Deutschlands höchster Naturweihnachtsbaum

Mehr Bescheidenheit ist spürbar

Deutschlands höchster Naturweihnachtsbaum leuchtet. Die Wermelskirchener freuen sich auf strahlende Kinderaugen an Heilig Abend.
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Deutschlands höchster Naturweihnachtsbaum leuchtet. Die Wermelskirchener freuen sich auf strahlende Kinderaugen an Heilig Abend.

Festtage in Krisenzeiten: Wie gehen Wermelskirchener damit um?

Von Jakub Drogowski

Weihnachten ist Weihnachten und soll auch Weihnachten bleiben. Zumindest wenn es nach den Wermelskirchenern geht. Fast schon trotzig kümmern sie sich darum, dass das Fest sich trotz aller Krisen noch immer heimelig anfühlt. Der große Kaufrausch wird bei vielen dieses Jahr wohl ausbleiben, jedoch gerade bei den eigenen Kindern und dem festlichen Familienessen wollen viele höchstens geringe Abstriche machen.

„Für strahlende Kinderaugen tut man doch alles“, betont Henrich Lohmann, der mit seiner Frau Eveline den Enkeln bereits Geschenke besorgt hat. „Beim Fleisch zum Festessen werden wir wohl ein wenig bescheidener sein. Ansonsten sparen wir bewusst bei Licht und Strom. Wir haben uns zum Beispiel Batteriekerzen als hübschen Weihnachtsschmuck besorgt und heizen wenig“, sagt Eveline Lohmann. „Stoß-Heizen heißt das Zauberwort“, ergänzt Ehemann Henrich.

Auch Ursula Hasenklever achtet dieses Jahr mehr aufs Budget: „Wir sind schon bescheidener und achtsamer geworden. Aber Weihnachten und Bescherung wird es bei uns natürlich geben – wie immer.“ Der Wunsch nach Normalität ist auch in den Wermelskirchener Einkaufsstraßen zu erblicken. Angespannt in Schaufenster blickende Gesichter, denen der Wind in der nasskalten Telegrafenstraße entgegen weht, stehen stellvertretend für vorweihnachtliche Aufgeregtheit.

An den Geschenken für Kinder soll nicht gespart werden

So wie bei Paula Salcedo, die einen großen Geschenke-Einkauf beim Spielwarenhändler Holzwürmchen an der Kölner Straße hinter sich hat: „Wir verbringen das Fest bei der Familie meines Mannes hier in der Region. Ich bin zum ersten Mal in Wermelskirchen. Hier gibt es einige schöne Läden für Geschenke.“ Wie alle Eltern möchte die gebürtige Spanierin und heutige Kölnerin ihren Kindern eine fröhliche Bescherung bieten: „Zur Weihnachtszeit möchte ich die Sorgen der Welt so weit wie möglich von meinen Kindern fernhalten und ihnen eine Freude machen.“

Für Markus Kranz und seine Familie soll Beschaulichkeit und Freude zur Festzeit einkehren. „Wir möchten Weihnachten gerne wie immer feiern und uns das Fest nicht nehmen lassen“, erklärt der 38-jährige und erinnert sich an seine Kindheit: „Ich hatte eine behütete, sorgenfreie Kindheit. Das möchte ich, trotz all der Komplexität und der Krisen gerne an mein Kind weitergeben.“ Der gebürtige Hamburger, der seit 31 Jahren in Wermelskirchen lebt, will daher zum Fest mal „aus dem Vollen schöpfen“, wie er sagt. „Das soll auf gar keinen Fall anmaßend klingen. Aber meine Frau und ich sind beide berufstätig und wir möchten mit unserer Familie ein möglichst unbekümmertes und besinnliches Weihnachtsfest genießen.“ Kranz hofft auf ein „bisschen Normalität“.

Jutta Schmidt hat einen pragmatischen Blick auf die Lage: „Wir haben schon immer gespart. Wir halten die Türen geschlossen und sparen am Licht. Alles wie immer“, sagt sie: „Bei uns gibt es auch keine Geschenke.“

Man spare, „wo man kann“, betont Jürgen Krichel. Er und seine Ehefrau verzichten seit langem darauf, sich gegenseitig zu beschenken. „Wir haben die Heizung reduziert, und Ältere wie wir essen eh nicht so viel. Unsere Enkel werden aber selbstverständlich beschenkt“, kündigt Krichel an.

Das Ehepaar Dietmar und Sonja Scholz freut sich auf die Bescherung. „Geschenke für die Familie wird es geben, aber bescheiden“, sagt Dietmar Scholz. Bei der Heizung sei man schon immer sparsam gewesen. „Wir haben nicht vor, während der Festtage große Einschränkungen zu machen“, fügt Sonja Scholz hinzu: „Weihnachten soll schließlich Weihnachten bleiben.“

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