zu, jeweils aktiv bei der Ausweitung der Teststellen-Infrastruktur vor Ort zu unterstützen.

„Wir sind froh, so mehr Möglichkeiten schaffen zu können.“

Marion Lück, Bürgermeisterin

Santelmann appelliert noch einmal eindringlich, die Testmöglichkeiten vor Ort zu nutzen und sich weiterhin an die Abstands- und Hygieneregelungen zu halten.

Möglich ist mit einem maximal 24 Stunden alten negativen Schnelltestergebnis im Rheinisch-Bergischen Kreis künftig zum Beispiel das Betreten von Bibliotheken und Archiven, der Zugang zu Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen, Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel von Gruppen von höchstens zehn Kindern bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren zuzüglich bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen, der Zutritt zu geschlossenen Ausstellungsräumen für Besucher in Zoologischen Gärten und Tierparks sowie in nicht frei zugänglichen Botanischen Gärten, Garten- und Landschaftsparks, das Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels sowie von Reisebüros, der Kauf von nicht mit handwerklichen Leistungen oder Dienstleistungen verbundenen Waren in Einrichtungen des Handwerks, des Dienstleistungsgewerbes sowie in Geschäftslokalen von Telefondienstleistern, die Inanspruchnahme von Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann. Dazu zählen zum Beispiel Kosmetik-, Nagel- oder Tattoo-Studios. Friseurbetriebe bleiben ohnehin weiter geöffnet. Dort ist auch kein negativer Schnelltest der Kunden nötig. „Bei der Inanspruchnahme der vorgenannten Angebote sind jedoch weiterhin zwingend die übrigen Regelungen der Corona-Schutzverordnung zu berücksichtigen“, heißt es.

Laut Bürgermeisterin Marion Lück gibt es im Kreis und in Wermelskirchen – vorerst – auch keine Ausgangssperre. Die hatte die Stadt Remscheid zuletzt in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr verhängt, weil der Sieben-Tage-Inzidenzwert dort bereits weit über 200 gestiegen war.

„Wir sind froh, dass wir mit der Allgemeinverfügung vor allem den Geschäftsleuten mehr Möglichkeiten einräumen können“, sagt Marion Lück. Allerdings müsse man neben den Infektionszahlen auch immer die Belegung der Krankenhäuser im Kreis im Blick halten sowie die aktuelle Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene.“

Laut WGA-Informationen soll zudem im Kreis künftig die Luca-App zum Einsatz kommen. Lesen Sie dazu mehr in der morgigen Ausgabe.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Es gibt Menschen, die seit Monaten nach einem harten Lockdown verlangen, die meinen, eine solche radikale Schließung sei das Allheilmittel und letztlich das Ende des exponentiellen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen. Auch einige Wissenschaftler sind Verfechter dieses Kurses. Schwarz-Weiß-Denken ist aber eben nicht immer die pragmatischste Lösung. Denn zu stellen ist auch die Frage der Machbarkeit. Und die Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn in einer Stadt Parks und Grünflächen dichtgemacht werden und Jogger plötzlich Masken tragen müssen, dann muss man sich schon fragen, ob das noch verhältnismäßig ist. Und wenn Händler seit Monaten ihre Geschäfte mal schließen, mal wieder öffnen, Gastronomen gar nicht mehr arbeiten dürfen und Dienstleister ihrer Tätigkeit nur noch nach Studium der aktuellen Schutzverordnung ausführen können – oder eben nicht, dann muss man sich auch nach der dauerhaften Machbarkeit fragen. Die Überbrückungskrücke sind die Schnelltests, die Lösung sind aber ausschließlich flächendeckende Impfungen. Was die angeht, würde ein etwas radikalerer Kurs sicher mehr helfen.

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