Mein Blick auf die Woche in Wermelskirchen

Impfpflicht stellt vieles in Frage

anja.siebel@rga.de
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WGA-Redakteurin Anja Carolina Siebel sieht eine Chance, aber auch eine Herausforderung in der Impfpflicht für beispielsweise Pflegeberufe. Warum? Das erklärt sie im Wochenkommentar.

Wermelskirchen. Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht steht kurz vor der Umsetzung. Wahrscheinlich, denn noch ist niemandem so wirklich klar, wie das Gesetz, das am 16. März in Kraft treten und gewährleisten soll, dass Menschen in Pflegeberufen sich gegen das Coronavirus immunisieren lassen, eigentlich genau umgesetzt werden soll. Viele Einrichtungsleitungen, unter anderem die der Wermelskirchener Diakonie, hatten bereits Alarm geschlagen.

Man könne, so betonte vor kurzem deren Geschäftsführer Peter Siebel, vor allem in der jetzigen Situation nicht auf die ungeimpften Mitarbeiter verzichten, wenn es auch nur vereinzelte seien. Dürften die doch streng genommen nach dem 16. März ihren Beruf in der Pflege nicht mehr ausüben. Ein berechtigter Einwand, wo doch schon vor der Pandemie der personelle Notstand in der Pflege groß war. Fraglich ist nun, wer denn den personellen Mangel, der sich natürlicherweise in Folge der einrichtungsbezogenen Impfpflicht noch verstärken wird, denn auffangen soll. Die Einrichtungen selber? Bund und Länder?

Fakt ist, dass die Mehrheit jener, die sich bis heute nicht gegen das Coronavirus haben impfen lassen, das auch nicht im Zuge dieser Impfpflicht tun werden. Das hieße, dass sie aus der Branche wegfallen würden. Und das wäre vor allem zum jetzigen Zeitpunkt, da die Pandemie noch im vollen Gange ist, für alle Beteiligten fatal. Nachvollziehbar sind aber auch die Argumente, die diese Woche der Chef der Lebenshilfe Bergisches Land, Axel Pulm, vorbrachte. Er räumte ein, dass ohne die Corona-Schutzimpfung in der Arbeit mit behinderten Menschen vieles nicht möglich gewesen wäre; beispielsweise der direkte Kontakt ohne Maske. Denn vor allem geistig behinderte Menschen seien in der direkten Kommunikation angewiesen auf Mimik und Gestik des Gegenübers. Und: Persönliche Treffen der Mitarbeitenden konnten dank der Impfung stattfinden, ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

Beides läss sich sicher auch auf die Arbeit in Pflegeeinrichtungen übertragen. Denn niemand denkt wohl gern an die Zeit zurück, als zu Anfang der Pandemie, als die Impfungen noch nicht auf dem Markt waren, alte Menschen in Pflegeeinrichtungen noch völlig isoliert in ihren Zimmern bleiben mussten. Dank der Impfungen ist auch für sie vieles wieder möglich, allem voran der Kontakt zu Familien und Freunden. Es bleibt also schwierig mit der Impfpflicht. Hoffen wir, dass vernünftige Entscheidungen getroffen werden.

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