Spaziergang

Marion Lück sieht eine Menge Potenzial

Marion Lück wurde am 13. September zur neuen Bürgermeisterin für Wermelskirchen gewählt. Archivfoto: Michael Schütz
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Marion Lück wurde am 13. September zur neuen Bürgermeisterin für Wermelskirchen gewählt.
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Ein Stadtspaziergang mit der neu gewählten Bürgermeisterin von Wermelskirchen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Eine knappe Woche noch. Dann wird Marion Lück (parteilos) als neue Wermelskirchener Bürgermeisterin ihr neues Büro im Rathaus beziehen. Gestern war der Übergabe-Termin mit Alt-Bürgermeister Rainer Bleek. „Es gibt noch einiges zu besprechen und zu klären“, sagt die 47-jährige Wermelskirchenerin. Vor dem Treffen mit Rainer Bleek traf sie der WGA zu einem Rundgang durch die Innenstadt, um mit ihr über jene Orte zu sprechen, an denen in nächster Zeit einiges passieren wird.

So sind am entstehenden Jugendfreizeitpark bei Zenshäuschen neulich schon die Bagger angerückt. Wer das brachliegende Gelände vorher kannte, wird es jetzt vermutlich nicht mehr wiedererkennen. Das Projekt, das der ehemalige Bürgermeister als seinen „Leuchtturm“ erkoren hatte, wird nicht mehr er, sondern Marion Lück voraussichtlich 2021 einweihen. „Ich glaube, für jeden Wermelskirchener, der seine Stadt liebt, ist das ein Herzensprojekt“, sagt die neue Bürgermeisterin. „Wer die Geschichte der Jugendlichen verfolgt hat, die sich vorher immer in der Rollrausch-Halle getroffen haben, versteht auch, wie wichtig es ist, dass jetzt etwas Neues entsteht.“

Das Konzept, das die Rhombus-Eigentümer fahren, hält Marion Lück für vernünftig.

Etwas Neues soll bald auch im Eifgen nahe den Hüpp-Anlagen entstehen: das neue Hallenbad. Marion Lück hat wohl mitbekommen, dass nicht alle Wermelskirchener mit dem Entwurf, den die Stadt in verschiedenen Gremien bereits vorgestellt hat, einverstanden ist. Einige hätten sich eine Sauna gewünscht, etwas Größeres, ein Freizeitbad vielleicht.

Das Außengelände des neu konzipierten Hallenbades sei später erweiterbar, sagt Marion Lück.

„Warum es an der Sauna hapert, das weiß ich noch nicht. Dazu muss ich mich intensiver mit den Entwürfen und dem zur Verfügung stehenden Budget auseinandersetzen“, sagt sie. „Ich finde den Entwurf ansonsten aber super. Er hat eine Menge Potenzial. Und ich glaube, dass es wichtig ist, das den Bürgern auch einmal zu veranschaulichen. Indem man ihnen zum Beispiel den Film einmal öffentlich zeigt, den es zum Entwurf gibt. Es gibt viele Möglichkeiten, etwa das Außengelände später noch weiter zu entwickeln. Und ich mag die Idee, nachhaltige Baumaterialien zu verwenden.“ Es sei wichtig, sagt Lück zudem, dass es eine Möglichkeit für Schulen und Sportvereine gebe, Schwimmunterricht zu erteilen. „Ich bin außerdem überzeugt, dass das Bad, so wie es konzipiert ist, richtig für Wermelskirchen ist.“

An ihren Zweifeln am Bestand der Sekundarschule hält sie fest

Eine Menge Potenzial sehe sie auch in der Entwicklung des Rhombus-Geländes: „Die Eigentümer haben ja signalisiert, dass sie mit der Stadt und den Bürgern zusammenarbeiten möchten, das halte ich für eine vernünftige Entscheidung.“ Woran die Verkaufsgespräche mit der Verwaltung letztlich gescheitert seien, wisse auch sie noch nicht. „Was sie im Moment machen, das Gelände öffnen für Veranstaltungen, das finde ich als vorübergehende Lösung richtig gut. Was letztlich daraus wird, muss man sehen.“ Klar sei: Eine große Förderung wie sie mit den finanziellen Mitteln des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept möglich gewesen wäre, sehe sie unter privater Hand nicht. „Grundsätzlich haben wir gemeinsam aber noch alle Möglichkeiten.“

An ihren Zweifeln am Schulangebot in Wermelskirchen hält sie fest. „Mich treibt eben um, ob wir das richtige Schulangebot für alle haben“, sagt sie. Und meint wohl damit vor allem die Sekundarschule. „Ich plane eine großangelegte Befragung von Eltern von Grundschülern“, kündigt sie an. Eine Art Bedürfnisanalyse soll es werden, denn es gebe immer noch viele Schüler, die nach der Grundschulzeit in andere Städte abwandern würden, weil sie die richtige Schulform in Wermelskirchen nicht finden. Sie könne sich auch eine Gesamtschule vorstellen, hatte sie bereits im Wahlkampf gesagt. Und: „Nur weil eine solche Befragung vielleicht nicht das gewünschte Ergebnis bringt, darf man aus meiner Sicht nicht darauf verzichten.“

Zur Person

Marion Lück wurde im Januar 1973 als Marion Schwandrau in Remscheid geboren, drei Monate später zog die Familie nach Wermelskirchen. Nach ihrem Abitur am Städtischen Gymnasium zog es Marion Lück zum Studium und der späteren Ausbildung in andere Städte. 2004 kehrte sie mit ihrem Sohn in die Heimat zurück. Marion Lück ist ein Familienmensch und pflegt harmonischen Kontakt zu ihren Schwestern.

Standpunkt

anja.siebel @rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Dass die konstituierende Ratssitzung trotz der stetig steigenden Corona-Fallzahlen am Montag stattfinden soll, das steht wohl fest. Allerdings noch nicht, unter welchen – möglicherweise verschärften – Hygiene- und Abstandsbedingungen. Fest steht aber auch, dass Marion Lück als neue Wermelskirchener Bürgermeisterin kommende Woche ihren Dienst im Rathaus antreten wird. Und es wird sie eine Menge erwarten. Wenn auch zu Corona-Zeiten manches stillsteht, die Entwicklung Wermelskirchens geht weiter. Am Loches-Platz wird gebaut und in Zenshäuschen, am neuen Jugendfreizeitpark. Die Zukunft des Rhombus-Geländes sowie die Finanzierung dieser Entwicklung ist noch ungewiss – und der Bau des neuen Hallenbades steht bevor. All das war schon lange klar, bevor Marion Lück überhaupt ahnte, dass sie einmal die erste Frau im Rathaus werden würde. 

Aber die 47-Jährige wird sicher auch ganz neue Akzente setzen, zum Beispiel, was den Bau der Sekundarschule angeht. Oder die Hilfen für die Kultur und die Geschäftsleute in der Pandemie. Man darf also schon mal gespannt sein auf die Zeit, die kommt. Auch nach Corona. 

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