Mike Galow will für Bleek werben

Mike Galow ist der Bürgermeisterkandidat für „Die Linke“. Foto: Karl-Reiner Engels
+
Mike Galow ist der Bürgermeisterkandidat für „Die Linke“. Foto: Karl-Reiner Engels

Der Kandidat der Linken möchte mit zwei Leuten in den Stadtrat

Von Markus Schumacher

Als Bürgermeister-Kandidat für Die Linke hat man doch in Wermelskirchen keine Chance. Wieso treten Sie trotzdem an?

Mike Galow: Dass ich am 14. September nicht der neue Bürgermeister sein werde, das war uns bei der Nominierung selbst klar. Aber: Ohne die Kandidatur säße ich zum Beispiel nicht hier bei Ihnen zum Interview. Man wird einfach mehr wahrgenommen. Sollte es zu einer Stichwahl am 27. September kommen, werde ich natürlich voll um die Unterstützung von Rainer Bleek werben.

Wie wird man in NRW zu einem Linken?

Galow: Das ist systembasiert. Ich war arbeitslos, habe die Auswirkungen der Agenda 2010 am eigenen Leib gespürt. Da bleibt einem doch gar nichts anderes übrig, als zu den Linken zu gehen.

Werden Sie denn auf der Straße oft auf „DDR“ oder „Stasi“ angesprochen?

Galow: „Mauerschütze“ habe ich hier schon öfters gehört. Aber das perlt an mir ab, das ist nur Polemik, eine verbale Waffe.

Die Wechsel an der Spitze Ihrer Bundespartei sind kein Thema?

Galow: Nein, eigentlich nicht. In der Spitze von „Die Linke“ sind es immer nur vier bis fünf Personen, die öffentlich präsent sind.

Um was geht es denn in Ihrem Wahlkampf?

Galow: Leider geht es hier in Wermelskirchen derzeit kaum um Themen, sondern nur darum, wer, wann, was, zu wem gesagt hat. Dabei haben wir hier so viele Themen, die man diskutieren sollte: den gegenläufigen Verkehr auf der Telegrafenstraße etwa, oder das Rhombus-Gelände.

Gutes Stichwort: Wie soll es denn mit dem Rhombus-Gelände weitergehen?

Galow: Wir als Linke hatten ja Enteignung gefordert. Nun hat sich seitdem einiges getan. Wir sollten daher jetzt erst abwarten, bis das fertige Konzept vorliegt mitsamt der Finanzierung. Was wir nicht wollen ist, dass in einem halben Jahr ein neuer Antrag auf Zuschüsse gestellt werden muss.

Auf den Jugendfreizeitpark freuen Sie sich sicher auch.

Galow: Oh ja. Tatsächlich haben wir als Linke das Thema ja selbst am 3. Dezember 2014 per Antrag auf die politische Agenda gehoben.

Und dass jetzt die Sekundarschule noch mal auf den Prüfstand kommen soll, finden Sie wie?

Galow: Frau Lück kann ja so viel prüfen, wie sie will. Aber an der Sekundarschule wird nicht mehr gerüttelt. Das ist doch ein Millionenprojekt, so etwas kann doch jetzt nicht wieder auf den Prüfstand gesetzt werden.

Was ist für Sie die wichtigste Aufgabe eines Kommunalpolitikers?

Galow: Das Beste für die Bürger und die Stadt zu erreichen. Aber ausgewogen und fair und mit Blick auf die aktuelle Haushaltssituation. Dazu gehört auch, immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger zu haben.

Und wie wollen Sie das umsetzen?

Galow: Dafür müssen wir am 13. September mit zwei Leuten in den Stadtrat kommen. Denn nur dann können wir als Fraktion auch wieder Anträge stellen. Dafür brauchen wir etwa 3,5 Prozent der Stimmen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das schaffen.

Wo müsste denn im Stadtgebiet investiert werden?

Galow: Da gibt es sehr viele Baustellen. Vor allem in den öffentlichen Personennahverkehr: Es muss ein Verkehrskonzept auch in Zusammenarbeit mit dem Kreis her.

Aber es ist kein Geld da.

Galow: Genau aus diesem Grund haben wir auch kein Wahlprogramm aufgelegt, keine Wahlversprechen abgegeben. Aber zurzeit werden ja vom Bund viele Töpfe aufgelegt. Darum muss man sich dann bemühen.

Sie zeigen offen ihre Vorliebe für Heavy-Metal-Musik. Aber wegen Corona fallen große Konzerte aus. Für die Kultur muss nach der Pandemie auch etwas getan werden, oder?

Galow: Leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf laute Konzerte gehen. Ich finde aber, AJZ Bahndamm, Haus Eifgen und auch die Katt haben es unter den aktuellen Bedingungen gut auf die Reihe gekriegt und schon wieder tolle Veranstaltungen angeboten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Hilfringhauser Straße: Remscheider fährt unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein
Rheinisch-Bergischer Kreis warnt vor unseriösen Spendenaufrufen
Rheinisch-Bergischer Kreis warnt vor unseriösen Spendenaufrufen
Rheinisch-Bergischer Kreis warnt vor unseriösen Spendenaufrufen
Hühnermobil beherbergt 20 Tiere
Hühnermobil beherbergt 20 Tiere
Hühnermobil beherbergt 20 Tiere
Hochwasser spült Hauswand weg
Hochwasser spült Hauswand weg
Hochwasser spült Hauswand weg

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare