Mit dem Frühling erwacht die Hoffnung

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Pfarrer Jens Eichner, Evangelische Christuskirchen-Gemeinde Remscheid

Die Wiese neben der Christuskirche ist im Moment übersäht mit Krokussen. Keine besondere Sorte, eine Wildart. Schon kurz nach dem Schnee der vergangenen Wochen waren die ersten grünen Spitzen zu sehen. Und nun steht auf der Wiese ein Meer aus lilafarbenen Blüten. Mich fasziniert dieses Schauspiel jedes Frühjahr aufs Neue. Der Winter mit Schnee und Frost kann den Zwiebeln nichts anhaben. Selbst durch einen Schneerest, der noch übrig geblieben ist, bohren sich die Blüten ihren Weg zur Sonne.

Für mich sind diese Frühblüher immer wieder ein Symbol der Hoffnung. Nach der langen dunklen Zeit des Winters erwacht das Leben wieder. Sie zeigen mir, dass beides zum Leben dazugehört. Zeiten der Dunkelheit genauso wie Zeiten des Blühens. Dies mag ich auch für mein Leben gelten. Da gibt es doch immer wieder auch solche Durststrecken, Zeiten der Dunkelheit. Sie sind vielleicht geprägt von Sorgen, Krankheit oder Existenzsorgen. Mancher mag auch diese Zeit des Lockdowns bzw. die ganze Corona-Zeit als eine solche Durststrecke empfinden. Und doch ist da die Hoffnung, dass auch wieder andere Zeiten kommen. Zeiten des Blühens und Grünes. Auch der Bibel ist dieses Bild vertraut. Im Johannes-Evangelium, Kapitel 12, heißt es: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

Das Bild von den blühenden Krokussen auf der Wiese in Verbindung mit dem Wort aus dem Johannesevangelium begleitet mich durch die fortschreitende Passionszeit. Nicht die lebensfeindlichen Momente haben Macht über mein Leben. Am Ende wird das Leben siegen. So wie der Krokus oder das Schneeglöckchen nach dem Winter.

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