Mediziner sprechen über Störungen der Blase

Stephan Ganz und Dr. Vitaly Markhinin (r.) laden im Oktober zu einem Vortrag ins Krankenhaus ein. Foto: Doro Siewert
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Stephan Ganz und Dr. Vitaly Markhinin (r.) laden im Oktober zu einem Vortrag ins Krankenhaus ein.

Weibliche Harninkontinenz wird das Thema bei einem Vortrag im Krankenhaus

Von Anja Carolina Siebel

Die Patientinnen haben oft einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. „Weibliche Harninkontinenz ist immer noch ein Tabuthema“, weiß Stephan Ganz, gynäkologischer Chefarzt im Krankenhaus Wermelskirchen. Der Mediziner möchte das gern ändern. Denn: „Die meisten Patientinnen sagen uns nach der Behandlung: Warum habe ich mich nicht schon viel früher entschlossen, etwas zu unternehmen?“ Im Durchschnitt dauere es stattdessen Jahre, bis die Frauen sich bei ihrem Hausarzt, Urologen oder Gynäkologen wegen der Probleme vorstellen.

„Wenn die Blase drückt – Therapie der weiblichen Harninkontinenz“ ist ein Vortragsabend überschrieben, zu dem Chefarzt Stephan Ganz und Oberarzt Dr. Vitaly Markhinin sowie Sabine Schröder für den 28. Oktober ins Krankenhaus einladen.

Manchmal versprechen konservative Therapien Erfolg

Im Vordergrund stehe die Frage, ob eine Operation sinnvoll sei. „Denn zunächst muss man wissen, dass es verschiedene Formen der Harninkontinenz bei Frauen gibt“, erklärt Stephan Ganz. Beispiele seien etwa so genannte nervale Störungen, die man im Volksmund auch als „Reizblase“ bezeichnet, Senkungen umliegender Organe wie beispielsweise der Gebärmutter oder ein zu schwacher Schließmuskel. „Entsprechend der vorliegenden Erkrankung entscheiden wir über die Therapie“, sagt der Chefarzt.

Das geschehe in der Regel stufenweise. Während die Mediziner zunächst konservative Therapien anbieten – etwa Beckenbodentraining oder auch eine Biofeedback-Therapie, die bei einer überaktiven Blase angewendet wird – geht es später um Operationsverfahren. Für das Biofeedback, sagt Stephan Ganz, sei Sabine Schröder die Fachfrau, die beim Vortragsabend ausführlich darüber berichten wird.

Es gebe eine Bandbreite an Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. „Entscheidend ist die ausführliche Anamnese“, betont Dr. Vitaly Markhinin. „Wir müssen die ganze Geschichte der Frau kennen, wissen, ob und wie viele Kinder sie geboren oder ob sie schwere körperliche Arbeiten im Laufe ihres Lebens verrichtet hat. Dementsprechend entscheiden wir dann über die Therapie.“ Nicht immer sei die sofort erfolgreich. In den meisten Fällen verschaffe sie den betroffenen Frauen aber Erleichterung und eine bessere Lebensqualität. Stephan Ganz empfiehlt deshalb, sich bei entsprechenden Beschwerden möglichst rasch zu melden und mit den Ärzten offen über die Thematik zu sprechen.

Vortrag: Do., 28. Oktober, 16 bis 17 Uhr, Sitzungszimmer 2 im Krankenhaus

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