Für Marion Lück zählt die Gemeinschaft in einer Stadt

Marion Lück wirbt unter anderem mit einem Podcast für den Bürgermeister-Posten. Foto: Lück
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Marion Lück wirbt unter anderem mit einem Podcast für den Bürgermeister-Posten. Foto: Lück

Die Bürgermeisterkandidatin von CDU und Bürgerforum möchte alle Bürger in die Zukunftsgestaltung Wermelskirchens einbeziehen

Von Anja Carolina Siebel

Frau Lück, wie kommt man denn darauf, Bürgermeisterin von Wermelskirchen werden zu wollen?

Marion Lück: (lacht) Indem man gefragt wird. Es gab im Frühjahr voriges Jahr einige Gespräche und ich wusste ehrlich gesagt erst gar nicht, worauf das Ganze jetzt hinauslaufen würde. Bis dann die direkte Frage kam, ob ich das machen wolle.

Und wie haben Sie reagiert?

Lück: Ich war erst einmal überrascht. Ich musste das vor allem erst mit meiner Familie und den wichtigsten Menschen in meinem Leben besprechen. Ich habe als Beamtin bei der Stadt Köln einen Job auf Lebenszeit. Den gibt man nicht so einfach auf. Im Hofcafé in Dhünn fiel im Sommer aber dann die Entscheidung, es zu machen. Es ist eine große Herausforderung für mich. Aber ich liebe Wermelskirchen, bin hier verwurzelt und nach ein paar Jahren Abwesenheit auch ganz bewusst wieder hierher zurückgekehrt. Deshalb war ich nach der Überlegungsphase auch voll motiviert, diese Herausforderung anzunehmen.

Was sehen Sie als die größten Herausforderungen?

Lück: Mir ist bewusst, dass ein Bürgermeister erst einen guten Job macht, wenn die Verwaltung mitzieht. Das Team muss an den gemeinsamen Erfolg glauben. Sollte ich die Wahl gewinnen, ist es mir wichtig, mit den Mitarbeitern in ständigem Austausch zu stehen und bei allen Themen, die für die Stadt und die Bürger wichtig sind, auch das interne Verwaltungsmiteinander nicht außer Acht lassen. Und dann gibt es natürlich noch das über allem stehende Ziel, unsere Stadt im Sinne und nach den Wünschen der eigenen Bürger besser und zukunftsfest zu machen – obwohl wir uns gerade im Haushaltssicherungskonzept befinden. Dennoch das Beste herauszuholen, Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, auch das ist eine Herausforderung, der ich mich gern stellen will.

Was das angeht, haben Sie ja einen ganzen Katalog an Zukunftsthemen in Ihrem Profil aufgelistet.

Lück: Ja, ich möchte alle mit einbeziehen. Vom Kita-Kind bis zum Senior. Die Gemeinschaft in einer Stadt wie Wermelskirchen ist mir eine echte Herzensangelegenheit. Es geht darum, Bedürfnisse abzufragen und zu erkennen, dass Gemeinschaft kein Selbstläufer ist.

Können Sie Beispiele nennen?

Lück: Zum Beispiel die Spielplätze. Die sind zum Teil in keinem guten Zustand. Dafür ist die Stadt zuständig, aber wir werden das mit den vorhandenen Ressourcen nicht alles schaffen können. Deshalb möchte ich mehr Spielplatzpaten akquirieren, aber auch die Politiker zu motivieren, zum Beispiel in einer Samstagsaktion mal mit Eltern zusammen einen Spielplatz wieder fit zu machen. Es gibt aber auch viele andere Themen.

Sie haben mit Ihren Visionen zum Teil schon für ganz schön Wirbel in Politik und Verwaltung gesorgt. Zum Beispiel wünschten Sie sich, das Sekundarschul-Thema noch mal neu aufzurollen, indem Sie eine erneute Elternbefragung vorschlugen. Aber auch zur Erschließung des Rhombus-Komplexes haben Sie eigene Vorstellungen.

Lück: Ja. Man könnte doch die Zielsetzung umdrehen und nicht erst das Gelände kaufen und dann überlegen, wie es bebaut werden kann und soll. Sondern zuerst überlegen, welche Idee, welches Bild, welche Zielsetzung es für dieses Gelände gibt und welche Anforderungen es erfüllen muss. Auf dieser Basis kann man dann weiterarbeiten.

Sie schlagen eine Art Workshop vor. . .

Lück: Ich könnte mir vorstellen, dass sich Eigentümer, Experten und Vertreter der Stadtverwaltung zusammensetzen und ein Leitbild entwickeln, das später den Bürgern vorgestellt wird. In einem öffentlichen Forum könnten sie dann ihre eigenen Anregungen, Ideen und Hinweise einbringen.

Sie haben während der Wahlkampfzeit viele Unternehmen besucht. Glauben Sie, dass die Unternehmen, die Wirtschaft in unserer Stadt generell mehr Aufmerksamkeit bräuchten?

Lück: Ich denke, da ist noch eine Menge Potenzial. Wir müssen neue Flächen generieren, uns aber auch um bestehende Unternehmen kümmern, mit ihnen im Gespräch bleiben. Und: Wir müssen als Wirtschaftsstandort am Ball bleiben, Neues entwickeln und Wermelskirchen als attraktiven Standort zur Aus- und Weiterbildung präsentieren. Vorstellbar ist zum Beispiel eine Azubi-Wohngemeinschaft, aber auch neue Formen des Arbeitens, wie Co-Working-Spaces. Kurz: Ich bin eine Netzwerkerin. Und als solche möchte ich im Austausch bleiben.

Besonders nach der Corona-Zeit.

Lück: Ganz genau. Da dürfen wir auch die Gastronomen und den Einzelhandel nicht vergessen, die während dieser Zeit besonders gelitten haben. Mit ihnen könnte ich mir einen runden Tisch oder Impulsveranstaltungen vorstellen, um gemeinsam zu überlegen, wie man die Aufenthaltsqualität und das Einkaufserlebnis verbessern kann.

Apropos gebeutelt durch die Corona-Pandemie: Auch das kulturelle Leben hat unter der Pandemie und dem Lockdown gelitten. Wie könnte eine Unterstützung für die Kultureinrichtungen aussehen?

Lück: Wir haben eine großartige Kulturlandschaft in Wermelskirchen. Mit der Kulturinitiative Haus Eifgen, der Kattwinkelschen Fabrik, dem Kulturverein und vielen anderen Initiativen und Gruppen haben wir eine lebendige Kulturlandschaft. Viele von ihnen brauchen aber insbesondere finanzielle Unterstützung, um in moderne Technik zu investieren. Oder um überhaupt dauerhaft ihr Programm weiterführen zu können wie zum Beispiel die Musikschule. Es sollte deshalb ganz besonders darum gehen, unsere eigenen Häuser und Einrichtungen zu stärken. Ich würde mir wünschen, dass wir eine eigene vernünftige Bühne für Theater, Lesungen, Musik, etc. haben, damit keiner in eine andere Stadt fahren muss, um zum Beispiel die Tanzaufführung des eigenen Kindes zu sehen. Ich finde, so etwas fehlt.

Wie Wermelskirchen in fünf Jahren aussehen könnte, stellen Sie auf Ihrer Homepage in Fülle dar. Was ist Ihnen das Wichtigste?

Lück: Ich fände wichtig, zu schauen, was sich für jeden einzelnen Bürger in fünf Jahren verändert hat. Wenn möglichst viele seiner Ideen, Wünsche und Bedürfnisse dann realisiert worden wären, wäre ich zufrieden.

Zur Person

Marion Lück wurde im Januar 1973 als Marion Schwandrau in Remscheid geboren, drei Monate später zog die Familie nach Wermelskirchen. Nach ihrem Abitur am Städtischen Gymnasium zog es Marion Lück zum Studium und der späteren Ausbildung in andere Städte. 2004 kehrte sie mit ihrem Sohn in die Heimat zurück. Dort leben auch noch ihre Mutter und ihre beiden Schwestern.

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