Städtisches Gymnasium

Mathe und Co. können spannend sein

Die Gymnasiasten haben seit geraumer Zeit viel Spaß an Kursen mit dem Schwerpunkt Informatik. Zum Beispiel bauen sie selbst Roboter zusammen.
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Die Gymnasiasten haben seit geraumer Zeit viel Spaß an Kursen mit dem Schwerpunkt Informatik. Zum Beispiel bauen sie selbst Roboter zusammen.

Das Gymnasium wurde erneut als MINT-Schule ausgezeichnet – und setzt damit kleine Schwerpunkte.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Dr. Martin Burghoff vergleicht den Weg zu den Naturwissenschaften mit etwas aus dem Leben: „Es ist ein bisschen wie Schwarzbrot kauen“, beschreibt es der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums. „Naturwissenschaften sind oft schwierig zu begreifen“, sagt er. „Aber sie beschreiben eben auch das ganze Leben und deshalb ist es sinnvoll, sich damit zu beschäftigen.“

Gerade wurde das Städtische Gymnasium Wermelskirchen neben weiteren 165 Schulen aus Nordrhein-Westfalen bereits zum dritten Mal als „MINT-freundliche Schule“ (MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ausgezeichnet.

Die Ehrung der „MINT-freundlichen Schulen“ steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz. Mit dem Signet wird das Engagement der Schule gewürdigt, sich für eine zeitgemäße Bildung in der digitalen Welt stark zu machen. Es werden bundesweit die Schulen als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet, die bewusst etwa naturwissenschaftliche Schwerpunkte setzen. Die Schulen werden auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess. Die MINT-freundlichen Schulen weisen nach, dass sie mindestens 10 von 14 Kriterien im MINT-Bereich erfüllen.

Grundlage für die erfolgreiche Bewerbung des Städtischen Gymnasiums Wermelskirchen seien Weiterentwicklungen im MINT-Bereich auch unter erschwerten Rahmenbedingungen zum Beispiel während der Coronakrise gewesen, berichtet Martin Burghoff. „Die Schüler merken jetzt nicht direkt, dass wir eine MINT-Schule sind, aber es werden eben Schwerpunkte gesetzt.“ So gebe es etwa vierwöchige Mini-Projekte, in denen sich die Schüler ausprobieren können.

Auch wurde die Teilnahme an verschiedenen MINT-Wettbewerben ermöglicht und neue Workshop-Konzepte wurden für die Klassen 5 und 6 etabliert. Burghoff: „Wir hatten zum Beispiel einen Exkurs in die Welt der Singvögel oder einen Kurs, der mit „Faszination Mathematik“ überschrieben war. Alles ist darauf ausgerichtet, den Schülern Spaß an Naturwissenschaften und Informatik zu vermitteln.“

Insbesondere die Ausbildung im Fach Informatik sei am Städtischen Gymnasium durch die Bewerbung gestärkt worden. Dank einer Spende der Stiftung der Firma Tente und mit Unterstützung des Fördervereins wurde die digitale Ausstattung im Bereich der Robotik ausgebaut. „Die neuen Klassensätze von InO-Bots, Lego Education und Arduino ermöglichen den Schülern praktische und problemorientierte Einblicke in die Informatik“, erklärt der stellvertretende Schulleiter.

Die Gymnasiasten konstruieren und programmieren selbstständig kleine Roboter, deren Leistungsfähigkeit sie dann im Anschluss anhand von zu bewältigenden Aufgaben unmittelbar überprüfen können. „Natürlich werden auch handwerkliche Fähigkeiten bei den Schülerinnen und Schülern abgerufen“, sagt Burghoff. „Denn die Roboter müssen selbst zusammengebaut werden.“

Informatik wird schon in Klasse 6 angeboten

Zudem wird derzeit am Gymnasium an der Stockhauser Straße das Fach Informatik bereits in Klasse 6 angeboten und seit dem Schuljahr 2022/23 kann das Fach auch in der Oberstufe von den Schülerinnen und Schülern gewählt werden.

Begriff

MINT-Fächer ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern beziehungsweise Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Der Titel „MINT-Schule“ steht für überdurchschnittlich vielfältige, Unterrichtsangebote in den Fächern.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Nicht nur für Genies

anja.siebel@rga.de

Vielleicht erinnern auch Sie sich noch dunkel: Fächer wie Mathematik oder Physik haben damals nicht wirklich viel Spaß gemacht. Einigen vielleicht schon. Aber wem das Naturwissenschafts-Gen nicht in die Wiege gelegt war, der konnte da schon mal ganz schön ins Straucheln geraten. Mit dem Älterwerden kommt einem da ein kleiner Verdacht: Hätte der Lehrer oder Lehrerin es damals etwas spannender, lebensnaher erklärt, vielleicht wäre man dann ja eher dabeigeblieben, hätte mehr begriffen – und am Ende, wer weiß, hätte es vielleicht sogar Spaß gemacht.

Dass das Gymnasium wie auch andere Schulen das Thema Naturwissenschaften und Informatik jetzt ein wenig in den Fokus rückt, ist deshalb gut. Denn in einer zunehmend digitalisierten Welt können und dürfen diese Fächer nicht das Nachsehen haben. Und mit Robotik und anderen außergewöhnlichen Angeboten wird es den Schülern licht gemacht – nicht nur den Genies.

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