Sitzung

Mehrheit will neue Verkehrsführung

Die Einfahrt zur Telegrafenstraße soll so verändert werden, dass der Durchgangsverkehr tatsächlich den Brückenweg nutzt.
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Die Einfahrt zur Telegrafenstraße soll so verändert werden, dass der Durchgangsverkehr tatsächlich den Brückenweg nutzt.

Der gegenläufige Radverkehr wird kommenden Montag trotz einiger Kritik beschlossen.

Von Karsten Mittelstädt

In dieser Woche treffen sich die Ratsfraktionen. Und auf jeder dieser Sitzungen wird es um die Verkehrsentlastung der Telegrafenstraße und den gegenläufigen Radverkehr gehen. An diesem Punkt scheiden sich nicht nur bei den Politikern die Geister. Ob Radfahrer künftig wieder gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße unterwegs sein dürfen, und wie der Fahrzeugstrom auf den Brückenweg verlagert werden kann, ist durchaus auch in der Bevölkerung umstritten.

Dabei stehen die Mehrheiten längst fest. Die Befürworter des gegenläufigen Radverkehrs sind im 15-köpfigen Ausschuss mit mindestens acht Stimmen von SPD, WNK UWG, Grüne und FDP in der Mehrheit. Zumindest so lange die Fraktionen bis zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (StuV) am Montag, 25. April, bei ihren Auffassungen bleiben.

Einige Mittelinseln auf dem Brückenweg sollen verschwinden, um die Straße für den Durchgangsverkehr attraktiver zu machen.

Das soll beschlossen werden: Die Einmündung Telegrafenstraße/Brückenweg wird so verändert, dass der Verkehr über den Brückenweg fließt (Kosten rund 21 500 Euro). Auf dem Brückenweg werden die Mittelinseln entfernt (Kosten 8 000 Euro). Der Verkehr (außer Busse) soll über die Straße An der Feuerwache abfließen (Kosten 25 000 Euro). Die Telegrafenstraße wird von dort bis zur Eich Sackgasse. Außerdem soll der Radverkehr auf der Telegrafenstraße in Richtung Brückenweg möglich werden (Beschilderung 2500 Euro).

Das sind die Positionen der Fraktionen. Die CDU ist gegen die Einführung des gegenläufigen Radverkehrs. „Wegen der Gefahrensituation für Fußgänger und Radfahrer“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Randolph Schmidt. Vor allem die Abbindung der Telegrafenstraße sieht die CDU kritisch, ebenso wie Teile des Einzelhandels. „Vielleicht bewegt sich bei den anderen Fraktionen angesichts der Kritik aus dem Einzelhandel noch etwas“, hofft Fraktionsvorsitzender Christian Klicki, dass sich die Mehrheitsverhältnisse noch drehen.

BüFo will die Planung aussetzen, bis Loches-Platz-Pläne vorliegen

Lediglich das Bürgerforum befindet sich an der Seite der CDU, allerdings nicht inhaltlich. „Wir lehnen den gegenläufigen Radverkehr nicht ab“, stellt Oliver Platt (BüFo) klar. BüFo sieht allerdings die Lösung über die Straße An der Feuerwache kritisch und stellt deshalb den Antrag auf Aussetzung der Planung, bis die Pläne für den Loches-Platz stehen. Diese Verkehrsveränderungen müssten berücksichtigt werden. Platt: „Das Schlimmste ist, wir schaffen eine neue Verkehrsführung, die wir dann wieder zurücknehmen müssen. Das haben wir schon zu oft gehabt.“

TRASSE

BAHNTRASSE Weil Wermelskirchen die Bahntrasse für den Bau der Umgehungsstraße nutze, ist der Radweg Balkantrasse in Wermelskirchen unterbrochen. Um eine Verbindung möglichst ohne Steigungen in Richtung Belten zu schaffen, wurde Radfahrern erlaubt, gegen die Einbahnstraßenrichtung der Telegrafenstraße zu fahren. Der Beschluss wurde aufgehoben und soll nun wieder eingeführt werden.

Das sieht die SPD anders. Die Verkehrsveränderungen durch den Einzelhandel am Loches-Platz würden nicht so gravierend sein. „Dadurch entsteht keine völlig neue Verkehrssituation“, so Jochen Bilstein. Zu den vom Einzelhandel befürchteten Rückstaus auf der Telegrafenstraße durch Linksabbieger auf den Brückenweg sagt Bilstein: „Das ist ja das, was wir wünschen.“ Komme es zu Staus, würden mehr Verkehrsteilnehmer den Brückenweg nutzen. „Das wird sich einpendeln.“ Der gegenläufige Radverkehr sei notwendig. „In Wuppertal sind schon 50 Prozent der Einbahnstraßen gegenläufig, warum soll das in Wermelskirchen nicht funktionieren?“

Die Grünen bleiben bei ihrer Position. „Wir sind von Anfang an für den gegenläufigen Radverkehr“, sagt Stefan Janosi. Die FDP sieht die Kostenschätzung der Verwaltung für die Umbaumaßnahmen zwar als optimistisch an, werde aber vorbehaltlich der Fraktionssitzung zustimmen, versichert Jürgen Manderla.

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

Die WNK UWG bleibt bei ihrer Zustimmung zu den Verkehrlenkungsmaßnahmen, will aber vorher eine juristische Frage zum gegenläufigen Radverkehr geklärt wissen. „Und“, so Henning Rehse, „wir werden kritisch beobachten, wie sich der Verkehr entwickelt. Wenn notwendig, werden wir nachbessern müssen.“

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