Mein Blick auf die Woche in Wermelskirchen

Missbrauch: Gespräche sind jetzt wichtig

anja.siebel@rga.de
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Der Missbrauchsfall beschäftigt Wermelskirchen auch noch weiterhin. Miteinander darüber zu reden, könnte aber eine wichtige Stütze für Alle sein, ist WGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel fest überzeugt.

Wermelskirchen. Der Missbrauchskomplex, über den Anfang der Woche Details bekannt wurden, die eigentlich niemand so recht greifen und begreifen kann, überschattete diese Woche in Wermelskirchen. Ein Mann, der seit Frühjahr 2021 mit seiner Frau in der Stadt lebt, soll laut Aussage der Ermittler Kinder in unfassbar brutaler Weise missbraucht und entsprechende Videos seiner Grausamkeiten im Internet mit anderen geteilt haben.

Das Perfide: Der Mann hatte sich als Babysitter ausgegeben und war so seit dem Jahr 2005 an die Familien seiner Opfer geraten. Ein Mantel des Schreckens und des Entsetzens legte sich seit Bekanntwerden dieser unvorstellbaren Taten über die Stadt. Einige befürchten, dass nun der Name „Wermelskirchen“ immer im gleichen Atemzug mit den schrecklichen Geschehnissen stehen wird.

Andere sorgen sich um ihre Kinder, haben Fragen, begreifen vor allem nicht, wie so etwas in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen konnte. Wichtig ist jetzt, im Gespräch zu bleiben. Mit Eltern, die vielleicht in Sorge sind, auch ihren Kindern könnte etwas zustoßen. Aber auch mit Kindern und Jugendlichen, um sie bestmöglich zu schützen. Dass Eltern in Wermelskirchen und über die Stadtgrenzen hinaus nun alarmiert seien, sei völlig nachvollziehbar, bestätigte diese Woche Birgit Köppe-Gaisendrees, die Leiterin der Kinderschutzambulanz Bergisches Land. Sie sollten, so die Expertin, jedoch nicht in Hysterie verfallen, aber dennoch mit Obacht vorgehen. Denn nicht jedes Kind zeige eindeutige Zeichen einer sexualisierten Gewalttat. Generell sollten Eltern mit ihren Kindern in einer guten Beziehung sein, beobachten, was sie beschäftigt oder ob es sich verändert. Wenn Kinder Andeutungen machten wie „Der hat auf mich aufgepasst, aber möchte mir immer beim Duschen zugucken“ sei das natürlich ein Alarmsignal. Eltern, die unsicher sind oder sich beraten lassen möchten, können sich mit allen Fragen an die Ärztliche Kinderschutzambulanz wenden.

Auch die Polizei klärt regelmäßig Eltern und Erzieher, Lehrende und auch Kinder und Jugendliche zum Thema auf. Und informiert auf der polizeilichen Webseite über das Wichtigste zum Thema Missbrauch. Zur Tagesordnung übergehen, das kann wohl nach diesen Nachrichten der vergangenen Tage so leicht niemand. Die Stimmung ist gedrückt und so manch einer ist immer noch fassungslos. Das lässt sich nicht abstellen. Im Gespräch zu bleiben auf allen Ebenen kann deshalb hilfreich sein. Vielleicht auch als einzige kleine Stütze.

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