Melodien gelangen gleich in die Seele

Der in Ostfriesland lebende Martin Kaminski sorgte unter den Zuhörern für ein Gefühl der Ermutigung.
+
Der in Ostfriesland lebende Martin Kaminski sorgte unter den Zuhörern für ein Gefühl der Ermutigung.

Liedermacher Martin Kaminski musizierte in Hünger

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Mit dem ersten Ton, der ersten Melodie bahnt er sich einen Weg zur Seele: Das gelingt ganz unvermittelt und plötzlich. Noch bevor der Zuhörer richtig angekommen ist in der Kirchenbank, beginnt er schon zu fühlen. Vielleicht sind es die warme, starke Stimme und die deutliche Sprache, die Liedermacher Martin Kaminski mitbringt. Vielleicht ist es seine unaufgeregte Art, mit dem roten E-Klavier im Altarraum der Kirche in Hünger Platz zu nehmen – ohne großes Lichtspektakel. Aber vielleicht sind es auch seine authentischen, tiefen Texte, denen dieser seltene Coup gelingt.

Vielen Menschen im Publikum am Freitag im Hünger ist der Liedermacher aus Ostfriesland kein Fremder: Sie kennen ihn von Auftritten als Teil des Duos „Seltsame Heilige“ oder von Begegnungen vor vielen Jahren und Jahrzehnten im Bergischen Land oder auf Kirchentagen. Inzwischen lebt er als Pastor, Busfahrer und Songwriter, Erzähler, Autor und Sänger in Ostfriesland – und gastiert mit seinem Tasteninstrument in den Gemeinden. Bei seinem Auftritt in Wermelskirchen hätte er deutlich mehr Zuhörer verdient gehabt. Denn sein neues Programm „Du siehst mich an“ kann sich hören lassen.

Er erzählt und dichtet, stößt Gedanken und Gefühle an, erlaubt den Zuhörern einen Blick auf die eigenen Sorgen und Lebenswelten. Er klammert den Unfrieden nicht aus, seine Hilflosigkeit mit Blick auf Kriege und Konflikte. Er singt von den Einsamen und Alleingelassenen an den Theken dieses Landes und ruft zum Hinsehen und zu mehr Miteinander auf.

Und doch bleibt vor allem ein Gefühl zurück, wenn die Melodie langsam verhallt: Ermutigung. „Klopfst du jemals bei mir an, ich öffne dir die Tür und nehm dich in die Arme dann. Ich schicke dich nicht weg, hör dir bis zum Ende zu. Selbst, wenn du dich selbst nicht kennst, sag ich immer wieder: Du“, singt er und gibt den biblischen Worten einen neuen Klang. Die göttliche Zusage findet in seiner Melodie einen direkten Weg zu Entmutigten und Beladenen.

Liedermacher erzählt vom Alltag als Busfahrer

Und während der Zuhörer sich in dieser klingenden Ermutigung noch wohlig räkelt, verteilt Martin Kaminski Schokolade und Gummibärchen und erzählt heitere Geschichten aus seinem Alltag als Busfahrer und Vater. Er berichtet vom Besuch des Deichbrand-Festivals mit seiner Tochter.

Dann stimmt er gut gelaunt das nächste Lied an und erzählt von den Vierbeinern auf seinem Hof, konstruiert heitere Reime und lässt die Gäste mitsingen und fröhlich kichern. Dann plötzlich klingt eine Melodie so vertraut, dass sich der Zuhörer auf die Suche in seiner Erinnerung macht: Aus englischen Worten werden deutsche. „Herr bleib bei mir“, singt er und gibt dem jahrhundertealten Lied einen ganz neuen Klang.

Mehr Nachrichten aus Wermelskirchen

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
Zusammenstoß: Drei Personen verletzt
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
SSV Dhünn feiert den Kunstrasen
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
Bürgerin will Radweg aus den Dörfern
Sein Ziel ist der Iron Man in Roth
Sein Ziel ist der Iron Man in Roth
Sein Ziel ist der Iron Man in Roth

Kommentare