Fahrrad fahren

Mit den „Flotten Schnecken“ in den Feierabend fahren

Die „Flotten Schnecken“ genießen ihre Tour durch das Bergische Land und erkunden immer mal wieder auch unbekannte Wege.
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Die „Flotten Schnecken“ genießen ihre Tour durch das Bergische Land und erkunden immer mal wieder auch unbekannte Wege.

Der ADFC lädt jeden zweiten Montag im Monat zu einer Radtour rund um Wermelskirchen ein.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Dirk Spiegelhauer zieht den Riemen an seinem Fahrradhelm fest. Gerade haben die Glocken im Kirchturm halb sieben geschlagen, in der Stadt herrscht Feierabendstimmung. Nach dem regnerischen Wochenende lässt sich am Montagabend endlich wieder die Sonne blicken. Diese Gelegenheit nutzen nicht nur viele Wermelskirchener, die den Tag mit einem Besuch bei Cordella beschließen, sondern auch die Radfahrer des ADFC – wie Dirk Spiegelhauer. Er sitzt inzwischen im Sattel, während Sabine Krämer-Kox, Vorsitzende der Ortsgruppe, von ihren Plänen für diesen Sommerabend erzählt.

„Wir fahren zur Wuppervorsperre, dann weiter bis nach Voßhagen und über die Trasse zurück“, erklärt sie. Die meisten Radfahrer, die sich am Montagabend mit ihren Pedelecs vor dem Rathaus treffen, sind schon alte Hasen in Sachen ADFC: Sie nehmen seit Jahren und Jahrzehnten an der beliebten Feierabendtour des Clubs teil. „Es ist einfach eine nette Truppe“, sagt Dirk Spiegelhauer, „und es gefällt mir, neue Wege direkt vor der Haustür kennenzulernen.“

Vor mehr als 20 Jahren machten sich die „Flotten Schnecken“ montagsabends noch mit ihren konventionellen Rädern auf den Weg. Inzwischen richtet sich das Angebot vor allem an Pedelec-Fahrer – mit und ohne ADFC-Mitgliedschaft. „Das erweitert einfach den Radius bei uns im Bergischen Land“, sagt Sabine Krämer-Kox, während sie sich selbst ihren Helm festschnallt. Ein Fahrer ist an diesem Abend auf einem Fahrrad ohne Motor dabei. Die Strecke sei relativ leicht, ermutigt Sabine Krämer-Kox.

Ein kleiner Zwischenstopp kurz in Voßhagen: Hier stoßen die Radfahrer auf ein gerade geborenes Lämmchen – und nutzen die Gelegenheit für ein Foto.

Bevor sie den Startschuss gibt, erklärt sie für Neulinge noch schnell die Regeln: „Keiner fährt vor mir oder hinter Ulla Schopphoff.“ Und dann geht es los: Vorschriftsmäßig setzen sich die 13 Radler in Fahrtrichtung auf der Telegrafenstraße in Bewegung, fahren über den Brückenweg zurück und dann Richtung Zenshäuschen. Am Freizeitpark herrscht entspannter Ferienbetrieb und umso weiter die heitere Gruppe auf der Trasse Richtung Lennep fährt, desto mehr findet sie einen gemeinsamen Tritt. Das Tempo ist moderat, jeder kommt hier locker mit.

An der nächsten großen Abzweigung geht es bergab Richtung Hückeswagen: Jetzt zeigt sich, dass die Fahrt in der Gruppe auch ihre Herausforderungen birgt. Wer alleine unterwegs ist, lässt jetzt rollen: In der Gruppe ist ein bisschen mehr Konzentration und Abbremsen gefragt. „In der Übergangszeit, in der Teilnehmer mit konventionellen Rädern genauso mitgefahren sind wie mit Pedelecs, hat sich gezeigt, dass die Flotten Schnecken wirklich eine rücksichtsvolle Truppe sind“, erzählt Frank Schopphoff.

Der Langsamste habe eben das Tempo vorgegeben – und die anderen zogen mit. „Das war ihnen der gemeinsame Ausflug wert“, sagt Schopphoff. Ohnehin: Bei der Feierabendtour am Montag geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um Geselligkeit und die Erkundungen des Bergischen Landes. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden – und Sabine Krämer-Kox achtet bei ihrer Auswahl darauf, immer neue Wege einzubeziehen.

Es ist einfach eine nette Truppe.

Dirk Spiegelhauer

In Hückeswagen sind die „Flotten Schnecken“ an der Vorsperre über die kleine Wander- und Radfahrerbrücke gefahren. Die Fußballmannschaft vom SC Heide kommt ihnen joggend und grüßend entgegen. Sabine Krämer-Kox legt einen ersten kleinen Stopp ein – um an das Hochwasser zu erinnern, die Herausforderungen für die Natur und die Tiere, die die Katastrophe mit sich gebracht hat.

„Es gibt immer auch ein paar Informationen am Rande“, erklärt sie – bevor es weitergeht zur Friedenskapelle in Voßhagen. Auf dem Weg wartet im Schatten der Bäume der erste kleine Anstieg. Jetzt kommt der Radler auf seinem konventionellen Fahrrad doch etwas ins Schwitzen und fällt leicht zurück. Frank Schopphoff fragt, ob er ihm Rückenwind geben dürfe, legt ihm dann die Hand auf die Schulter und mit der Unterstützung des Fahrradmotors sausen die beiden gemeinsam den Berg hinauf.

Sie werden mit einem Naturschauspiel belohnt: An der Grenze zwischen Wald und Feldern treffen dicke Regenwolken auf strahlend blauen Himmel. Das Bergische Land zeigt sich von seiner schönsten Seite. Nach einem Halt an der Friedenskapelle steigen die Radler kurze später erneut vom Rad: An einem Hof in Steffenshagen ist in diesen Tagen ein Lämmchen zur Welt gekommen – ein willkommenes Fotomotiv für die Radfahrer. Dann geht es zurück Richtung Trasse.

„Ich habe neulich einen neuen Weg gefunden“, erzählt Sabine Krämer-Kox und führt die Gruppe auf sicheren Schleichwegen zur Trasse und dann weiter zurück nach Wermelskirchen zum Ausgangspunkt der abendlichen Tour. Dirk Lueg verabschiedet sich an der letzten Kreuzung. Er fährt zurück nach Wuppertal – mit dem Fahrrad natürlich. Warum er an den Touren der Wermelskirchener Ortsgruppe teilnehme? „Ich habe dank der Flotten Schnecken so viele versteckte Ecken kennengelernt“, sagt er und dann biegt er winkend und grüßend ab.

Nächste Tour

Termin: Die nächste Tour der „Flotten Schnecken“ startet am 8. August um 18.30 Uhr am Rathaus in Wermelskirchen. Die Streckenlängen liegen immer zwischen 15 und 25 Kilometer und führen auf verkehrsarmen Nebenstraßen in die Umgebung. Die Saison schließt mit einer Tour am 12. September.

Mitfahren: Alle Interessierten mit einem Pedelec können mitfahren. ADFC-Mitglieder bezahlen keine Teilnahmegebühr, Gäste bezahlen zwei Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Rückfragen beantwortet Sabine Krämer-Kox aber gerne telefonisch unter Tel. (0 15 20) 5 84 35 74.

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